BMW X6 ab Jahresende: Der Spritsparer wird allmählich sichtbarer

Im Dezember 2014 rollt nach sechs Jahren die zweite Generation des BMW X6 vom Band. Die Motoren arbeiten sparsamer und der Spritverbrauch wurde gesenkt. In Optik und Auftritt blieb das Auto nahezu unverändert.

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Trotz der gestiegenen Leistung wird der V8 auch noch um fast drei Liter sparsamer: 9,7 statt bisher 12,5 Liter stehen im Datenblatt Foto: BMW

Der aktuelle BMW X6 startete im Frühjahr 2008. Die coupéartige Karosserie und das massige Äußere polarisieren zwar, doch erwies sich das von Infiniti übernommene Design als Erfolgsrezept. Im Jahr 2013 wurden 2.888 Stück X6 in Deutschland zugelassen, das sind immerhin etwa halb so viele wie vom X5, mit dem er sich die Plattform teilt. Nach sechs Jahren ist es nun Zeit für einen Nachfolger. Neben einer zeitgemäßeren Optik bietet er vor allem sparsamere Motoren und moderne Technik. Auch der Kofferraum wuchs etwas. Mehr Platz als ein Kompaktklassekombi bietet das Auto aber trotz seiner immensen Außenmaße - die Länge stieg um drei Zentimeter auf 4,91 Meter, der Radstand blieb identisch - noch immer nicht. 580 bis 1.525 Liter sind es nun. Weiterer Vorteil: Nun sind fünf statt vier Sitze Serie, die Lehnen lassen sich im Verhältnis 40:20:40 geteilt umklappen. Bisher gab es im Fond zwei Einzelsitze, die Lehne war im Verhältnis 60:40 geteilt.

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Das Heck sieht auch bei der alten Version noch recht frisch aus

Wie bisher fünf Motorisierungen - plus X6 M

Zum Verkaufsstart im Dezember 2014 sind drei Motorisierungen verfügbar, zwei weitere folgen im Frühjahr 2015. Im xDrive50i arbeitet wie bisher ein V8, der nun aber 450 statt 407 PS leistet. Trotz der deutlich höheren Leistung sinkt der Normverbrauch stark, nämlich von 12,5 auf 9,7 Liter. Zum Vergleich: Der 420 PS starke Porsche Cayenne GTS braucht laut Datenblatt 10,7 Liter. Der BMW-Motor besitzt nun neben zwei Turboladern und Direkteinspritzung auch die variable Ventilsteuerung Valvetronic, was Ansprechverhalten und Durchzugskraft verbessern soll.

Sparsamerer Basisdiesel

Der Reihensechszylinder-Diesel des xDrive30d ist von 245 auf 258 PS erstarkt. Trotzdem verringert sich auch hier der Normverbrauch deutlich. Er beträgt nun nur noch 6,0 statt 7,4 Liter je 100 Kilometer. Auch hier wieder ein Vergleich mit Porsche: Der Cayenne Diesel mit 245 PS benötigt 7,2 Liter. Bereits aus dem X6-Vorgänger bekannt ist der 381-PS-Diesel mit drei Turboladern, der den M50d antreibt. Der Verbrauch wurde allerdings von 7,7 auf 6,6 Liter reduziert. Zum Frühjahr 2015 folgen der xDrive35i mit dem bekannten 306-PS-Motor sowie der xDrive40d, der ein paar PS stärker wird und nun 313 PS leistet. Allradantrieb ist bei allen X6 serienmäßig. Ein Modell mit Hinterradantrieb, wie es beim X5 angeboten wird, ist zumindest zunächst nicht geplant. Auch von einer Wiederbelebung der von 2010 bis 2011 verkauften Hybridversion ist nicht die Rede. Dagegen darf man davon ausgehen, dass ein X6 M nachgeschoben wird. Alle Motorisierungen erfüllen die Euro-6-Abgasnorm. Bei den Dieseln wird dafür ein Speicherkatalysator und ein SCR-Kat mit AdBlue-Einspritzung eingesetzt - also nicht nur eine, sondern gleich beide NOx-Reduktionstechniken.

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Ledersitze sind im X6 Serie, diese Bicolor-Ausstattung kostet 2.700 Euro Aufpreis Foto: BMW

Achtgang-Automatik mit Launch Control

Die Aggregate werden serienmäßig mit einer Achtgang-Automatik kombiniert, die auch den manuellen Eingriff über Schaltwippen ermöglicht. Darüber hinaus gibt es eine Launch-Control-Funktion für einen effektvolleren Kavalierstart. Ist per serienmäßigem Fahrerlebnisschalter der Eco-Pro-Modus gewählt, schaltet das Getriebe bei Geschwindigkeiten zwischen 50 und 160 km/h in den Segel-Betrieb, sobald der Fuß vom Gaspedal genommen wird. Ein serienmäßiges Spritsparsystem stellt im neuen X6 die Start-Stopp-Automatik dar.

Neue Fahrwerkspakete

Das Fahrwerk setzt wie beim Vorgänger auf eine Doppelquerlenker-Vorderachse und eine Integral-Hinterachse. Wie beim X5 gibt es nun drei verschiedene Fahrwerkspakete mit den Beinamen Dynamic, Comfort und Professional. Das Comfort-Paket besteht aus adaptiven Dämpfern und einer Luftfederung einschließlich automatischer Niveauregulierung für die Hinterachse. Die gleichen Elemente sind auch im Adaptiven M Fahrwerk enthalten, allerdings ist das Fahrwerk hier straffer abgestimmt. Das Dynamic-Paket enthält die Dynamic Performance Control und die aktive Wankstabilisierung Dynamic Drive. Zur Erinnerung: Bei der Dynamic Performance Control handelt es sich um ein Hinterachsgetriebe, das das Antriebsmoment in der Kurve auf das kurvenäußere Rad konzentriert. Anders als beim elektronischen Torque Vectoring wird hierbei nicht nur das kurveninnere Rad gebremst, sondern das Antriebsmoment tatsächlich anders verteilt. Das Professional-Paket schließlich kombiniert die Inhalte der anderen beiden Pakete.

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Der Touch Controller gehört zum 3.300 Euro teuren "Navigationspaket Connected Drive" Foto: BMW

Die Ausstattung

Bei der Serienausstattung fehlt nun die Dynamic Performance Control. Auf der Plus-Seite stehen die stets vorhandene Notruffunktion, die Spurverlassens- und Auffahrwarnung, sowie die nun bei allen X6 standardmäßige Zwei-Zonen-Klimaautomatik. Ebenfalls Standard sind 19-Zoll-Aluräder, Ledersitze mit Sitzheizung vorne, Tempomat, Parkpiepser hinten, eine elektrische Parkbremse, LED-Nebelscheinwerfer, Xenonlicht und ein CD-Radio mit 6,5-Zoll-LCD-Display. Optional sind adaptive LED-Scheinwerfer sowie ein schlüsselloses Zugangssystem einschließlich des berührungslosen Öffnens und Schließens der Heckklappe verfügbar. Das Navigationssystem Professional wird zusammen mit Echtzeit-Verkehrsinfos und erweiterter Smartphone-Integration für 3.300 Euro angeboten. Optional sind auch ein Head-up-Display, ein Abstandstempomat, ein Notbremssystem inklusive Staufolgeassistent, ein Nachtsichtsystem und vieles mehr erhältlich.

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