EuroNCAP-Crashtest: Renault Mégane fährt gegen die Wand!

Beim alljährlichen Crash-Test kommt die Wahrheit ans Licht: Was hält der Wagen wirklich aus? Soviel vorweg: Für den Renault Mégane gab's Blech.

Schlechte Note für Renault Mégane, VW Golf Sportsvan brilliert_6 - Cover
Der Renault Mégane erhielt nur drei EuroNCAP-Sterne. Beim Frontalaufprall ist jedoch alles in Ordnung Foto: euroncap.com

Die meisten Autokäufer sind zwar preissensibel, doch wenn es um Sicherheitsfeatures geht, sind viele bereit, etwas mehr auszugeben. Das ergab kürzlich eine Studie der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK). Wie sicher ein Auto aber im Fall eines Crashs ist, geht aus keiner Untersuchung so gut hervor, wie aus den regelmäßig veröffentlichten EuroNCAP-Crashtests. Nun wurden wieder sechs verschiedene Fahrzeuge gegen die Wand gefahren.

Schlechte Noten für Schwellenländer-Autos

Ein Schwerpunkt lag diesmal auf Fahrzeugen, die vor allem für die Schwellenländer gedacht sind. Dazu gehören der Citroën C-Elysée und sein baugleicher Zwilling Peugeot 301. Mit nur drei von fünf Sternen erreichten sie kein berauschendes Resultat. Kritisiert werden vor allem gefährliche Strukturen des Armaturenbretts sowie die hohe Belastung des Brustkorbs beim seitlichen Pfahlaufprall, der die Kollision mit einer Laterne oder einem Baum simuliert. Auch war der Schutz vor dem Schleudertrauma im Fall eines Heckaufpralls auf den Rücksitzen schlecht.

MG 3: Airbags werden durchschlagen

Der in Großbritannien angebotene Kleinwagen MG 3 der zum chinesischen Hersteller Shanghai Automotive Industry gehörenden Marke MG erhielt ebenfalls nur drei Sterne. Auch hier enttäuschten die hinteren Kopfstützen, die die Fondpassagiere bei einem Heckaufprall nicht ausreichend schützen. Geringe Punktzahlen gab es auch hier wieder für die gefährlichen Stellen am Armaturenbrett. Hinzu kommt, dass die Frontairbags nicht gut genug aufgeblasen werden - so schlägt der Kopf durch den Airbag hindurch.

Schlechte Note für den Mégane

Doch auch der hierzulande verkaufte Renault Mégane bekam nach den neuen Testvorschriften des Jahres 2014 nicht mehr Sterne als die Schwellenländer-Autos. Zu den Problemstellen, an denen mit ernsten Verletzungen zu rechnen ist, gehören der Brustkorb beim Pfahlaufprall und der Nacken der Fondpassagiere beim Heckcrash. Außerdem bemängeln die Experten, dass ein Gurtwarnsystem zwar serienmäßig ist, doch die Warnung erfolgt in Textform und ist nicht in allen Sprachen verfügbar. Ohne diesen Mangel hätte der Mégane vier Sterne erhalten, so die Tester - das zeigt, wie streng die Maßstäbe inzwischen sind.

Lob für den Sportsvan mit seinem Notbremssystem

Dagegen schnitt der VW Golf Sportsvan mit fünf Sternen hervorragend ab. Zum guten Ergebnis trug das automatische Notbremssystem bei. Das serienmäßige, bei Landstraßentempo wirkende System wurde von den EuroNCAP-Fachleuten getestet und erfüllte seinen Zweck gut. Schlechter als der Sportsvan schnitt der Ford Tourneo Courier ab. Der auf dem Fiesta basierende Kleintransporter erzielte vier Sterne. Die Kritik konzentrierte sich auf die eher schlecht schützenden Kopfstützen vorne und hinten.

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