Ein Japaner in Tirol - der neue Honda CR-V im Fahrbericht

Im landschaftlich wunderschönen Tirol ließ uns Honda das neue Aushängeschild der Marke - den nagelneuen CR-V - testen. Der ist wieder ein spannendes SUV geworden und konnte bei der ersten Ausfahrt vollends überzeugen. Warum mit dem neuen CR-V auch eine Motoren-Ära bei Honda zu Ende geht und eine andere beginnt lesen Sie im folgenden Artikel.

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Foto: Weekend Magazin/Lukas Steinberger
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Bevor wir uns dem CR-V widmen sei noch ein kleiner Sidestep erlaubt. Wie schon erwähnt, ist Tirol landschaftlich wunderbar und gerade SUVs lassen sich dort perfekt in Szene setzen. Leider ist es auch das heilige Land der Tempolimits. Kaum überquert man die Grenze Salzburg-Tirol wird man mit 80/60/80 bombardiert. Das sind in der Autofahrerwelt aber keine Idealmaße. Die ständigen 80er und 60er sind eigentlich richtig nervig. Aber damit muss man als Autofahrer eben leider leben.

Damit auch schon zum neuen Honda CR-V. Die fünfte Generation des SUV tritt ein gewaltiges Erbe an, erschien doch der erste seiner Art bereits 1995. Für Honda ist das Auto ein Bestseller und in 54 Märkten das meistverkaufte SUV. In Europa sind 24 Prozent aller Hondas CR-Vs – in Österreich sogar 30 Prozent. Diese Erfolgsstory will der Neue mitschreiben und sogar ausbauen. 

Motor und Design

So mutig der neue CR-V in die neuen Zeiten startet, so mutig ist auch Honda. Die Japaner bieten nämlich erstmals in der langen Geschichte des SUV keinen Dieselmotor mehr an. Und das, obwohl im neuen Civic ein tadelloser neuer Dieselmotor werkt, der die Euro 6d temp Abgas-Schwelle ohne SCR-Kat schafft und den wir auf unserer Reise nach Tirol mit nur rund 5,1 Litern hin und zurück bewegten. Die Antwort auf diese Frage gab uns Honda Technical Advisor Kotaro Yamamoto. Der neue Motor schafft Euro 6d temp in einem Civic Chassis, aber nicht in einem CR-V. Damit war alles klar. Außerdem haben wir den Diesel nicht vermisst, denn der 1,5 Liter VTEC-T Benziner des neuen CR-V liefert ordentlich Performance. Den Motor gibt es in zwei Leistungsstufen. Die 173 PS sind rein für Fahrzeuge mit manueller 6-Gang-Schaltung. Die automatikgetriebenen CR-Vs bekommen 193 Pferdestärken spendiert. Für alle, die den Diesel vermissen, wird es im Jänner 2019 spannend. Da kommt nämlich der „Ersatz“ für den Selbstzünder – ein neuentwickelter Hybridmotor. Das Außendesign wurde sanft adaptiert. Vor allem die Front wirkt um einiges bulliger und sportlicher, aber auch das Heck wurde ordentlich geschärft. Der neue CR-V steht selbstbewusst auf seinen Felgen. Allradantrieb ist, bis auf das Einstiegsmodell, für alle Ausstattungsvarianten erhältlich.

Innenraum und Cockpit

Auf knapp 4,6 Meter Gesamtlänge schafft Honda ein mehr als ordentliches Raumangebot. Der CR-V ist als Fünf- oder Siebensitzer zu bestellen und bietet einen stark variablen Innenraum, der viel Platz für alle Insassen ermöglicht. Das Cockpit ist klar und aufgeräumt, erinnert aber stark an den Civic. Die dreigeteilte Tachoeinheit, das Infotainment in der Mitte und die Schalteinheit sind sehr ähnlich. Die Materialien sind hochwertig, vor allem in der Executive Top-Ausstattung. Ein Head-Up-Display zeigt alle wichtigen Infos im Blickfeld des Fahrers an. Rückfahrkamera und Parksensoren machen einen soliden Job. Einzig das Infotainmentsystem wirkt leider etwas altbacken, lässt sich aber mit Apple CarPlay und Android Auto sozusagen pimpen. Ein Lobeslied auf die Honda-Ingenieure singen wir, weil es einen Drehknopf für die Lautstärke gibt – dies erspart viel getouche (am Touchscreen) und getippe (am Lenkrad). In Zeiten der „Digitale Natives“ wurde auch an die Kinder gedacht. USB-Anschlüsse gibt es jetzt auch hinten und auf Wunsch eine Sitzheizung für den Nachwuchs auf den Rücksitzen. Für Sicherheit sorgt das serienmäßige Sicherheitspaket namens Honda-Sensing. Dieses vereint die wichtigsten Assistenten und sorgt dafür, dass der Fahrer auf Wunsch perfekt unterstützt wird. Weitere Assistenten sind optional.    

Fahrimpressionen

Nach all den schönen Daten und Fakten durften wir Platz nehmen und dem CR-V auf den Zahn fühlen. Das kompakte SUV fährt sich wirklich gut, das Fahrwerk federt Unebenheiten gut weg und sorgt für ausreichend Komfort. Der Motor ist leise und kräftig und auch das sonst bei Europäern oft gefürchtete CVT-Automatikgetriebe hält sich mit Jaulorgien zurück. Es gänzlich wegzutrainieren wird nie klappen, aber das im CR-V verbaute ist definitiv eines der leiseren seiner Gattung. Dank des Turbomotors kommt es aber zu einer leichten Verzögerung beim Kickdown und beim Anfahren. Eine Eigenheit, die wir in letzter Zeit bei automatikgetriebenen Fahrzeugen aller Marken öfter beobachten, sei es Wandlerautomatik, Doppelkupplung oder eben wie beim CR-V ein CVT-Getriebe. Spritziger unterwegs ist man mit der manuellen Schaltung (trotz 20 PS weniger) – komfortabler ist aber die Automatik. Zum Verbrauch lassen sich nach den kurzen Testfahrten keine zuverlässigen Angaben machen – Honda gibt offiziell einen kombinierten Verbrauch zwischen 6,3 Liter (Manuell) und 7,1 Liter (Automatik) an (Gemessen nach dem neuen Verbrauchszyklus WLTP - ausgewiesen zur leichteren Vergleichbarkeit im alten Zyklus NEFZ). Alles in allem hinterlässt der neue CR-V einen sehr ausgewogenen Eindruck, denn auch Kurven lassen sich gut meistern.

Fazit

Was bleibt von zwei Tagen mit dem CR-V in Kitzbühel? Ein grundsolides Auto mit allen wichtigen Sicherheitsfeatures, einem kräftigen Motor mit zwei Leistungsstufen und viel Platz im Innenraum. Honda liefert in seinen Kernkompetenzen perfekt ab ohne allerdings zu überraschen – vorerst. Denn wirklich spannend wird das neue Motorenkonzept mit Hybrid Motor. Der soll laut Honda Technical Advisor Kotaro Yamamoto hauptsächlich elektrisch fahren – der Benzinmotor dient im wesentlichen als Range-Extender. Wer bereits jetzt zuschlagen will, bekommt den reinen Benziner in vier Ausstattungsvarianten ab Oktober zu einem Einstiegspreis von rund 30.000 Euro (genaue Preisangaben fehlen noch). 

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