Audi TT: Audis Playstation ist richtig in Fahrt

Dass der Audi TT kein Kurvenverachter ist, war wenig überraschend. Dass man aber ein Cockpit neu definieren kann, ohne dabei falsch abzubiegen schon. - Werner Christls Resümee nach einer ersten Ausfahrt.

Der neue Audi TT - Cover
Der neue Audi TT Foto: Weekend Verlag

Zugegeben, der Audi TT ist kein Fami­lienfahrzeug. Trotzdem wollten meine Kinder plötzlich auch dorthin fahren, wo sie sonst nicht hinwollten. Hauptsache, im TT sitzen. Auslöser für diesen plötzlichen Sinneswandel waren drei Dinge. Fahrspaß, eine gewisse Auserwähltheit, da ja immer nur ein Kind mitfahren konnte, und das neue Cockpit im Audi TT.

Der Audi TT
Der Audi TT Foto: Audi

Cockpit

Die Deutschen haben da einen wirklich tollen Weg eingeschlagen. So scheinbar unwichtige Dinge wie Luftauslässe bekommen im Audi TT eine neue Dimension. Die sind nämlich mit der Klima­anlage verschmolzen, superleicht zu bedienen, und das Ganze sieht auch noch gut aus. In die Luftdüsen sind kleine Displays eingebaut, deren Bedienung sich selbst erklärt. Eine kluge Neuerung, in Zeiten, in ­denen andere Hersteller die "Klima" in irgendwelchen blöden Untermenüs der Displays verstecken. Überhaupt ist das Cockpit unglaublich übersichtlich gestaltet. Kein Knopf zu viel, aber auch keiner zu wenig. Dazu kommt ein Riesenbildschirm, der Tacho, Drehzahlmesser ersetzt und mittig Navi, Multimedia und alle notwendigen Infos darstellt. Der gute alte Tacho hat also zur Play­Station mutiert (Virtual Cockpit). Irgendwie komisch? Da testet man einen Audi TT und freut sich über ein Cockpit – also was kann die Fahrmaschine aus Ingolstadt?

Der Audi TT
Der Audi TT Foto: Audi

Fahrmaschine

Dass der rundliche, kleine Flitzer ein Fahrspaßgarant ist, wissen wir schon seit der ersten Auslieferung 1998. Auch der Neue frisst die Kurven, schafft den Hunderter mit seinen 184 PS in erstaun­lichen 7,1 Sekunden, lässt sich auf 241 Sachen beschleunigen und stemmt 380 Newtonmeter auf die Reifen. Das Fahrwerk ist ausgesprochen gut ausbalanciert und spielt in der Oberliga mit. Und dies trotz Frontantrieb! Allerdings ist man heute, verglichen mit den wilden 90ern, vernünftiger unterwegs. Die Fahrwerte ermöglicht ein Zweiliter-TDI mit einem Durchschnittsverbrauch von 4,9 Litern. Im Test lagen wir bei 5,9 Litern, was bei den guten Fahrwerten mehr als brav ist. Eben ein Diesel! Alternativ gibt es noch zwei TFSI-Benziner mit zwei ­Litern Hubraum und 230 sowie 310 PS. Natürlich rümpfen oft Benzinbrüder bei der Kombination "Sportler mit Diesel" die Nase, aber der Diesel passt gut zum kleinen Audi. Das Drehmoment tröstet über andere Vorteile eines Benziners hinweg. Kurzum – eine Glaubensfrage!

Der Audi TT
Der Audi TT Foto: Audi

Optik

Etwas weniger rundlich, dafür kantiger und ­damit auch aggressiver kommt der neue Audi TT daher. Kühlergrill und LED-Scheinwerfer wirken nun viel dynamischer. Audi hat es gut hinbekommen, das "alte" Design nicht zu verleugnen und mit einigen "Kanten" ein neues Bild zu  zeichnen. Immer noch rund ist das Heck. Dort ­befindet sich auch der ausfahrbare Heckspoiler, der im "Ruhezustand" kaum zu erkennen ist. Fazit: Mit dem neuen TT haben es die Ingolstädter geschafft, den Spagat zwischen neuem und altem Design zu ­kre­ieren. Ein Auto mit tollem Fahrwerk, guten Verbrauchs- und Fahrwerten, natürlich wenig Platz und einigen Neuerungen im Bereich des Cockpits, die zukunftsweisend sind. Die Dieselversion kostet zumindest EUR 42.449,–. Ist schon viel Geld, aber an­dere Sportler kosten eben auch mehr.

Probefahrt mit einem Audi-Modell eurer Wahl:

www.audi.at

 

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Weekend Magazin Cover Nr. 23/2014
Foto: PAUL HARIZAN/GETTY IMAGES

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