Der 100-Jährige, der kam, um die Autowelt zu verändern: Citroen

1919 begann André Citroen Autos zu bauen und zwar anders als bisher in Europa. Citroen schaute sich bei Henry Ford die Fließbandproduktion ab. Das erste Auto, das am alten Kontinent so hergestellt wurde, war der Citroen Typ A 10hp. Es sollte nicht der einzige Coup der Marke bleiben, die in den 20er Jahren Europas größter Autobauer war.

Citroen
Foto: Citroen
Citroen
Foto: Citroen
Citroen
Foto: Citroen
Citroen
Foto: Citroen
Citroen
Foto: Citroen
Citroen
Foto: Citroen
Citroen
Foto: Citroen
Citroen
Foto: Citroen
Citroen
Foto: Citroen
Citroen
Foto: Citroen
Citroen
Foto: Citroen
Citroen
Foto: Citroen
Citroen
Foto: Citroen

Citroen brach wie kein anderer zu seiner Zeit mit Konventionen. So bot man bereits 1921 Leasingfahrzeuge an, ab 1929 gab es bereits eine ein Jahres Garantie auf die Autos – beides Weltpremieren. Und dann sind da noch die Modelle wie der Traction Avant: Frontgetrieben und mit selbsttragender Stahlkarosserie bot der Wagen eine für damalige Verhältnisse einzigartige Straßenlage. Die "Gangsterlimousine" bekam seinen Namen daher, dass vor allem Bankräuber mit dem Traction Avant der Polizei keine Chance ließen. Kreativität und Ingenieurskunst gepaart mit dem Marketinggenie des Gründers machten Citroen zur Kultmarke. Doch eben jener Gründer übermachte sich an den Entwicklungskosten des Traction Avant und die Marke musste Konkurs anmelden. Die Reifenfamilie Michelin erkannte das Potenzial und führte Citroen in die Zukunft.

Anbetungswürdige Göttin

Eine Zukunft die mit einem Paukenschlag begann. Nach dem Krieg überraschte ein minimalistisches Automobil die Fachwelt – der TPV, später 2CV oder im Volksmund schlichtweg Ente genanntes Wägelchen. Im Pflichtenheft stand: "Es soll ein Korb voller Eier über holprige Feldwege transportiert werden können, ohne dass diese zerbrechen." Perfekt umgesetzt! Später sollen sogar Gynäkologen schwangeren Frauen empfohlen haben 2 CV zu fahren, da die weiche Federung dem Fötus am zuträglichsten sei. Apropos Federung – der nächste Paukenschlag. Mit der Präsentation des DS (die „Göttin“) stand die Automobilindustrie für einen Moment lang still. Das progressive Design ließ alle anderen Autos schlagartig alt aussehen. Die hydropneumatische Federung der DS sorgte für einen nie dagewesenen Fahrkomfort. Selbst Rolls Royce baute diese in Lizenz in seine Edelkarossen ein. Es folgten weitere Highlights wie der Ami, dessen Designer Flaminio Bertoni – Schöpfer des 2 CV und des DS – meinte, es sei seine beste Schöpfung gewesen. Dazu kam der Mehari, der Strandwagen, den Louis De Funes als Gendarm von St. Tropez zu Kultstatus verhalf. Und dann war da noch der SM, eine Fusion aus schnittiger Sport-DS und Maserati-Motor, denn Citroen hatte zu jener Zeit Maserati übernommen. Stichwort übernommen: 1975 stand Citroen wieder an der Kippe, Michelin wollte das Unternehmen veräußern. Peugeot, im Gegensatz zu Citroen damals eher dafür bekannt robuste aber eher konservative Autos zu bauen, schlug zu.

Zurück zu den Wurzeln

Aus den beiden Marken wurde die PSA Gruppe gebildet. Es folgten Oberklassemodelle wie der CX, XM und zuletzt der C6, die Individualisten ansprachen, Mittelklassefahrzeuge wie den GS, BX und Xantia und Kleinwagen wie den LN oder AX. Das kreative aus der großen Historie entstandene Selbstverständnis kam den letzten Jahren wieder voll zur Geltung, mit dem Cactus, oder den neuen Modellen der Aircross-Familie stechen Citroens aus dem Alltagsverkehr nach wie vor positiv heraus. Citroen steht 100 Jahre nach seiner Gründung genauso wie damals für Individualismus, für außergewöhnliche Lösungen und unverkennbares Design. Mit der Nobelmarke DS besann man sich auch im Namen der unverkennbaren Genialität der Marke mit dem Doppelwinkel. Der Genius des André Citroen wird auch 100 Jahre nach dem ersten Typ A 10hp gelebt.

Mehr zum Thema: