Werners Auto-Blog: Hurra! Das Navi stirbt ...

Ich bin unlängst irgendwann zwischen zwei und vier Uhr in der Früh von meinem Navi auf den Hallstattgletscher mit dem Auto geleitet worden. "Halten Sie sich links" habe ich wie immer befolgt und mich mit beiden Händen am Haltegriff festgehalten, um nicht in eine Gletscherspalte zu fallen. Schuld an diesem Albtraum, von dem ich aus dem Schlaf gerissen wurde, war ein Tourist, von dem ich gehört habe. Er war, vom Navi fehlgeleitet, aus einem Gebirgswald in Hallstatt gerettet worden.

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Unterwegs sein mit dem Navi - da führt kein Weg zurück Foto: LuckyBusiness/iStock/Getty Images Plus/Getty Images

In der Früh hatte ich dann gelesen, dass die mobilen Saugnapfnavis wegen der Smartphone-Konkurrenz (Google Maps und Co.) aussterben. Hurraaaa! Ja, ich habe ein gestörtes Verhältnis zu Saugnapfnavis, aber nicht grundlos. Beim einen Navi ist die Eingabe schwieriger als Profi-Sudoku. Das andere hängt sich garantiert auf, wenn man in Unterkirgisien in der Rushhour im Kreisverkehr die Ausfahrt finden will. Und: Updates sind zeitaufwendiger als Windows neu aufzusetzen.

Natürlich bringen mich die "Wege-Guides" auch zum Lachen. So sind diese leicht ordinär: "Nehmen Sie die Ausfahrt 5, dann Sex" oder auch "Nehmen sie Abfahrt Sexknoten Linz".

Im Ernst, manche Navis treiben mich halt manchmal in den Wahnsinn. Wobei die ganz neuen "Reise-Führer" mit Sprachbedienung ein Hit sind. Allerdings gibt es auch hier Probleme, denn wer Seeuferstraße sagt, kommt dort nicht an. Für das Navi heißt das klarerweise "Säuferstraße". Na dann, Prost Navi!

Werner Christl
Motor-Ressortleiter Werner Christl Foto: Weekend Magazin

Autos sind seine Leidenschaft. Diese hat Werner Christl, der studierter Pädagoge ist, zu seinem Beruf gemacht. In seinen Betrachtungen und Kommentaren widmet sich der langjährige Motor-Ressortleiter des Weekend Magazins den täglichen Herausforderungen im Leben eines Autofahrers.

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