Fiat Panda Cross: Ist das der coolste Panda?

Fiat gönnt seinem Panda Cross 2014 eine knallige Offroad-Optik und verbesserte Gelände-Fähigkeiten. Das alles hat aber seinen Preis. Aber er zahlt sich aus.

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Mit diversen Maßnahmen hat Fiat an der Geländegängigkeit des Panda gearbeitet Foto: Fiat

Die "Cross"-Version der dritten Panda-4x4-Generation bietet einen gehörigen Extra-Schuss Offroad-Tauglichkeit, ein grell-buntes und ziemlich hippes Gelände-Make-up und ein klein wenig mehr Leistung. Das alles kommt zu einem deutlich höheren Preis. Der unübliche Mix aus winzigem City-Flitzer und talentiertem Kletter-Max hat dennoch seinen Reiz und wenn ihr euch fragt, wer sowas eigentlich braucht (außer den stylischen, urbanen Twens, die Fiat in seinem Werbefilm in den Panda Cross steckt), dann antwortet ihnen Fiat-Pressesprecher Florian Büngener damit, dass sich der Cross vor allem bei Berg- und Weinbauern allergrößter Beliebtheit erfreut, weil er überall durchkommt, aber leicht genug ist, um nicht die halbe Ernte zu zerstören.

Offroad-Optik schick und nützlich

Die coole Optik dürfte den meisten Bauern ziemlich gleich sein, dabei gewinnt der Panda Cross durch die Änderungen an Front und Heck durchaus auch an Hochwertigkeit. Besonders auffällig: der neue Unterfahrschutz mit zwei rot lackierten Abschleppösen und LED-Tagfahrlicht sowie die neu gestalteten Scheinwerfer mit integrierten Nebelscheinwerfern. Die Änderungen an den Enden des Panda helfen im Gelände genauso weiter wie die Höherlegung um neun Millimeter, Ganzjahresreifen im Format 185/65 R15 und die Stahlprotektoren am Unterboden.

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Der Fiat Panda Cross hat je nach Motorisierung eine Bodenfreiheit von 158 bis 161 Millimeter Foto: Fiat

Echte Werte fürs Gelände

Der neue Panda Cross erreicht nun eine Bodenfreiheit von 161 Millimetern, seine maximale Steigfähigkeit liegt bei 70 Prozent und die maximale seitliche Neigung bei 55 Prozent. Dazu hat er einen Böschungswinkel von 24 Grad vorne und 34 Grad hinten sowie einen Rampenwinkel von 21 Grad. Und noch ein Wert, der Offroad-Junkies interessieren dürfte: Dank des höhergelegten Ansaugtraktes liegt die Ansaugöffnung nun bis zu 739 Millimeter über dem Boden, was vor allem bei Wasserdurchfahrten hilfreich ist.

Allradsystem mit neuen Features

Das Allrad-System übernimmt der Panda Cross vom 4x4, das heißt, es gibt ein elektro-hydraulisches Mittendifferenzial und ein elektronisches Sperrdifferenzial, welches das ESP nutzt, um im Bedarfsfall einzelne Räder abzubremsen und die Kraft auf die Räder mit guter Haftung umzuleiten. Zusammengeführt werden diese Features in der neuen Terrain Control, die über ein Rädchen zwischen den Vordersitzen gesteuert wird. Im Auto-Modus gehen 98 Prozent der Kraft an die Vorderräder. Die Hinterachse wird nur zugeschaltet, wenn Schlupf entdeckt wird. Bis zu 100 Prozent des Drehmoments können dann nach hinten wandern. Im Offroad-Modus (bis 50 km/h) sind Vierradantrieb, Sperrdifferenzial und automatische Drehmomentverteilung permanent aktiviert. Und dann gibt es noch einen neuen Hill-Descent-Modus, der bis zu einer Geschwindigkeit von 15 km/h bei steilen oder schwierigen Abfahrten hilft. Hier muss der Fahrer wirklich nur lenken. Die Elektronik erledigt den Rest.

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In der Stadt gefällt der Panda Cross mit guter Wendigkeit Foto: Fiat

Lauter und rauer Diesel

Für Vortrieb sorgen im Fiat Panda Cross 2014 entweder der TwinAir-Zweizylinder-Turbo-Benziner mit Sechsgang-Schaltung oder der 1,3-Liter-Multijet-Diesel, der mit fünf Gängen auskommen muss. Beide wurden leicht überarbeitet und leisten mit 90 beziehungsweise 80 PS jeweils fünf PS mehr als in anderen Panda-Varianten. Auf meiner Testroute durfte ich mit den 190 Newtonmetern des Turbodiesels vorlieb nehmen. Er bringt den Panda Cross relativ ordentlich, wenn auch nicht ausufernd schnell voran und ist dabei zu jeder Zeit ein ziemlich rauer und lauter Begleiter, dem vor allem auf der Autobahn ein sechster Gang gut zu Gesicht stehen würde.

Wendig, leichtgängig, komfortabel

Der Rest des Panda Cross-Fahrerlebnisses gleicht in etwa dem im Panda 4x4. Das Auto ist sehr wendig, überzeugt mit guter Traktion und federt ausgesprochen komfortabel. Die Bedienung des Fahrzeugs geht leicht von der Hand und der Innenraum wartet mit extra für den Cross entwickelten Stoffen und Farben auf. Dazu ist der Offroad-Panda - wie es sich für ein Topmodell gehört - schon serienmäßig gut ausgestattet. Eine Klimaanlage sowie das Blue&Me-Entertainmentsystem samt Bluetooth-Freisprecheinrichtung und USB-Anschluss gibt es wie ein Lederlenkrad ab Werk.

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Das Armaturenbrett des Panda Cross schimmert bronzefarben. Sonderlich hochwertig wirkt es nicht Foto: Fiat

Der Preis lässt grübeln

Damit wären wir beim Preis des neuen Fiat Panda Cross angelangt, der den bis dahin wirklich guten Eindruck etwas schmälert. Die offiziellen Preise für Deutschland lassen zwar noch auf sich warten, aber um die 19.500 Euro wird man mindestens berappen müssen, wenn man den kleinen Geländegänger ab Oktober vom freundlichen Fiat-Partner in Empfang nehmen möchte. Das sind immerhin fast 3.700 Euro mehr als für den Panda 4x4. Das Glück des Cross ist, dass er kaum Konkurrenz zu fürchten hat. Lediglich der ab 15.190 Euro teure Suzuki Jimny dürfte ähnliche Bedürfnisse ansprechen. Der hoppelt allerdings schon seit 1998 durch die Gegend.

Wertung

 

Der Fiat Panda Cross beantwortet mit seiner Mischung aus Stadtflitzer und Geländewagen womöglich eine Frage, die nicht wirklich viele Leute stellen werden. Allerdings sind seine Fähigkeiten sowohl in die eine, als auch in die andere Richtung hervorragend ausgeprägt. Außerdem stiehlt er mit seiner fast schon übertriebenen Offroad-Optik nicht nur den anderen Panda-Varianten die Show. Ein sehr cooles, praktisches und vielseitiges Vehikel - zu einem ziemlich selbstbewussten Preis.

+hohe Geländetauglichkeit, komfortables Fahrwerk, schicke Optik
-lauter und zäher Motor, billige Haptik, hoher Preisaufschlag

  • Antrieb

     70%
  • Fahrwerk

     75%
  • Karosserie

     70%
  • Kosten

     65%

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