6 Zukunfts-Trends, die bald Realität sind

Die Zukunft ist vielleicht kein Monster, verändert sich aber monströs schnell. Wir zeigen Ihnen, was bald auf Sie zukommt.

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Roboter werden in der Medizin immer wichtiger Foto: ipopba/iStock/Getty Images Plus/Getty Images

Die Zukunft hat in der Vergangenheit schon einige Opfer gefordert. Das bedeutet vereinfacht ausgedrückt, dass manche Dinge im Alltag, die wir heute brauchen, schon morgen verschwunden sein werden. So sind heute Schallplatten, CDs und DVDs praktisch ausgestorben. Und während wir noch überlegen, wann die letzte Blu-ray verkauft wird, sind auch schon die Filme auf der guten alten Festplatte Schnee von gestern, weil alles in die Cloud wandert! Ja, das war schon immer so: Die Dinge verändern sich, aber eben nicht mit der brutalen Geschwindigkeit, wie es derzeit der Fall ist.

Schnell vergessen

Dinge, Arbeitsplätze und Teile unseres Lebens werden verschwinden oder völlig umgekrempelt. Ein Beispiel: Das erste echte Smartphone (iPhone 2G) wurde vor gut zehn Jahren auf den Markt gebracht und hat unser Leben verändert. So wie wir es kennen, wird es wohl in den nächsten Jahren wieder verschwinden! Einer, der es wissen muss, ist Samsung-CEO DJ Koh. Sein Konzern ist Weltmarktführer am Smartphonebereich. Er ist der festen Meinung, dass das klassische „Handy“ in den nächsten Jahren "uninteressant" wird, da in naher Zukunft alle technischen Geräte, die wir im Alltag brauchen, miteinander "reden" und sich über unsere Wünsche unterhalten (Internet der Dinge) werden. Wozu braucht man dann ein Smartphone, wenn das Telefonieren oder Whatsappen ohnehin via Smart-TV oder Smartwatch möglich ist. Mixer, Staubsauger, Mikrowelle, elektrische Zahnbürste werden voll vernetzt kommunizieren und sollen das Denken für den Mensch übernehmen. Dass so etwas viele Vorteile bringt, ist logisch, aber im Hintergrund werden auf Teufel komm raus Daten gesammelt. Und die "Dinge" können viel über uns preisgeben – Ernährungsgewohnheiten, Krankheiten, Vorlieben. Also nicht alles, was verführerisch glänzt, ist in Wahrheit auch Gold.

Unaufhaltsam

Aufhalten kann man den technischen Fortschritt nicht. Das wäre wohl der falsche Weg. Wer den Hihgtechzug verpasst, bleibt alleine am Bahnhof zurück. Hätten Sie gedacht, dass innerhalb von Jahren Geldgeschäfte praktisch nur noch via Netbanking funktionieren? Wer heute kein Handy oder keinen Computer hat, ist ganz klar vom Rest der Welt isoliert. Für so manchen älteren Menschen ist dies ein gewaltiges Problem. Fazit: Es ist kritische Betrachtung angesagt – nicht alles, was technisch glänzt, ist erstrebenswert oder sinnvoll. Und die Dinge ändern sich unaufhaltsam und teilweise so schnell, dass wir es in manchen Fällen gar nicht mitbekommen.

1. Roboter killen Krebszellen

Unser künftiges Morgenritual beginnt mit einem Gesundheitscheck vor dem mit Sensoren vollgepumpten Hightechspiegel. Sollte es nur kleinste Hinweise auf Krebs geben, werden uns sofort Nanopartikel in den Körper injiziert, die die Krebszellen auslöschen. Weiters analysiert die Zahnbürste unsere Zähne und warnt vor schlechter Mundhygiene, Karies oder Entzündungen. Klingt wie Sci-Fi? Ist es aber nicht! An Nanopartikeln wird bereits lange geforscht und ein Einsatz am Menschen ist in naher Zukunft durchaus denkbar. Gläserne Patienten sind wir in Österreich sowieso bereits, denn mit der elektronischen Gesundheitsakte ELGA und der e-Medikation hat praktisch je­der Arzt Zugriff auf unsere gesamte Krankengeschichte.

2. Taxidrohne startet 2020

Genervt vom täglichen Stau? Dann am besten auf die Zukunft freuen, denn Flugtaxis stehen kurz vor der Zulassung. Bereits heuer soll es in Linz so weit sein – erste Tests stehen an. Kurz darauf könnten die großen Drohnen, mit denen Menschen transportiert werden, am Himmel zu sehen sein und den Stau einfach umfliegen. Fix ist, dass die österreichische Zuliefererfirma FACC gemeinsam mit den Chinesen an so einem Vehikel arbeitet. Stolpersteine auf dem Weg zur Freiheit im Flugtaxi sind vor allem die restriktiven Regeln im Luftverkehr, denn dort bewegen sich dann neben Flugzeugen und Helikoptern auf einmal Tausende andere Fluggeräte. Am Boden wird es bald zumindest teilautonomes Fahren auf Autobahnen und Landstraßen geben.

