Werners Auto-Blog: Ladendieb an der Tankstelle

Was tut man, wenn ein E-Auto ungefähr so viel Spannung hat wie eine Aufzeichnung eines faden Fußballspiels, das man schon gesehen hat? Man fährt so wie ich zu Schnellladestationen auf der Autobahn. Das Problem: Eine von zweien wird von einem Wirrkopf als Parkplatz missbraucht!

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Alle Schnellladestationen besetzt - da ist der Fahrer schon "geladen" Foto: seksan mongkhonkhamsao/iStock/Getty Images Plus/Getty Images

Wie sich später herausstellte, stand das E-Auto schon den ganzen Tag. An dieser Stelle sei erklärt, dass Schnellladestationen – logo – schnell in unter einer Stunde laden. Nebenan sind gefühlte Millionen Parkplätze frei. Nachdem die zweite Tanke ebenfalls besetzt war, hieß es warten. Dann die elektronische Tankkarte gezückt und schon ... geht nix. Also beim Ladestationsbetreiber anrufen. Hallo ... nein, ja ... aha die Karte geht also ... aha, die Station rebooten?

Nachdem per Fernwartung zielsicher die andere besetzte E-Zapfsäule rebootet wurde, kommt auch die betroffene dran. Karte hinhalten – na geht doch! Leicht gestresst will ich nach dem Laden den Stecker ziehen. Doch mein Auto gibt ihn nicht her! Aufsperren, zusperren, dazwischen fluchen, Zündung an, dann aus, wieder fluchen – nix hilft. Also Beschreibung raus. Auf Seite 7777 steht dann: "Notfalls lösen Sie im Motorraum mittels Notentriegelungsknopf den Stecker." 

Fazit: E-Autos werden alltagstauglich, und die Infrastruktur ist ausbaufähig. Aber "Ladendiebe", die an der E-Tankstelle dümmlich parken, verhindern im Grunde die Entwicklung der E-Mobilität.

Werner Christl
Motor-Ressortleiter Werner Christl Foto: Weekend Magazin

Autos sind seine Leidenschaft. Diese hat Werner Christl, der studierter Pädagoge ist, zu seinem Beruf gemacht. In seinen Betrachtungen und Kommentaren widmet sich der langjährige Motor-Ressortleiter des Weekend Magazins den täglichen Herausforderungen im Leben eines Autofahrers.

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