Ziemlich beste Freunde

Daniel Oberkofler und Kevin Moderer sind bei den 99ers endlich wieder vereint. Vorm Heimauftakt gegen Villach sprachen die „Ice-Buddies“ darüber, was ihre Freundschaft so speziell macht.

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#bff („bestfriendsforever“): Ob beim Flanieren in
der Stadt, zu Fasching oder am Golfplatz –
Daniel Oberkofler und Kevin Moderer verbringen
nicht nur im Eishockey-Rink viel Zeit gemeinsam.
Foto: Privat
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Foto: Privat
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Grazer Jubel in Innsbruck: Beim 6:3-Auswärtssieg war auch Daniel Oberkofler (re.) mit zwei Assists maßgeblich beteiligt. Foto: GEPA Pictures

Gute Freunde kann niemand trennen …“ Was Fußball-Kaiser Franz Beckenbauer einst gefühlvoll intonierte, gilt in diesem Fall auch für zwei Eishockey-Profis. Nach einem Jahr als Gegner im Rink teilen sich Daniel Oberkofler und Kevin Moderer in dieser Saison in Liebenau wieder eine gemeinsame Spielerbank.

Nachwuchs. „Ich hab’ ihn damals ja schon nach Linz geholt – und jetzt hab’ ich es auch daheim in Graz eben nicht mehr ohne ihn ausgehalten“, lächelt Oberkofler. Die beiden Stürmer verbindet eine langjährige und tiefe Freundschaft. „Unsere Eltern waren bereits befreundet und deshalb kennen wir uns auch schon richtig lange. Ich bin zwar zwei Jahre jünger, aber ab der U14 haben wir in Graz dann auch im Nachwuchs gemeinsam gespielt“, erzählt Moderer.

Unterhaltsam. Obwohl sich die beiden im Profi-Hockey bis auf zwei Saisonen in Linz lange Zeit als Gegner gegenüberstanden, hielt ihre Freundschaft bis heute an. „In den Sommermonaten hab’ ich ja quasi bei den Moderers gewohnt. Unser Kontakt ist nie abgerissen, auch nicht, als der Kevin in Amerika gespielt hat“, sagt Oberkofler. „Wir haben wirklich fast täglich telefoniert – das ist, wie wenn du mit deinem Bruder oder deiner Frau sprichst, du redest und merkst nicht, wie die Zeit vergeht. Jetzt ist es halt am Eis wieder sehr unterhaltsam“, nickt Moderer zustimmend.

Hetz’. Wie sich die beiden Kumpels gegenseitig beschreiben würden? „Dani ist zuverlässig, lustig und hilfsbereit – er ist immer für einen da. Eine Eigenschaft, die man gar nicht hoch genug einschätzen kann. Und am Eis ist er sehr schnell und verfügt über eine unglaubliche Spielintelligenz.“ Lob, das Oberkofler nur zurückgeben kann. „Mit Kevin ist es immer eine Hetz’ – er ist garantiert nicht auf den Mund gefallen. Am Eis geht er dorthin, wo es weh tut, bringt die nötige Aggressivität mit, die uns in der letzten Saison gefehlt hat.“ Einfach einziehen. Ein Jahr nach Oberkofler zog es nun eben auch Moderer wieder zurück in die Heimat. Die Akklimatisierung verlief denkbar unkompliziert. „Nur den neuen VIP-Bereich hab’ ich noch nicht gekannt und bin deshalb beim Nachhausegehen bei der Suche nach dem Ausgang eine Runde im Kreis gerannt“, grinst die Nummer 72.

Potenzial. Nach dem Auswärtsdoppel gegen Bozen (2:4) und Innsbruck (6:3) blicken die beiden „Buddies“ der Heimpremiere am Freitag (21. 9./19.15 Uhr) gegen Villach optimistisch entgegen. „Auch wenn das in Graz vielleicht keiner mehr hören kann, aber wir haben heuer wirklich eine gute Mannschaft, sind sicher stärker als letzte Saison“, ist Oberkofler überzeugt. „Bozen hat in der Champions League alles zerschossen und gegen uns 40 Minuten lang kein Licht gehabt – am Ende haben wir durch bittere Fehler zwar verloren, aber da hat man schon gesehen, welches Potenzial in der Mannschaft steckt. Und gegen Innsbruck haben wir uns für eine starke Leistung dann auch mit Punkten belohnt.“

Schon wieder ein Neustart …

Spaß. Moderer nickt zustimmend mit dem Kopf. „Wir haben schon in der Vorbereitung gezeigt, dass wir mit jedem Gegner mitspielen können. Wir haben oft die Scheibe und so macht Eishockey einfach Spaß.“ Worte, die man beim Grazer Eishockey-­Anhang wohl ziemlich wohlwollend zur Kenntnis nehmen wird – die vergangene Saison endete mit dem letzten Platz nach der Qualifikationsrunde am Ende in einem absoluten Desaster. Eine Tatsache, die (wieder einmal) dazu führte, dass in Liebenau kein Stein auf dem anderen blieb. Mit gleich 15 neuen Spielern galt es für Headcoach Doug Mason, aus einem zusammengewürfelten Haufen in kurzer Zeit ein neues Team zu formen. „Sicher, das hört sich auf den ersten Blick schon enorm an – im Eishockey ist das aber eigentlich nichts Ungewöhnliches“, sagt Moderer. „Wo wir wirklich stehen, wird man erst ab der Rückrunde sehen – jetzt zu Saisonbeginn ist es ja das übliche Abtasten. Auch andere Teams müssen sich ja erst einmal finden. Wie schon gesagt, bin ich aber der festen Überzeugung, dass wir eine gute Mannschaft haben und sicher für die eine oder andere Überraschung sorgen können – was dann am Ende wirklich rauskommt, wird man sehen. Mit großspurigen Saisonzielen ist man in Graz in der Vergangenheit ja nicht wirklich gut gefahren, deshalb üben wir uns da heuer lieber in Zurückhaltung und geben dafür am Eis Gas.“

Schnarchen. Übrigens, Oberkofler war nicht nur Trauzeuge bei Moderers Hochzeit, sondern das Duo teilt sich bei Auswärtsfahrten natürlich auch das Zimmer. „Da wissen wir, dass keiner schnarcht und man in Ruhe einschlafen kann …“