Werners Auto-Blog: So stehen Sie richtig

Unlängst auf der Stadtautobahn: Es schüttet, und ich "fahre" auf einem Abschnitt, wo seit 44 Jahren Tempo 80 gilt. An dieser Stelle herzlichen Dank für die Info auf der Überkopfanzeigetafel: "Achtung, Regen! 80 km/h"?

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Fahren im Regen - von wegen ... Foto: Tanawut Punketnakorn/iStock/Getty Images Plus/Getty Images

Eine lebensnotwendige Info, sonst hätte ich glatt vergessen, dass ich bei Wolkenbruch den Scheibenwischer einschalten muss. Gefrotzelt fühle ich mich zudem, weil ich zu diesem Zeitpunkt im Stau stehe und ich die Zahl "80" maximal mit meinem steigenden Puls überschreite. Dann meldet mir auch noch mein Navi, dass vor mir ein Stau sei: "Fahren Sie bitte ab." Zu spät – bin mittendrin.

15 Minuten später erklärt die Dame vom Verkehrsfunk, dass ich diesen Abschnitt meiden soll und wünscht mir "Gute Fahrt". Während ich den Kariesbefall des dicht auffahrenden Hintermanns in meinem Rückspiegel zu erkennen glaube, wird mir eines klar: Wir denken über selbstfahrende Autos nach, über digitale Vernetzung der Pkw, haben Internet im Fahrzeug, schaffen es aber derzeit aber nicht einmal, Verkehrsinfos rechtzeitig an den Autofahrer weiterzuleiten. So wird aus einer"selbstfahrenden" eine "selbststehende" Zukunft.

Werner Christl
Motor-Ressortleiter Werner Christl Foto: Weekend Magazin

Autos sind seine Leidenschaft. Diese hat Werner Christl, der studierter Pädagoge ist, zu seinem Beruf gemacht. In seinen Betrachtungen und Kommentaren widmet sich der langjährige Motor-Ressortleiter des Weekend Magazins den täglichen Herausforderungen im Leben eines Autofahrers.

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