Autotest: BMW X3 – Ein X-Dreieinhalb

Wenn man so wie BMW Premiumfahrzeuge verkauft wie andere warme Semmeln, wird auch verständlich warum sich ein neuer BMW X3 auf den ersten Blick nicht außergewöhnlich stark verändert hat.

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BMW X3: Das Ladevolumen reicht nun von 550 bis 1.600 Liter. Foto: Weekend Magazin
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Das Design des Vorgängers hat die Fahrzeugschmiede nicht zerbröselt sondern eher adaptiert. So vergrämt BMW keine Stammkunden mit neuem, zu mutigem, polarisierendem Design und auf der anderen Seite kommt es dem Besitzer des Vorgängermodells nicht gleich so vor, als würde er in einer alten Karre sitzen. Ein kluges Konzept, dass beispielsweise auch Audi verwendet. Wobei die neue Doppelniere der Front optisch ordentlich einheizt – wirkt sehr dynamisch in Verbindung mit den adaptieren Scheinwerfern. Unterm Strich ist aber der neue X3 optisch wieder um einiges dynamischer geworden.

Alles neu

Der neue X3 ist ein verdammt großer. Mit seinen 4,7 Metern Länge ist das aktuelle Modell dort angekommen, wo sich vor der Jahrtausendwende ein X5 vorstellte. Dazu ist auch der Radstand ordentlich gewachsen und dies wiederum wirkt sich positiv auf die Platzverhältnisse im Innenraum aus. Wer hier herum meckert, muss ein Zweimeter-Lulatsch sein. Das Ladevolumen reicht nun von 550 bis 1.600 Liter. Der X3 baut übrigens auf dem 5er BMW auf – und der ist ja auch keiner von der kleinen Art. Interessanterweise fallen die gewachsenen Ausmaße nicht gleich auf. Die Proportionen sind gut gelungen und lassen den X3 zwar wuchtig aber keinesfalls „Fett“ erscheinen. Zudem wurden die X3 leichter – bis zu 55 Kilogramm soll durch Leichtbauweise eingespart worden sein.

Wohnzimmer

Der Innenraum des mehr als überkomplett ausgestatteten Test-BMW geht durchaus als sportliches Wohnzimmer durch. An dieser Stelle erwähnen wir kurz den Preis, der sich unter anderem aus dem Noblen ergibt. Euro 79.000,- für das topausgestatte SUV sind halt logische Konsequenz, aber doch massig viel Zaster. Zur Beruhigung: Der Startpreis für einen BMW X3 liegt bei EUR 49.750,-. Die Testversion „Modell M Sport“ mit diversen Zusatzpaketen schraubt eben nicht nur die Ausstattungsliste enorm hoch, sondern macht sich auch beim Preis bemerkbar. Aber man bekommt auch wirklich Premiumklasse. Es gibt in dieser Klasse, realistisch gesehen, kaum ein Auto, das besser verarbeitet ist. Das Cockpit hat sich verglichen mit dem Vorgängermodell sehr stark verändert. Zwar sind die Grundzüge erhalten geblieben, aber alles wirkt schärfer, dynamischer und sportlicher. Besonders gefaallen haben die Aluapplikationen rund um die Mittelkonsole. Diese machen einen brutal hochwertigen Eindruck! Das Display ist nun ein Touchdisplay. Nett und sinnvoll, aber in der Regel findet man auch mit dem iDrive-Controller das Auslangen, ohne dabei die Augen von der Straße abwenden zu müssen.

Fahrwerk

Und wieder hat es BMW geschafft ein Fahrwerk zu kreieren, welches trotz höherem Schwerpunkt für ordentlichen Fahrspaß sorgt. Die dritte Generation des Bayern-SUV gibt sich hier keine Schwäche. Das Zusammenspiel von Lenkung, einstellbarer Fahrmodi, Allrad, Achtgangautomatik ist vorzüglich.  Auch der Diesel ist ein flotter Kerl. In acht Sekunden erreicht der Zweiliter-Selbstzünder den Hunderter. Für ein 190-PS-SUV dieser Größe sehr gut. Wer etwas mehr will, kann den X3 xDrive30d ordern. Der knackt den Hunderter in 5,8 Sekunden und geht auch als sparsam durch. Vom Dreiliter-M40i, der schon zu haben ist – ganz zu schweigen (0-100 in 4,8 Sekunden). Weiters gibt es den X3 xDrive20i sowie der X3xDrive 30i. Beim Verbrauch gibt BMW für den getesteten Diesel mit 190 PS im Schnitt 5,5 Liter an. Die Realität sind etwa sieben Liter.

Und sonst

Gegen Aufpreis bekommt man für den neuen X3 auch eine Startschlüssel mit Bildschirm, wie wir ihn schon vom 7er und 5er kennen. Damit lässt sich unter anderem auch die Standheizung starteten, die wenn aufgerüstet an Bord sein kann. Für alle, die am Berg oder in Australien wohnen: Die Wattiefe beträgt erstaunlich e50 Zentimeter und die Bodenfreiheit liegt bei 204 Millimeter. Dass bei den Fahrassistenten fast alles möglich ist, ist klar. In der Premiumklasse wird nicht gepatzt.

 

Daten: BMW X3 xDrive20d: Verbrauch und Emissionen reduziert.
Der Dieselmotor im neuen BMW X3 xDrive20d weist mit einer Leistung von 140 kW/190 PS (Kraftstoffverbrauch kombiniert: 5,4 – 5,0 l/100 km; CO2-Emissionen kombiniert: 142 – 132 g/km)* und einem maximalen Drehmoment von 400 Nm zwischen 1.750 und 2.500 min-1 die gleichen Eckdaten auf wie im Vorgängermodell. Der BMW X3 xDrive20d beschleunigt in 8,0 Sekunden von null auf 100 km/h, die Höchstgeschwindigkeit beträgt 213 km/h.

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