3. Ein Chip geht unter die Haut

Eine Chipkarte für die Arbeit ist ziemlich 90er-­Jahre! Die Zukunft gehört implantierten NFC-Chips. In Schweden wird so ein System bereits bei einer TUI-Tochterfirma getestet. Freiwillige können sich den kleinen Chip unter die Haut pflanzen lassen und damit ein-/ausstempeln, den Spind öffnen, in der Cafeteria bezahlen oder den Drucker bedienen. Vorteil ist, dass man den Chip de facto nicht verlieren kann wie eine Karte. Der Chip ist zwar, dank NFC-Technologie, nicht zu orten, der Chef kann aber natürlich die Wege am Arbeitsplatz anhand der Aufzeichnungen völlig nachvollziehen. Das System ist derzeit komplett freiwillig, rund ein Drittel der Belegschaft hat sich bisher dafür entschieden. Ob so ein System etwas für Sie wäre?

4. Ich druck mir eine Pizza!

Sehr praktisch wäre so ein System wie z.B. beim Raumschiff Enterprise. Man geht zu einem Terminal, sagt, was man essen möchte, und schon steht das Mittagessen bereit. Science-Fiction? Mitnichten! Es gibt bereits Prototypen von 3D-Druckern, die Essen herstellen können. Gefüttert wird der Drucker mit organischem Material. Damit kann man sich Spaghetti oder die Pizza einfach ausdrucken. Auch Fleisch soll zukünftig so hergestellt werden. Die ersten Geschmackstests sind laut Informationen noch etwas durchwachsen, jedoch steht die Technologie am Anfang. Auch Gentechnik wird unweigerlich Mainstream. In Asien gibt es bereits "Pflanzenfabriken", in denen 20 Mal pro Jahr gen­technisch veränderter Salat geerntet werden kann.

5. 5G als Maß aller Dinge

Die neue Mobilfunktechnologie polarisiert wie selten zuvor. Die einen sehen sie als Heilsbringer, die anderen als gefährliche Verstrahlung. Fakt ist, dass 2020 das Jahr von 5G wird. Alle großen Netzbetreiber rollen die Netze kontinuierlich aus und auch Smartphones mit 5G kommen auf den Markt. 5G bietet neben dem Vorteil der theoretisch superschnellen Geschwindigkeit auch jenen der geringen Verzögerung. Dies wird benötigt, um zum Beispiel bei autonomen Autos Entscheidungen im Bruchteil einer Sekunde zu treffen – das kann über Leben und Tod entscheiden. Für Smartphonenutzer würde theoretisch 4G vollkommen ausreichen, denn den Speedvorteil merkt man derzeit nur bei Downloads.

6. "Alexa - mir ist kalt!"

Sprachassistenten, die lernen? Häuser und Wohnungen, die sich an unsere Bedürfnisse anpassen? Alles bald möglich! Durch das vernetzte Eigenheim muss ich meinem Sprachassistenten nur sagen, dass mir kalt ist, und schwupps wird die Heizung hochgedreht. Oder romantische Musik zum Dinner mit der Liebsten. Kein Problem. Auch werden unsere Geräte immer stärker vernetzt und sollen bald alle alles können. Ein Anruf von Mama in der Küche wird auf dem Display der Mikrowelle angenommen und dann auf der Couch am Display des Sprachassistenten beendet. Daran arbeiten die großen Smart-Home-Hersteller Apple, Google und Amazon. Das Smartphone wird damit zu Hause obsolet. Kritik kommt von Sicherheitsexperten – die Geräte sind derzeit noch zu leicht zu hacken.

6 Dinge, die bald Schnee von gestern sind

  1. Fernsehen 20:15 Uhr der Hauptabendfilm? Das ist öd. Streaming und On Demand (Fernsehen, wann immer man will) gehört die Zukunft.
  2. Taxifahrer Durch autonom fahrende Autos könnten Bus- oder Taxifahrer sowie Piloten bald der Vergangenheit angehören.
  3. Bargeld In China kann im Grunde in Städten nicht mehr mit Bargeld bezahlt werden. Die ­Rechnung wird per "Handy" beglichen. Ein Trend, der auch zu uns kommen wird. Auch Fahrkarten aus "Papier" werden bald Geschichte sein. Auch hier läuft alles über das Handy – sofern es dieses in der derzeitigen Form eben noch geben wird.
  4. Schulbücher und Schultafeln stehen auch auf der Abschussliste. Tablets und e-Reader übernehmen.
  5. Pins, Codes und Passwörter? Mittels Retinascan erübrigt sich bald das lästige Passwortraten.
  6. Google Vielleicht wird das Suchportal nicht gleich verschwinden, aber an Bedeutung verlieren, denn junge Menschen suchen tatsächlich eher auf YouTube als auf Google.