Herzige Fakten

Herz-Gesundheit: Warum wir in die Gänge kommen sollten und Frauenherzen anders schlagen.

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Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen die Liste der häufigsten Todesursachen nach wie vor an Foto: BRIANAJACKSON/ISTOCK/THINKSTOCK

Die gute Nachricht: Die Zahl der auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen zurückzuführenden Todesfälle ist in den vergangenen Jahren in Österreich und Kärnten zurückgegangen. Grund dafür sind vor allem Fortschritte in der Medizin. Die schlechte Nachricht: Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen die Liste der häufigsten Todesursachen im Land nach wie vor an: 2016 starben 33.248 Personen in Österreich daran. Auch nicht berauschend: Österreicher und Kärntner sind schleißig mit Prävention. Denn Nikotin, ungesunde Ernährung und Übergewicht sind wesentliche Faktoren, die das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen. Diese Gefahren ließen sich in der Theorie auf einfache Weise reduzieren.

Eigenverantwortung

Auf die Defizite machen Experten anlässlich des Weltherztags am 29. September aufmerksam: „Mit einem gesunden Lebensstil kann man Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorbeugen“, bestätigt Herzspezialist Heinz Krappinger, Leiter der Abteilung für Innere Medizin in der Privatklinik Maria Hilf in Klagenfurt. Besonders den Blutdruck sollte man im Auge behalten: „Bluthochdruck kann im Laufe der Jahre wichtige Organe wie das Herz, das Gehirn und die Blutgefäße schädigen. Die Folge können lebensbedrohliche Krankheiten wie Herzinfarkt oder Schlaganfall sein“, so Krappinger. Gut zu wissen: Herz-Kreislauf-Erkrankungen schließen Sport nicht aus. Das Fortschreiten der Erkrankung kann mit gezieltem Training verzögert und im besten Fall sogar verhindert werden.

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47 % der Frauen im Land sterben an Herz-Kreislauf-Erkrankungen. (Männer: 38 %) Foto: DEAGREEZ/ISTOCK/THINKSTOCK

Frauenherzen

Dass fast jede zweite Frau von Herz-Kreislauf-Erkrankungen betroffen ist, wissen die wenigsten. Oft nicht einmal die Betroffenen selbst. Dafür gibt es verschiedene Gründe: „Herzerkrankungen treten bei Frauen im Schnitt zehn Jahre später auf als bei Männern. Zusätzlich leiden Frauen unter anderen, unspezifischeren Symptomen als Männer“, erklärt Krappinger. So würden Frauen unter anderem über Müdigkeit, eine Abnahme der Leistungsfähigkeit, Oberbauchschmerzen, aber auch bei Belastung über ein Druck- und Beklemmungsgefühl in der Brust berichten. Deshalb schätzen Frauen die Beschwerden oft nicht richtig ein und zögern einen Arztbesuch hinaus. Im Durchschnitt vergehen so bei Frauen sechs Jahre zwischen den ersten Symptomen und der Diagnose – bei Männern neun Monate. Keine Angst sollte man, wenn es notwendig ist, vor Herzkatheter-Untersuchungen haben: „Die Untersuchung birgt ein überschaubares Risiko, sie ist nicht schmerzhaft und hat einen großen Nutzen“, sagt der Kardiologe.

Frau & Herz

  • Nikotin erhöht das Herzinfarkt-Risiko bei Frauen um das 4-Fache. Männer: 2,5-Fache. Diabetikerinnen haben ein 8-fach erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Männer: 3-fach.
  • Gebrochenes Herz: Starker emotionaler Stress kann das Broken-Heart-Syndrom auslösen, das sich wie ein Herzinfarkt anfühlt. Betroffene sind vorwiegend ältere Frauen.
  • 47 % der Frauen im Land sterben an Herz-Kreislauf-Erkrankungen. (Männer: 38 % )

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Ca. 250 Gramm wiegt das Herz einer gesunden Frau, das eines gesunden Mannes ca. 300 Gramm Foto: PAFFY69/ISTOCK/THINKSTOCK

Das Herz in Zahlen

  • Im Durchschnitt liegt der Herzschlag von Erwachsenen bei 70-mal pro Minute. Das Herz eines Kindes schlägt etwa 100-mal, und Babys haben einen Herzschlag von 130.
  • Ca. 250 Gramm wiegt das Herz einer gesunden Frau, das eines gesunden Mannes ca. 300 Gramm. Bis zu 500 Gramm bringt das Herz eines Top-Athleten auf die Waage. 
  • 100.000 Kilometer Blutgefäße hat jeder Erwachsene in seinem Körper.
  • 5 – 6 Liter Blut werden pro Minute in unsere Gefäße gepumpt.