Cabrios und Roadster feiern Straßen-Comeback

Schon lange nicht mehr waren Cabrios und Roadster so gefragt wie heute. Und der Fahrer hat die Qual der Wahl: Denn die Bandbreite der Modelle ist größer denn je zuvor. Die Highlights im Überblick.

Chevrolet Camaro - Cover
Chevrolet liefert den Camaro im Sommer auch als Cabrio aus Foto: Chevrolet
Range Rover Evoque - Cover
Auch Geländewagen öffnen sich, wie der Range Rover Evoque beweist Foto: Jaguar/Land Rover
Mercedes SLK - Cover
Der Mercedes SLK firmiert nach seinem Facelift als SLC Foto: Daimler
Fiat 124 Spider - Cover
Der Fiat 124 Spider ist vom Mazda MX-5 abgeleitet Foto: Fiat

Selten standen so viele neue Cabrios in den Startlöchern wie vor dieser Saison. Und dabei war die Bandbreite noch nie so groß. Exemplarisch dafür stehen der offene Smart Fortwo, den Firmenchefin Annette Winkler bei einem Preis von 15.655 Euro als billigstes Vollcabrio anpreist, und der Rolls-Royce Dawn, der rund 20-mal so teuer ist und für rund 350.000 Euro aufwärts frischen Wind ins Oberhaus bringen will.

Neues von Mercedes

Zwischen diese beiden Extreme sortieren sich mittelfristig gleich drei offene Mercedes-Neuheiten: Das erste S-Klasse Cabrio seit vier Jahrzehnten kann man in Österreich ab 165.850 Euro bereits bestellen. Mit der neuen E-Klasse ist der Weg auch frei für ein neues Cabrio, bestätigt Baureihen-Leiter Michael Kelz. Und das Gerücht von einer offenen Version der C-Klasse noch für diese Saison wird in Stuttgart längst nicht mehr ernsthaft dementiert.

Audi, Citroën, Mini & Chevrolet

Audi bereitet nach Angaben aus der Entwicklungsabteilung nach der Wachablösung beim A4 jetzt den Start des nächsten A5 vor. Von Chevrolet gibt es im Sommer den neuen Camaro auch als Cabrio. Wer es zwei Nummern kleiner mag und sein Gewissen entlasten möchte, der kann aus Frankreich bald die elektrische Neuauflage des Strandcabrios Citroën Mehari bestellen. Und bei Mini geht im März das +Cabrio in die nächste Runde, teilt der Hersteller mit.

Roadster oder Spider?

Bis auf den Smart sind das ausschließlich Viersitzer - und bedienen damit nur die Hälfte der Open-Air-Gesellschaft. Die andere Hälfte kauft lieber Roadster oder Spider. Auch da gibt es neue oder zumindest aufgefrischte Kandidaten: Ganz neu unter der Sonne ist der Fiat 124 Spider, den die Italiener nach eigenen Angaben vom Mazda MX-5 ableiten und bei uns im Sommer in den Handel bringen wollen. Die Preise stehen noch nicht fest, doch dürfte sich Fiat am Mazda orientieren. Ebenfalls aus Italien kommt der Lamborghini Huracan Spyder, der in diesem Segment mit 449 kW/610 PS, einem Spitzentempo von 324 km/h und einem Österreich-Preis von wohl über 300.000 Euro das andere Ende der Skala markiert.

Facelift bei Mercedes

Auch bei den Zweisitzern wird der Zwischenraum vor allem mit Modellen aus Stuttgart gefüllt. Denn neben Facelifts für die Mercedes Roadster SL und den zum SLC umgetauften SLK gibt es für den Boxster ein Update. Er bekommt nicht nur ein neues Design, sondern erstmals Vierzylinder-Turbos. Diesem gravierenden Eingriff trägt er mit einem neuen Namen Rechnung: Bei der Premiere auf dem Genfer Salon funkelt so neben dem Boxster-Schriftzug auch das Baureihenkürzel 718 im Rampenlicht.

Nissan & Land Rover

Während viersitzige Cabrios und sportliche Spider fast so alt sind wie das Auto selbst, erobert die Open-Air-Kultur so langsam die nächste Nische: Nach dem in Amerika gestarteten Versuchsballon mit einem offenen Nissan Murano bringt Land Rover jetzt mit dem Evoque für rund 4.000 Euro Aufschlag zum geschlossenen Modell zum ersten Mal im großen Stil ein modernes, offenes Auto auf die Buckelpiste.

Neue Technik dämpft Fahrtwind

Doch so vehement die Kunden an die frische Luft drängen, so sehr fürchten sie offenbar den Fahrtwind. Neben immer aufwendigeren Dachkonstruktionen entwickeln die Hersteller deshalb auch immer umfangreichere Komfortsysteme, mit denen man die Saison verlängern und die Zugluft aussperren kann - vor allem natürlich in der Luxusklasse. Mercedes hat für die offene S-Klasse nach Angaben von Pressesprecher Michael Allner noch einmal den intelligenten Windabweiser im Rahmen der Frontscheibe (Aircap) sowie die elektronische Nackenheizung (Airscarf) optimiert, neben den Sitzen auch die Armauflagen beheizt und obendrein eine Klimasteuerung entwickelt, die unabhängig vom Dachstand immer die gleiche Temperatur hält - und spricht jetzt stolz vom komfortabelsten Cabrio der Welt.

Rolls-Royce hat sich beim Dawn mit einem Extra beschäftigt, nach dem die Briten bisher selbst der exzentrischste Kunde nicht gefragt hat. Denn neben einer beleuchteten Kühlerfigur oder versilberten Champagner-Kelchen gibt es bei den Briten zum ersten Mal seit über 100 Jahren auch ein Windschott.

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