Ford Edge: Rivale für VW Touareg kommt 2015!

Wer als Automarke Erfolg haben will, braucht möglichst viele SUVs. Das hat nun auch Ford erkannt und stellt dem Ecosport und dem Kuga ab 2015 den Edge zur Seite.

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Der Edge teilt sich die Plattform mit dem noch 2014 startenden Mondeo Foto: Ford

Das Erfolgsrezept in der Autoindustrie hat derzeit drei Buchstaben: SUV. Allein in Europa entscheidet sich bereits ein Fünftel der Kunden für einen der weichgespülten Geländewagen, oft ohne Allradantrieb. Dieses Segment liefert als einziges zwischen Helsinki und Madrid noch fette Zuwächse. Und ein Ende dieser Welle ist nicht in Sicht. Einer Studie von IHS Automotive zufolge werden 2018 weltweit über 20 Millionen Neuwagen ein SUV sein. Speziell die aufstrebenden Märkte wie Russland oder China sind schier verrückt nach Autos dieser Kategorie.

Einer für alle

Kein Wunder also, dass eine global agierende Marke wie Ford ihr SUV-Portfolio weiter ausbaut. Zum kleinen Ecosport und dem Tiguan-Gegner Kuga gesellt sich hierzulande ab dem zweiten Halbjahr 2015 der Edge. Wir konnten ihn bereits jetzt näher unter die Lupe nehmen. Zunächst zu den Fakten: "Edge" ist das englische Wort für Kante, Rand, Flanke. Schon seit 2007 gibt es den Edge in den USA und anderen Märkten, die zweite Generation ist wie alle neuen Ford-Modelle global konzipiert. Basis für den in Kanada gebauten Edge ist die CD-Plattform, auf der auch der neue Mondeo steht. Beide teilen sich den Radstand von 2,85 Meter. Mit einer Länge von 4,81 Meter ist der Edge sechs Zentimeter kürzer als der nächste Mondeo und liegt in etwa auf dem Niveau eines VW Touareg.

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Ein breiter Mitteltunnel teilt das Edge-Cockpit Foto: Ford

Wuchtiger Typ

Die weiteren Edge-Eckdaten: Mit 1,93 Meter ist er recht breit geraten, die Höhe liegt bei 1,70 Meter. Das Leergewicht fällt mit 1.950 Kilogramm amerikanisch-üppig aus. Apropos Amerika: In den USA gibt es das SUV ab Anfang 2015 mit Benzinern, wir Europäer bekommen ausschließlich einen Zweiliter-Diesel. Stufe eins leistet 180 PS und bringt 400 Newtonmeter Drehmoment auf die Kurbelwelle. Serienmäßig ist hier eine manuelle Sechsgang-Schaltung, die CO2-Emissionen gibt Ford mit 149 Gramm pro Kilometer an. Auf 159 Gramm bringt es Stufe zwei mit 210 PS, 450 Newtonmeter und Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe. Ein Start-Stopp-System und ein intelligenter Allradantrieb sind stets mit an Bord.

Hilfe in jeder Lage

Technisch will der Edge unter anderem mit einer adaptiven Servolenkung prunken: Sie verändert je nach Tempo das Verhältnis zwischen den Umdrehungen des Lenkrads und dem Einschlagen der Vorderräder. Für einen geringeren Lärmpegel soll die aktive Geräuschminderung ANC sorgen. Drei Mikrofone registrieren Lärmfrequenzen im Innenraum und kontrastieren sie durch gegenläufige Klangemissionen. Neu ist eine zweigeteilte 180-Grad-Frontkamera, welche die Übersicht an schlecht einsehbaren Kreuzungen oder beim Ausparken verbessern soll. Weitere Helferlein sind unter anderem ein adaptiver Tempomat mit Auffahrwarnsystem, ein Quereinparkassistent, Gurtairbags im Fond und ein Totwinkelwarner.

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An der Frontpartie lässt sich der US-Einfluss nicht leugnen Foto: Ford

Edle Gefühle

Eine erste kurze Sitzprobe im Ford Edge zeigt, wie sehr man sich Mühe gibt, eine Premium-Anmutung zu erreichen. Obwohl es sich noch um ein Vorserienmodell handelt, überzeugen die verwendeten Materialien. Der Fahrer blickt auf einen großen Tacho, der von zwei Monitoren flankiert wird. Wie schon beim Mondeo und dem gelifteten Focus hat Ford die Mittelkonsole entrümpelt. Zentrale Funktionen werden über einen großen Touchscreen gesteuert. Im Fond erwartet die Passagiere ein gutes Platzangebot, man sitzt aber nicht allzu hoch. Über die Köpfe spannt sich bei Bedarf ein großes Panorama-Glasschiebedach. Auffallend: Die hinteren Türen öffnen sehr weit und ermöglichen einen guten Einstieg. Im Angebot ist der Edge ausschließlich als Fünfsitzer. Stolz ist Ford auf den Kofferraum des SUVs: Hier sollen maximal 1.788 Liter hineinpassen, 146 Liter mehr als beim VW Touareg.

Auf dem richtigen Weg

Unser erstes Urteil zum Ford Edge: An ihm zeigt sich, dass Ford mit seiner aktuellen Weltauto-Strategie einen cleveren Weg fährt. Anders als beim ersten Versuch in dieser Richtung Anfang der 1990er-Jahre ist dieses Mal nicht der US-Geschmack ausschlaggebend, man denke nur an den damaligen Ford Explorer. Mit Ecosport, Kuga und Edge ist die Marke im erfolgreichen SUV-Bereich gut aufgestellt, ein Manko, das beispielsweise Opel noch aufholen muss. Ob hingegen der Edge im Premiumbereich von Audi, VW oder Volvo wildern kann, bleibt offen. Seine Gegner dürften mehrheitlich Fahrzeuge wie der Hyundai Santa Fe oder der Jeep Grand Cherokee sein. Der Erfolg des neuen Ford Edge wird aber maßgeblich von der Preisgestaltung abhängen.

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www.ford.at

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