Der Kia e-Niro im Weekend-Test: Ein Langstreckenläufer!

Die Koreaner kämpfen gegen die Reichweitenangst bei E-Autos und spendieren dem e-Niro in der Langstreckenversion eine Batterie mit 64 kWh. Die reicht laut WLTP für bis zu 455 Kilometer. Ob diese Angabe stimmt oder ob die Kilometer schmilzen wie ein Eis in der Sommersonne, verrät ein ausführlicher Fahrbericht.

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Foto: Weekend Magazin/Steinberger-Weiß
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Vertraut und doch irgendwie anders ist der e-Niro, als wir ihn in Empfang nehmen. Das Auto selbst kennen wir als Hybrid und Plug-In-Hybrid. Bei der E-Version wurden allerdings optisch Akzente gesetzt, die den e-Niro sofort als E-Auto durchgehen lassen. Der Kühlergrill ist geschlossen und beheimatet die Ladebuchse – blaue Streifen vorne wie hinten sollen den umweltfreundlichen Charakter des Niro unterstreichen. Alles in allem kommt aber sofort wieder Niro-Feeling auf, diesmal lediglich ohne Motorengeräusch.

Technik und Fahrleistungen

Der 204-PS-starke E-Motor leistet 395 Nm, die sofort zur Verfügung stehen. Damit sind die Vorderreifen (e-Niro ist nur als 2WD erhältlich) manchmal überfordert und drehen bei schnellen Beschleunigungsorgien durch. Daher heißt es, gut dosieren, obwohl man bei einem E-Auto natürlich gerne mal so richtig Strom gibt. Sanftes Beschleunigen wirkt sich auch definitiv besser auf die vorhandene Reichweite aus, die bei 100 Prozent Ladung vom Auto mit rund 450 Kilometern angegeben wird. Und die sind durchaus realistisch, wenn man sich eben mit Beschleunigungsorgien zurückhält und auf der Autobahn maximal mit 120-130 km/h unterwegs ist. Besonders sparsam fährt es sich in der Stadt und auf Landstraßen. Auch Verbraucher wie die Klimaanlage knabbern ein wenig an der Reichweite, bei knapp 40 Grad Saharahitze im Juni wollen wir sie aber definitiv nicht missen und wenn nur eine Person mit dem Auto unterwegs ist, hilft die „Driver-only“-Taste, den Verbrauch zu senken. Generell ist es spannend zu beobachten, wie sich die Restkilometeranzeige verändert, wenn unterschiedliche Verbraucher zugeschaltet werden. Angst haben muss man allerdings nie, denn die 64 kWh Batterie ist wirklich ausreichend dimensioniert und bei entprechender Fahrweise sind 400 Kilometer+ mit dem Auto auch wirklich drin. Und wenn es mal recht leer ist, reichen rund 45 Minuten an der 50 kW Schnelladestation (CCS) für 80 Prozent Ladung. Bis 100 Prozent dauert es, je nach Ausgangsladezustand, an der Schnelladestation bis zu 2 Stunden. An der Haushaltssteckdose schaffte der e-Niro in etwa 100 Kilometer nach acht Stunden Aufladezeit bei uns in der Redaktion. Die Fahrleistungen des e-Niro sind eher auf der komfortableren Seite. Kurvenfresser ist er trotz der guten Balance (die Batterien sind am Unterboden befestigt) nicht. Dafür bügelt er Unebenheiten gut weg und schont die Bandscheiben. 

Innenraum und Platz

Hier gibt es bekannte Kost aus dem Konzernregal, man findet sich sofort zurecht. Einzig die Designentscheidung, den Fahrmodusdrehschalter freischwebend in die Mittelkonsole zu platzieren, fanden wir etwas weniger gelungen. Denn dahinter ist ein tiefer Abgrund zu finden, der aber eine zusätzliche Ablagefläche bietet. Das 8-Zoll-Infotainmentsystem ist am Puls der Zeit und verträgt sich mit Android Auto, sowie Apple CarPlay. Ansonsten finden sich viele Knöpfe auf der Mittelkonsole, nach etwas Einarbeitungszeit trifft man meist die richtigen. Auf den hinteren Plätzen herrscht Großzügigkeit. Es ist genug Platz im knapp 4,4 Meter langen SUV. Der Kofferraum ist mit 451 - 1.405 Liter ausreichend dimensioniert. 

Fazit

Der e-Niro ist ein hervorragend ausgestattetes Eletroauto mit viel Reichweite, guter Ausstattung, Schnellladung bis 100 kW und ausreichend Platz. Preislich startet er als Kurzstreckenversion (136 PS, 253 km Reichweite) bei EUR 37.990.-. Unser Testwagen als Long-Range-Version in Platin Ausstattung mit allem Drum und Dran kostet dann allerdings bereits rund 50.000 Euro. Dafür bekommt man aber auch ein kompaktes E-SUV ohne Reichweitenprobleme und überkompletter Ausstattung. Dazu gibt es, wie bei Kia gewohnt, 7 Jahre Garantie.  

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