Probefahrt der anderen Art: So reist man im Auto von morgen

Was macht eigentlich der Fahrer, wenn das Auto künftig ohne sein Zutun fährt? Je näher die Ingenieure der Vision vom autonomen Fahren kommen, desto drängender wird diese Frage für die Designer. Showcars und Fahrzeugstudien liefern erste Antworten.

Zurücklehnen und genießen im XchangE von Rinspeed - Cover
Zurücklehnen und genießen im XchangE von Rinspeed Foto: APA (dpa/Rinspeed)

Wenn Mercedes-Entwickler Eberhard Kaus am Steuer der ersten autonom fahrenden S-Klasse sitzt, kann von Entspannung keine Rede sein. Das soll sich ändern, wenn Kunden vom Fahrer zum Passagier hinter dem Lenkrad werden. Die Designer arbeiten deshalb mit Hochdruck an neuen Innenkonzepten fürs Autopilot-Auto.

Eberhard Kaus in der autonom fahrenden S-Klasse - Cover
Eberhard Kaus in der autonom fahrenden S-Klasse Foto: APA (dpa/Daimler)

Das neue Fahrerlebnis

Hartmut Sinkwitz leitet die Abteilung Interieur-Design bei Mercedes und bereitet im Entwicklungszentrum Sunnyvale im Silicon Valley für die Elektronikmesse CES Anfang Januar in Las Vegas eine Studie vor, die einen Ausblick auf die übernächste Generation eines Fahrzeugs vom Format der S-Klasse geben soll.

Auto wird zum Wohnzimmer

"Man sitzt dort auf vier Einzelsesseln, die wie daheim im Wohnzimmer drehbar sind", erklärt Sinkwitz. Ist das Auto losgefahren, drehen sich Fahrer und Beifahrer nach hinten, es surrt ein Tisch mit Touchscreen-Platte herbei und man kann arbeiten, spielen oder entspannen, während draußen die Landschaft vorbei zieht.

Visionäre Skizze der Mercedes-Designer - Cover
Visionäre Skizze der Mercedes-Designer Foto: APA (dpa/Daimler)

Auto als Heimkino

Während es den Mercedes-Innenraum bis zur Premiere auf der CES nur als Skizze gibt, ist Frank Rinderknecht schon ein bisschen weiter. Der Schweizer Querdenker und Chef der Tuning-Firma Rinspeed hatte bereits im März 2014 auf dem Genfer Autosalon in der Studie XchangE einen variablen Innenraum präsentiert. Die beiden Insassen können hier die Sitz- und Blickrichtung wechseln und auf einem Monitor anstelle der Rückscheibe Filme schauen, wenn der Autopilot aktiv ist. Für den nächsten Salon im März 2014 hat er das Konzept verfeinert und den Budii angekündigt, der vor allem mit einem variablen Cockpit punkten will: Das Lenkrad wird von einem Roboterarm getragen, so können sowohl Fahrer als auch Beifahrer zum Steuer greifen.

Bordcomputer statt Fensterblick

Die Designer von Qoros haben diese Phase bereits hinter sich gelassen - zumindest bei dem Entwurf Qloud, mit dem das chinesische Unternehmen im November 2014 bei der LA Design Challenge am Rande der Autoshow in Los Angeles angetreten ist. Dort hocken die Insassen die einander zugewandt um das interaktive Hologramm des Bordcomputers.

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