So mächtig ist Wien wirklich

GLOBAL CITY INDEX. Jedes Jahr wird das Potenzial der wichtigsten Städte der Welt analysiert. Wien ist unter den Top 25 und hat viel Zukunftspotenzial.

Wien Tourismus mächtige Stadt
Rund 40 internationale Organisationen, ausländische diplomatische Vertretungsbehörden und NGOs residieren in Wien.  Foto: Maxum / Wien Tourismus

Der achte Global City Report der Beratungsfirma A.T. Kearney überprüft,
was die weltweit einflussreichsten Städte ausmacht. Als Global City werden Städte bezeichnet, in denen sich die wichtigsten Finanzmärkte,  Bankzentralen und Zentralen von transnationalen Konzernen konzentrieren. In ihnen kommen die Steuerungsfunktionen der Industrieproduktion sowie der Finanzdienstleistungen zusammen. Der Begriff Weltstadt wird oft synonym genutzt, bedeutet aber eigentlich traditionell ein politisch-kulturelles Zentrum von weltweiter Bedeutung. Eine Global City ist als globales wirtschaftliches Zentrum zu verstehen. Beide Stadttypen gehen oft Hand in Hand – Beispiel Paris.

„Vergleicht man, wie schnell sich Indikatoren wie Humankapital, wirtschaftliche Aktivität und Innovation entwickeln, dann hat sich in Wien viel getan. Dass man beim Einfluss auf die Weltwirtschaft dennoch um einen Rang gefallen ist, reiht sich in das Bild, das Europas Metropolen derzeit abgeben“, analysiert Dr. Matthias Witzemann, Partner und Leiter des Wiener Büros von A.T. Kearney den Index.

Guter Mittelwert

Wien steht laut dem Global Cities Index auf Platz 21 der mächtigsten Städte der Welt. Was hat Wien, das es so „mächtig“ macht? Die Hauptstadt Österreichs ist einer der bedeutendsten Amtssitze internationaler Organisationen und präsentiert sich als Drehscheibe für die Förderung  von Frieden, Sicherheit und nachhaltiger Entwicklung, für den Kampf gegen Verbrechen, Drogenmissbrauch und Terrorismus. Eine Rolle, die die Hauptstadt schon seit dem Kalten Krieg eingenommen hat. Diese Position wurde mit der Eröffnung des Vienna International Centre gestärkt. Außerdem ist Wien Sitz von drei Büros der Weltbankgruppe und einer von vier Hauptsitzen der Vereinten Nationen. Die 2015 geführten Verhandlungen mit dem Iran und die Syrien-Gespräche brachten Wien diplomatisches Prestige und einen Werbewert, der auf 100 Millionen Euro geschätzt wird. Kein Wunder, dass sich das russische Staatsoberhaupt Wladimir Putin für sein Zusammentreffen mit US-Präsident Donald Trump Wien und nicht Helsinki als „neutralen Boden für Gespräche“ gewünscht hatte. Als die „mächtigste Stadt der Welt“ und somit auf Platz 1 des Global City Index, gilt, wie schon 2017, New York.

Ausblick für Wien

Obwohl Wien im allgemeinen Global City Index laut den Analysen der Beratungsfirma von Platz 21 auf Platz 25 abrutschen wird, so wird der Hauptstadt großes Zukunftspotenzial prophezeit. In den Bereichen politisches Engagement, Humankapital und kultureller Erfahrung wird der Hauptstadt am meisten Entwicklungspotenzial vorhergesagt. Beim Informationsaustausch stehen wir bereits gut da. Fazit: Wien sollte sich nicht auf den Lorbeeren der Mercer-Studie ausruhen, die sie bereits zum neunten Mal zur lebenswertesten Stadt der Welt kürte, sondern weiter in die Richtung Global City arbeiten.

Blick in die Zukunft

Der Global Cities Outlook, also Ausblick auf die nächsten Jahre, evaluiert das Potenzial einer Stadt an folgenden Faktoren:

  • persönliches Wohlbefinden
  • Wirtschaft
  • Innovation
  • Regierung

Diese Kriterien helfen dabei Langzeit-Investments und Erfolge zu evaluieren. Bedacht werden dabei auch Elemente wie Umweltleistung, Infrastruktur und Innovationskapazitäten. Diese Ergebnisse helfen Unternehmern bei der Suche nach weiteren Standorten.