Wohnen in der Seestadt Aspern

Wohnraum wird immer enger und Mieten immer höher. Wien wird laut Prognosen im Jahr 2029 Heimat von rund zwei Millionen Menschen sein. Mit dem neuen Stadtteil Seestadt soll eine Lösung dafür entstehen. Doch wie lebt es sich dort?

Kopie von Seestadt Aspern
Foto: Sarah Müller

Im 22. Bezirk wächst seit mittlerweile sieben Jahren auf einer Fläche von 340 Fußballfeldern ein neuer Stadtteil. Wohnungen, Gemeindewohnungen, Schulen, Kindergärten, Kultureinrichtungen, Geschäfte, Restaurants – das Projekt Seestadt Aspern ist gut durchdacht und penibel geplant. 

Der Aufbau des Stadtteils in den nächsten 20 bis 25 Jahren wird nach Einschätzungen rund fünf Milliarden Euro kosten. Die Eigentümer und die Stadt Wien haben sich auf eine kooperative Arbeitsweise verständigt. Die Wien 3420 AG und die Projektleitung Seestadt Aspern sind die beiden Ansprechpartner. Eigentümer der Wien 3420 AG sind wiederum die GELUP GmbH und die Bundesimmobiliengesellschaft. Wenn nach spätestens 25 Jahren alle Liegenschaften an Investoren übergeben sind, will sich die Wien 3420 AG auch wieder aus der Seestadt zurückziehen. Bereits 2014 wurden die ersten Wohnungen bezogen. Im zuerst fertiggestellten Quartier inklusive Einkaufsstraße, Schulen, Kindergärten, Ärztezentrum, Parkanlagen etc. leben mehr als 6.000 Menschen in rund 2.800 Wohneinheiten. In Summe haben sich bereits rund 120 Betriebe und Ein-Personen-Unternehmen angesiedelt. Darunter sind kleine, innovative Start-ups, Forschungsgesellschaften, Einzelhandel, Nahversorgung und Gastronomie, aber auch große produzierende Betriebe. Geplant wurde die Seestadt Aspern vom schwedischen Architekturbüro Tovatt Architects & Planners AB und dem deutschen Büro N+ Objektmanagement. Der Stadtteil wird sich die nächsten 20 Jahre aber auch von selbst und aus innen heraus weiterentwickeln.
 

Über das Projekt

  • Kostenpunkt: geschätzt fünf Milliarden Euro
  • Bauzeitraum: 20 bis 25 Jahre
  • Wohnen: Die ersten Bewohner bezogen 2014 ihre Wohnungen. Mittlerweile wohnen mehr als 6.000 Menschen in rund 2.800 Wohneinheiten.
  • Eigentümer und Entwickler: Wien 3420 AG und die Projektleitung Seestadt Aspern der Stadt Wien
  • Wien 3420 AG: 73,4 % der GELUP GmbH (Wirtschaftsagentur Wien, Wiener Städtische Versicherung, s Bausparkasse) und 26,6 % der Bundesimmobiliengesellschaft 

 

Lokalaugenschein: Ein Tag in der Seestadt

An einem Sonntag bei strahlendem Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen wage ich mich auf eine Erkundungstour in die Seestadt. Bis dahin war ich noch nie über die U2-Station Stadion hinausgekommen und um ehrlich zu sein: Es hat mich nie gereizt. Der erste Eindruck von der Seestadt ist sehr idyllisch. Der See glitzert in der Sonne, Kinder spielen am Wasser und Radfahrer sind unterwegs. Dann aber sehe ich die großen blockartigen Wohnanlagen und die daneben liegenden Baustellen. Ich schlendere durch menschenleere Straßen, vorbei an ausgestorbenen Spielplätzen und einer Hauptstraße ohne Verkehr. Wohnen hier Menschen? Dann endlich erblicke ich Zivilisation: ein Eisgeschäft! Ich hole mir ein Eis und spaziere zurück durch leere Gassen. Totenstille überall - kein Mensch und kein Auto weit und breit. Die Seestadt fühlt sich an wie eine Filmstadt, ich warte nur darauf, dass der Tourbus gleich alle Besucher des Eisgeschäftes abholt und zur nächsten Station bringt. Im Moment erscheinen Seestadt und See noch etwas künstlich, aber sind erst einmal alle Wohnungen bewohnt und die Straßen belebt, hat man hier sicherlich das beste aus zwei Welten. 

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