Chrysler 200: Mittelklasse-Ami mit Alfa-Technik

Gar nicht mal so unansehnlich: Der neue Chrysler 200 sorgt auf der Automesse in Detroit für Aufsehen. Interessant aus europäischer Sicht ist die auch für Alfa Romeo vorgesehene Technik

Chrysler 200:
Der 200 S ist die sportliche Variante der Baureihe und wurde auch in Detroit gezeigt Foto: Chrysler

Durchaus schick für einen Ami: So ist der erste Eindruck, wenn man auf der Automesse in Detroit (noch bis 26. Januar) dem neuen Chrysler 200 begegnet. Ein neuer 200? Ja, denn das bisherige Modell war nur ein umfangreiches Facelift des 2007 vorgestellten Sebring. Auch in Europa kommt man in den zweifelhaften Genuss des bisherigen 200: Der Fiat-Konzern, zu dem Chrysler seit kurzem komplett gehört, bietet die Cabrioversion als Lancia Flavia an. Apropos Lancia: Ab 2016 wird es die Marke nur noch in Italien geben, dort wird dann der Ypsilon verkauft. Auf Nachfrage versichert Fiat, dass der Service für deutsche Lancia-Kunden auch dann gesichert bleibt.

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Beim S befinden sich die Endrohre im Heckstoßfänger Foto: Chrysler

Plattform für Alfa

Auch im neuen Chrysler 200 steckt ein gehöriger Anteil der Konzernmutter Fiat, wenngleich dieser jetzt deutlich subtiler verpackt wird. So sprechen die Amerikaner davon, dass das Chassis mit 2,74 Meter Radstand von Alfa Romeo stammt. Als ziemlich sicher gilt, dass sich der Nachfolger des Alfa 159 die Plattform mit dem Chrysler 200 teilen wird. Gleiches trifft wohl auch auf die Neungang-Automatik zu, die beim 200 serienmäßig ist und dort mit einem Drehrad in der Mittelkonsole bedient wird, wie es bei den neueren Jaguar- und Range-Rover-Modellen üblich ist.

Große Größe

Der 200 tritt in der beliebten Klasse der "mid-size sedans" an, zu der jedes sechste in den USA verkaufte Auto zählt. Allerdings ist der Begriff "mid-size" eher amerikanisch ausgelegt, denn der 200 ist 4,88 Meter lang. Sein Design beschreibt Chrysler als "zeitlos amerikanisch, basierend auf schlichter Eleganz". Wir sagen: Durchaus harmonisch, könnte aber auch glatt als Japaner durchgehen.

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Die blaue Lackierung hört auf den Namen "Vivid Blue Pearl" Foto: Chrysler

Otto für die Amis

Das 200-Motorenangebot besteht aus zwei Benzinern: einem 2,4-Liter-Vierzylinder mit 184 PS und einem maximalen Drehmoment von 234 Newtonmeter. Darüber rangiert der 3,6-Liter-Pentastar-V6 mit 294 PS und 355 Newtonmeter. Frontantrieb ist Standard, optional gibt es ein Allradsystem, welches nur bei Bedarf die Kraft auch auf die Hinterräder verteilt. Optional liefert Chrysler für US-Autos dieser Klasse ungewöhnlich viele Assistenzsysteme, darunter einen Abstandsregler mit kompletter Notbremsfunktion und einen Spurhalteassistenten mit Lenkeingriff. Die Preise für den 200 starten in den USA bei 21.700 Dollar, lokale Steuern nicht eingerechnet. Umgerechnet sind das knapp 16.000 Euro.

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