Attraktion bei Ars-Electronica-Fest: Prototyp von selbstfahrendem Auto

Wie sieht Mobilität in Zukunft aus? Unter anderem damit beschäftigt sich das Ars-Electronica-Festival „Post City“. Einen Einblick gibt ein spektakulärer Auto-Prototyp.

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Foto: AEC/Mercedes Benz

„Wer sich nur auf die Technologie konzentriert“, sagte der Daimler-Vorstandsvorsitzende Dieter Zetsche, „hat noch nicht kapiert, wie sehr selbstfahrende Autos unsere Gesellschaft verändern werden.“ Ein von der Zukunftswerkstatt von Mercedes und dem Ars Electronica Futurelab entwickelter Prototyp eines solchen Fahrzeugs wird am 1. September zwischen 11 Uhr und 12 Uhr auf dem Linzer Hauptplatz ausgestellt sein – und von 3. bis 9. September im Rahmen des Ars Electronica Festivals ebenfalls zu bestaunen sein.

Stress rausnehmen

Es wird dies die Europa-Premiere des „Mercedes-Benz F 015 Luxury in Motion“ sein, bislang war das futuristische Gefährt nur in Las Vegas, San Francisco und Schanghai zu sehen. „Es ist dies ein Prototyp für die autonome Mobilität der Zukunft“, erklärt Alexander Mankowsky von Daimler: „Das Ziel ist, den Stress aus der Mobilität rauszuhemen.“ Langfristig würden solche selbstdenkenden und -fahrenden Autos zur Normalität werden.

Der ausgestellte Prototyp selbst wird nicht in Serie gehen. Er dient in erster Linie als Sammelprojekt für verschiedenste Ideen, die auch nicht nicht allzu ferner Zukunft in neuen Mercedes-Modelle einfließen können. Mankowsky nennt den F-105 daher ein „Ideenkonglomerat für Designer“.

Vertrauen bilden

Die größte Hürde auf dem Weg dorthin ist laut Mankowsky aber weniger die reine Technik, sondern die Interaktion mit den Menschen. Daher müssen parallel Technologien entwickelt werden, damit das Fahrzeug etwa mit Passanten interagieren kann. Mankowsky bringt es auf den Punkt: „Ohne Interaktion ist pure Technik für den Menschen unheimlich!“ Das Leitbild der Entwickler lautet „Informiertes statt blindes Vertrauen“.

Das heißt: Selbstfahrende Autos müssen Gesten und Körpersprache von Menschen erkennen und zuordnen können; die Menschen müssen erkennen können, dass das selbstfahrende Auto sie wahrgenommen hat. Zu diesem Zweck arbeiten die Forscher vor allem daran, die „Roboter“ – und letztlich sind diese Fahrzeuge ja nichts anderes – mittels Lichtsignalen kommunizieren zu lassen und daran, auf Bewegungen der Menschen zu reagieren. Eine der Ideen ist etwa, anzuhalten und Fußgängern mittels Lichtsignalen einen Zebrastreifen auf die Straße zu projizieren.

Dass Unfallrisiko soll natürlich so weit wie möglich minimiert werden. „Völlige Unfallfreiheit wird es aber auch in Zukunft nur in der Phantasie geben“, warnt Mankowsky.