560 PS! Mit dem Ferrari California T geht die Post ab

20 Jahre nach dem F40 bringt Ferrari im California wieder einen Turbo! Und auch der Rest macht Laune: 560 PS, von Null auf 100 km/h in 3,6 Sekunden. Ungeniert geht er hoch auf 316 km/h.

Stark, spontan, soundgewaltig und sparsam - Cover
Der Ferrari California T ist nicht nur schneller, sondern auch sparsamer Foto: APA (dpa/Ferrari)

Wer geht schon mit einer Nährwerttabelle ins Sterne-Restaurant? So wie echte Gourmets keine Kalorien zählen, ist Ferrari-Fahrern der Verbrauch herzlich egal. Nicht umsonst ist die Marke aus Maranello wahrscheinlich die letzte, die dazu selbst in den tiefsten Menü-Ebenen des Bordcomputers keinerlei Angaben macht. Doch so ganz abkoppeln vom Trend zur neuen Nachhaltigkeit und vor allem zu immer schärferen Steuer- und Emissionsgrenzwerten können sich die Italiener nicht.

Satter Turbo-Beat

Wenn nach den Sommerferien die Auslieferung des überarbeiteten California beginnt, gibt es nicht nur ein nachgeschärftes Design sowie ein neues Setup für die elektronische Regelung von Fahrwerk, Lenkung, Doppelkupplung und ESP. Sondern vorn unter der Haube mit den großen Nüstern schlägt ein neues Herz: Zum ersten Mal seit über 20 Jahren baut Ferrari wieder einen Turbo.

560 PS

Vordergründig geht es den Italienern dabei tatsächlich ums Sparen. Immerhin beziffern sie den Verbrauchsvorteil des von 4,3 auf 3,9 Liter geschrumpften Motors mit etwa 15 Prozent und freuen sich über einen bei der Marke bislang unerreichten Normwert von 10,5 Litern (CO2-Ausstoß 250 g/km). Doch sobald man am Steuer sitzt, werden solche Werte recht nebensächlich. Schon der irre Sound beim Anlassen löscht gnadenlos das zarte Flämmchen der Vernunft, und wenn mit der Wucht eines Vorschlaghammers der erste Gang ins Getriebe knallt, zählen ganz andere Zahlen. Zum Beispiel die Leistung, die mal eben von 360 kW/490 PS auf 412 kW/560 PS angehoben wurde. Oder mehr noch das maximale Drehmoment, das jetzt erst bei 755 Nm erreicht wird und damit 50 Prozent über dem Vorgänger liegt.

In 11,2 Sekunden auf 200

Schon auf dem Papier sind das imposante Werte. Doch in der Praxis fühlt sich der Ferrari damit an, als wäre er ein ganz anderes Auto. Schon immer stark und schnell, wird der California zum König des Katapultstarts: Nicht umsonst nimmt er dem Vorgänger beim Spurt von 0 auf Tempo 100 in 3,6 Sekunden die kleine Ewigkeit von zwei Zehnteln ab, hat schon nach 11,2 Sekunden 200 Sachen auf dem Tacho und stürmt ungeniert bis 316 km/h. Beim Kickdown quietschen die Reifen und die Stabilitätskontrolle hat ihre liebe Mühe, die Kraft zu kanalisieren. Überholen wird selbst zwischen zwei engen Kurven zum Kinderspiel. Wenn die Gerade mal etwas länger ist, kann man bei Vollgas auch die stabilste Föhnwelle aus der Form bringen.

Liste gebrauchter Ferraris in Österreich:

www.ferrari.at

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