Der Herr der Ringe: Luxusliner Audi A8

Die Reise mit dem 258 PS-starken Dreiliter-Diesel ist komfortabel und sportlich zugleich. Beachtlich für eine fast zwei Tonnen schwere Limousine – von 0 auf 100 in 5,9 Sekunden. Der Audi A8 im Test.

Audi A8
Foto: PERMANENTMOMENTS FOTOGRAFIE/MAYR

Mit einer Länge von 5,14 Meter und knapp zwei Metern Breite ist der ­Ingolstädter wirklich ein verdammt großes Auto. So richtig kommen ­diese Maße und das voluminöse Platzangebot aber erst zur Geltung, wenn man drinnen sitzt – oder beim Rangieren. Unser Testauto war gottlob mit vielen verlässlichen Helferlein ausgestattet. Dank Park-Assistent und Umgebungskameras lässt sich der Audi A8 präzise manövrieren und einparken. Die automatische Einparkhilfe leistet hervorragende Arbeit. Auch die anderen Assistenzsysteme wie Kollisionswarner, adaptiver Tempomat oder Spurhalteassistent machen einen guten Job. Diese netten Spielereien schlagen sich natürlich auch beim Preis nieder. Die Reise im Audi A8 beginnt bei 88.246 Euro, für unser Testauto muss man schon etwas tiefer in die Tasche greifen – 134.263,79 Euro schlagen hier zu Buche.

Audi A8
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Die Fahrt mit dem Riesen

Der "Automatic"-Modus passt für die meisten Fahrsituationen. Wählt man "Dynamic", mutiert der A8 zur Sportlimousine und die serienmäßige Luftfederung schluckt nahezu jede Fahrbahn-Unebenheit. Lästige Dieselgeräusche? Fehlanzeige! Der Motor ist selbst bei hoher Geschwindigkeit kaum hörbar. Auch Wind- und Reifen-Abrollgeräusche bleiben draußen. Die fast zwei Tonnen Masse sind natürlich während der Fahrt spürbar, doch im Kurvenausgang nimmt der Deutsche dank Allrad sofort wieder Fahrt auf. Absolut top ist der Antrieb. Der Dreiliter-V6-Turbodiesel und die achtstufige Tiptronic-Automatik gehen eine perfekte Symbiose ein. Fazit: Die Luxus-Limousine Audi A8 ist der perfekte Langstrecken-Cruiser.

Audi A8
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Was sagt Simone Schinnerl (Ressortleiterin Motor)

Kein Nageln und kein Klopfen – würde es nicht schwarz auf weiß in den Papieren stehen, käme man nicht auf den Gedanken in einer Diesel-Limousine zu sitzen. Auch wenn der Audi A8 als Chauffeursauto in Manager- und Businesskreisen sehr beliebt ist – sitzt man nicht selbst hinterm Steuer, versäumt man jede Menge Fahrspaß, denn der Ingolstädter ist ein echter Kurvenstar. Auch der Schub ist nicht von schlechten Eltern – maximal 580 Newtonmeter Drehmoment verleiten gerne zu manchmal unnötigen Zwischenspurts. Mit einem durchschnittlichen Verbrauch – bei braver Fahrweise – von sieben bis acht Litern Diesel ist der knapp zwei Tonnen schwere und mehr als fünf Meter lange Riese auch kein Schluckspecht. Im Innenraum dominiert Komfort mit feinsten Materialien. Die Ledersitze und die vorderen Gurte lassen sich selbstverständlich elektrisch verstellen. Und so nebenbei können sich Fahrer und Beifahrer während der Reise auch noch massieren lassen. Ein Lob an die Konstrukteure und ­Designer – die A8-Limousine ist ein gelungener Mix aus Luxus und Sportlichkeit. Die richtige Wahl für Viel- und Langstreckenfahrer, die komfortablen Fahrspaß zu ­schätzen wissen.

+ Nachtfahrten. Die Matrix-LED-Scheinwerfer leuchten die Straße optimal aus, ohne den Gegenverkehr zu blenden.
+ Handling. Der Audi A8 ist trotz seiner Größe auch sportlich und ein guter Kurvenzirkler.
- Parkplatzsuche. Der ist aber schon lang – für einen Zwischenstopp in der Innenstadt ist ein Chauffeur von Vorteil.

Audi A8
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Was sagt Werner Christl (Redaktion)

Kurzfristig habe ich mir doch glatt überlegt, in den A8 einzuziehen. Einfach meine Kunstleder-Wohnzimmercouch gegen die edlen Ledersitze mit Massagefunktion und Sitzbelüftung einzutauschen. Zudem klingt meine Stereoanlage grausam, verglichen mit der BOSE Surround-Anlage des Deutschen. Ganz zu schweigen davon, dass mein Wohnzimmer nicht fährt und schon gar nicht in 5,9 Sekunden auf 100. Trotzdem hat sich der Umzug dann doch als zu schwierig erwiesen, da die 88.000 Euro am Konto fehlten und meine Frau den nicht vorhandenen Kühlschrank bekritelte. Im Ernst, der Audi A8 reiht sich nahtlos zwischen BMW 7er und Mercedes S-Klasse ein – es wäre schon fast vermessen, an einem A8 herumzunörgeln. Der Unterschied zu BMW oder Mercedes liegt eher in den Vorlieben des Einzelnen. Eingefleischte Freunde des Heckantriebs treffen auf "Quattrofonie" – so oder ähnlich laufen die Diskussionen ab. Der A8 gehört auch mit dem neuen Modell zur absoluten Oberklasse. Klar gibt es Autos, die im Schnitt weniger als 7,3 Liter verbrauchen, aber kaum einen mit derart viel Bums unter der Motorhaube, 580 Newtonmeter, 5,14 Meter Länge und einen, der technisch heute schon in der Zukunft fährt. Im Gegenteil: angesichts des Gewichts geht Audis Großer durchaus als Sparefroh durch. Die 134.000 Euro Endpreis mit monströser ­Ultra-Ausstattung sind trotzdem kein Brösel.

+ Handling. Totz seiner 5,14 Meter Länge lässt sich der A8 durchaus wendig bewegen –und Kurven frisst er ohnhin sehr gut.
+ Langstrecken. Der A8 lässt Langstrecken schrumpfen. Besser sitzen, besser ­fahren geht fast nicht.
- Kühlschrank. Kühlschrank, Bade­wanne sind nicht vorhanden – ansonsten könnte man glatt einziehen.

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www.audi.at

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