Weekend Chefbüro: Das Unerwartete

Das weststeirische Hightech-Unternehmen LOGICDATA ist in den letzten Jahren stark gewachsen und hat sich als Weltmarktführer bei Antriebssystemen für höhenverstellbare Büromöbel positioniert.

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Foto: geopho.com

Weekend: Für all jene, denen LOGICDATA noch kein Begriff ist. Was macht die Firma? 
Johannes Gradwohl: Wir sind schon mehr als 20 Jahre im Office- und Heimmöbelbereich aktiv und entwickeln mechatronische Systeme für verstellbare Tische und Betten. Begonnen haben wir mit der Elektronik, mittlerweile machen wir aber auch einen ganzen Bettrahmen für den amerikanischen Markt.

weekend: Bei unserer Ankunft wurde gerade „der Gong“ geschlagen. Was hat es damit auf sich? 
Johannes Gradwohl: Der Gong begleitet uns schon seit der Firmengründung. Er wird geschlagen, wenn ein Mitarbeiter-Team einen großen Erfolg, wie zum Beispiel die erste Auslieferung eines neuen Produkts, vorzuweisen hat. 

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Foto: geopho.com

weekend: Beim bedeutendsten Wirtschafts-Wettbewerb des Landes – Austrias Leading Companies – durfte sich LOGICDATA über den dritten Platz in der Kategorie „internationale Unternehmen“ freuen. Wie wichtig sind solche Auszeichnungen? 
Johannes Gradwohl: Solche Auszeichnungen sind deshalb wichtig, weil wir ein exportorientiertes Unternehmen sind und sich solche Erfolge positiv auf die Außendarstellung auswirken. Dadurch sehen potenzielle Kunden, dass wir ein Unternehmen sind, das sehr wachstumsorientiert ist und auf Innovation setzt.

weekend: LOGICDATA hat Niederlassungen in den USA, Slowenien und China. Warum ist das Headquarter gerade in Deutschlandsberg? Johannes Gradwohl: Das hat praktische Gründe: Zum einen ist der Gründer der Firma aus der Region und zum anderen müssen wir in Sachen Infrastruktur nicht viel Rücksicht nehmen – die Produktion findet ohnehin nicht in Deutschlandsberg statt.

weekend: In den letzten Jahren sind sowohl der Umsatz, als auch die produzierten Stückzahlen rasant gestiegen. Wie erklären Sie sich diese Entwicklung?
Johannes Gradwohl: Die Steigerung kam vor allem durch unser starkes Wachstum im Office-Bereich und durch ein großes Projekt im Heimbereich, das wir für den amerikanischen Markt entwickelt haben, zustande.

weekend: Welche Rolle nimmt „Forschung und Entwicklung“ im Unternehmen ein?
Johannes Gradwohl: Von weltweit 300 Angestellten sind rund die Hälfte im Bereich Forschung & Entwicklung beschäftigt. Diese Mitarbeiter kümmern sich hauptsächlich um das Kreieren von neuen Dingen. Wir sagen gerne „creating the unexpected“, damit wollen wir die Möbelwelt revolutionieren. Deshalb spielt Forschung & Entwicklung natürlich eine große Rolle, aber das Geld verdienen wir mit der Produktion von großen Stückzahlen von Steuerungen und Antrieben für die Möbel- industrie.

weekend: LOGICDATA benötigt hoch qualifizierte Arbeitskräfte. Wie wird rekrutiert?
Johannes Gradwohl: In diesem Bereich sind wir sehr vielschichtig unterwegs und arbeiten mit Recruiting-Agenturen, Online-Portalen, HTLs und den Universitäten zusammen. In letzter Zeit wird es aber wichtiger, Leute mit einer gewissen Erfahrung zu bekommen. Wir sehen aber, dass es in einigen Bereichen schwieriger geworden ist, qualifiziertes Personal zu bekommen.

weekend: Weiterbildung ist ein großes Thema. Was hat es mit der „Logic Academy“ auf sich?
Johannes Gradwohl: Die Weiterentwicklung der unterschiedlichen Teams hat einen großen Stellenwert. Wenn wir stehenbleiben, wird es uns vielleicht in fünf Jahren nicht mehr geben. Wir versuchen, unsere Mitarbeiter daher bestmöglich bei internen und externen Ausbildungen zu unterstützen. Hier kommt die „Logic Academy“ ins Spiel, die nicht nur für die Arbeit spezifische Kurse anbietet, sondern auch „Softskill“-Ausbildungen anbietet. 

weekend: Wie wichtig sind eine ausgewogene Work-Life-Balance und Benefits in der heutigen Arbeitswelt? 
Johannes Gradwohl: Work-Life-Balance ist natürlich ein Thema. Wir sind vielleicht nicht so flexibel wie es von außen scheinen mag, wir versuchen, aber den Mitarbeitern etwas zu bieten. Es gibt zum Beispiel ein Restaurant mit Haubenkoch, Getränke und Gratis-Kaffee. Es ist aber auch so, dass es in Einzelfällen die Möglichkeit gibt Spezialvereinbarungen zu treffen, wenn es die Arbeitssituation erlaubt. 

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Foto: LOGICDATA/ Walter Koch

Zur Person: Johannes Gradwohl wurde 1977 in Graz geboren und ist verheiratet. Er ist seit fast 15 Jahren im Unternehmen und seit 2015 LOGICDATA-Geschäftsführer.