Renault Eolab: Ein Liter Verbrauch pro 100 Kilometer!

Bisher hat man sich bei Renault auf Elektrofahrzeuge konzentriert. Ein Renner wurde bislang nicht daraus. Nun will man die Hybridtechnik angehen. Die neue Studie Eolab zeigt, wie das aussehen könnte!

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Das Auto wird von Renault ins Kleinwagen-Segment einsortiert Foto: Renault

Gefördert vom französischen Staat, hat Renault in den letzten Jahren voll auf den Elektroantrieb gesetzt. Fahrzeuge wie der Twizy, der Zoe oder auch der Kangoo Z.E. sollten Lust auf emissionsfreie Mobilität machen. Ein Renner sind die E-Mobile aber bisher nicht. Nun konzentriert sich Renault auf Hybridfahrzeuge: "Z.E. Hybrid"-Modelle sollen in den kommenden Jahren das Angebot der rein elektrischen "Z.E."-Modelle ergänzen. Den Anfang macht die Studie Eolab, die auf dem Pariser Autosalon (4. bis 19. Oktober 2014) debütiert. Die Kleinwagen-Studie soll mit nur einem Liter Super pro 100 Kilometer auskommen, was 22 Gramm CO2 pro Kilometer entspricht. Möglich macht das ein neuer Hybridantrieb, kombiniert mit Leichtbau und ausgefeilter Aerodynamik.

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Weitere Features: Monitore statt Außenspiegel und ein zweigeteiltes Display vor dem Fahrer Foto: Renault

Bis zu 60 Kilometer rein elektrisch

Schlüsselelemente des Antriebs sind ein 78 PS starker Dreizylinder-Benziner mit 1,0 Liter Hubraum und 95 Newtonmeter Drehmoment sowie ein Elektromotor mit 40 Kilowatt oder 54 PS und 200 Newtonmeter. Der E-Motor bezieht seine Energie aus einer Lithium-Ionen-Batterie, die 6,7 Kilowattstunden speichern kann. Der Stromspeicher erlaubt bis zu 60 Kilometer rein elektrisches Fahren, die Höchstgeschwindigkeit im Elektromodus liegt bei 120 km/h. Eine Besonderheit ist das Drei-Stufen-Getriebe, das die Kraftübertragung übernimmt. Die Gangwechsel erfolgen automatisch, es handelt sich aber weder um ein CVT- noch um ein Doppelkupplungsgetriebe. Das Getriebe funktioniert ohne Kupplung - laut Renault wird das durch eine spezielle Steuerungseinheit möglich. Die beiden ersten Fahrstufen sind an den Elektromotor gekoppelt, die dritte Stufe an den Verbrennungsmotor. Vor Fahrtantritt kann man zwischen Kurz- und Langstreckenmodus wählen. Bei Langstreckenfahrten arbeiten Benzin- und Elektromotor zusammen, dagegen schaltet sich das Verbrennungsaggregat bei Kurzstreckenfahrten erst ab 120 km/h hinzu.

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Diverse Anzeigen sollen dem Fahrer das Energiesparen erleichtern Foto: Renault

400 Kilo leichter als ein Clio

Einen wesentlichen Beitrag zur hohen Effizienz des Eolab leistet sein geringes Gewicht von nur 955 Kilo. Im Vergleich zu einem Renault Clio ist die Studie damit rund 400 Kilogramm leichter - und das trotz des rund 145 Kilogramm schweren Hybridsystems. Allein die Karosserie des Eolab wiegt 130 Kilo weniger als beim Clio. Zu den Highlights gehört das lediglich 4,5 Kilo schwere Magnesium-Dach, weitere Teile bestehen aus hochfestem Stahl oder aus Aluminium. Auch ist das Scheibenglas dünner als in der Serie, und die Heckscheibe besteht aus Kunststoff - beides spart Gewicht. Dennoch verspricht Renault zeitgemäßen Geräuschkomfort.

Ausgefeilte Aerodynamik

Auch an der Aerodynamik hat Renault gefeilt. Der Gesamtluftwiderstand - der sich bei der Multiplikation von cW-Wert und Stirnfläche ergibt - liegt mit 0,47 rund 30 Prozent unter dem Wert des Clio. Ergebnis: Bei 130 km/h Fahrgeschwindigkeit verringert sich der Verbrauch um 1,2 Liter pro 100 Kilometer. Zur Verringerung des Luftwiderstands verfügt der Eolab unter anderem über eine Luftfederung, die den Wagen ab 70 km/h um zweieinhalb Zentimeter absenkt. Außerdem fahren dann ein Spoiler sowie weitere Luftleitelemente hinter den Hinterrädern, die Verwirbelungen verhindern. Die Felgen sind im Stand offen. Beim Fahren schließt ein Mechanismus jedoch die Felgen und verringert so den Luftwiderstand. Wenn die Bremsen dadurch zu heiß werden, öffnen sich die Felgen wieder. Lediglich 15 Zentimeter breite, rollwiderstandsoptmierte Reifen komplettieren das Aerodynamikpaket.

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Die besonders leichten Sitze wurden zusammen mit dem französischen Zulieferer Faurecia entwickelt Foto: Renault

Serienreif bis 2024?

Auch für den Innenraum hat sich Renault einiges einfallen lassen, darunter ein drehbares Display für die Mittelkonsole oder diverse Anzeigen, die beim Energiesparen helfen. Insgesamt stecken laut Hersteller nahezu 100 umsetzbare und erschwingliche Innovationen in der Studie, die Schritt für Schritt Einzug in die Serie halten sollen. Das Ziel: ein technisch ähnliches Serienfahrzeug für breite Käuferschichten in den kommenden zehn Jahren.

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