Werners Auto-Blog: Autofahren nach Handbuch - eine Erfahrung

Wenn in den modern ausgestatteten Autos von heute etwas nicht (mehr) funktioniert, wird guter Rat teuer. Ganz zu schweigen die Maniküre, die danach fällig ist, wie Werner Christls Hände nur bestätigen können.

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Früh übt sich, wer ein geduldiger Leser am Steuer werden will Foto: kotanya/iStock/Getty Images Plus/Getty Images

Heuer gibt es keine Weihnachtsgeschenke, denn ein brandneues Testauto wollte nicht mit zum Einkaufen fahren. Die Batterie war gestorben (Ja, ich bin der, der das Licht brennen hat lassen!), und ohne Strom funktioniert die Schlüsselfernbedienung nicht. Schlüsselloch bzw. normalen Schlüssel gibt es nicht mehr! Rettung durch Bedienungsanleitung? Nein, die liegt im Handschuhfach. Also am Handy im Internet mit gefrorenen Fingern nach der passenden gesucht. Ohne Lesebrille eine Challenge, denn die liegt – im Auto.

Und wissen Sie was? Die Anleitung hatte 602 Seiten! Davon beschäftigen sich 28 mit dem Öffnen des Autos! Dass sich in den meisten Autoschlüsseln ein echter Notschlüssel im Gehäuse befindet, war mir zwar bekannt, aber wie geht das Gehäuse auf? Vier Frostbeulen und sechs Aggressionslevel später finde ich die ­Anwort. Der "Fingernagelzerstör-Geheimtipp" öffnet das Gehäuse. Aber wo versteckt sich das Türschloss? Also wieder 600 Seiten durchblättern, dann mit einer Hand die Türklinke aushebeln, mit der zweiten den Schlüssel im Finstern reinfummeln, mit der dritten "Handyhand" leuchten und mit der vierten aufsperren.

Den Schlüssel kann man dann wegwerfen, denn zum Starten gibt es nur einen Startknopf. Also Motorhaube öffnen, laden und warten bzw. erfrieren. Elektronische Helferlein sind anscheinend nicht immer ein Hit! Früher sperrte man einfach auf, Schlüssel ins Zündschloss und hat dann das Auto anlaufen lassen. Die Geschenke? Die habe ich dann mit dem Fahrrad geholt – war auch nicht kälter!

Werner Christl
Motor-Ressortleiter Werner Christl Foto: Weekend Magazin

Autos sind seine Leidenschaft. Diese hat Werner Christl, der studierter Pädagoge ist, zu seinem Beruf gemacht. In seinen Betrachtungen und Kommentaren widmet sich der langjährige Motor-Ressortleiter des Weekend Magazins den täglichen Herausforderungen im Leben eines Autofahrers.

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