Werners Auto-Blog: Dashcams - Spion an Bord?

Dashcams, also jene Kameras, die den Mittelfinger deutenden Drängler vom eigenen Auto aus aufnehmen sollen, sind verboten. Na ja, zumindest zum Teil! Man darf sie kaufen, aber nicht verwenden. Vor Gericht jedoch kann ein solches Filmchen theoretisch zugelassen werden, wobei man aber gleichzeitig für die Verwendung bestraft werden kann.

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Haben das die Autofahrer wirklich noch gebraucht? Foto: Toa55/iStock/Getty Images Plus/Getty Images

Das klingt zwar leicht plemplem, ist aber im Grunde wirklich so. Wobei: Für rein private Zwecke – also Aufnahmen der schönen vorbeiziehenden Landschaft sind erlaubt. Solange nix darauf zu sehen ist, was gegen das Datenschutzgesetz verstößt.

In vielen Ländern Europas wie Italien oder Frankreich sind Dashcams übrigens erlaubt, und wer beim Taxifahren etwas näher hinsieht, findet schon mal eine derartige Dashcam. Allerdings nicht für den Agro, der mit dem Baseballschläger aus dem anderen Auto winkt, sondern für (gegen) den Taxi-Fahrgast, der ausflippt! Das ist mit Auflagen sogar erlaubt!?

Aber ist es wirklich notwendig, als filmender Reserve-Sheriff unterwegs zu sein? Den Nichtblinker, Handyzombi, Reißverschlusssystemdodel, Radfahrerschneider wird wohl niemand bei Gericht anschwärzen, um dann selber aufgrund des Datenschutzgesetzes abgestraft zu werden. Zudem ist unterm Strich eine verfilmte Zukunft nicht unbedingt das Gelbe vom Ei. Es sei denn, man strebt eine Karriere als YouTube-Star in einer "Car- Crash-Compilation" an.

Werner Christl
Motor-Ressortleiter Werner Christl Foto: Weekend Magazin

Autos sind seine Leidenschaft. Diese hat Werner Christl, der studierter Pädagoge ist, zu seinem Beruf gemacht. In seinen Betrachtungen und Kommentaren widmet sich der langjährige Motor-Ressortleiter des Weekend Magazins den täglichen Herausforderungen im Leben eines Autofahrers.

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