Was macht uns wirklich glücklich?

Glück ist kein Geschenk der Götter, sondern die Frucht innerer Einstellung, sagte schon der Philosoph Erich Fromm. Das Streben nach Glück begleitet die Menschheit schon seit jeher und schlummert in jedem von uns. Was können wir tun, um diesen Wunsch ein Stück näher zu kommen?

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„Am Ende des Tages will jeder Mensch mit einem guten Gefühl einschlafen. Hinter jeder menschlichen Handlung steckt der Wunsch nach Zufriedenheit und Glück“, so Dr. Stefan Höfer von der Medizinischen Universität Innsbruck. In seinen wissenschaftlichen Studien und in seiner täglichen Arbeit geht er der Frage nach, was wirklich glücklich macht. Laut dem Glücksforscher unterscheidet man zwischen verschiedenen Ebenen. So gibt es das kurzfristige Glück, das einem gerade im Moment begegnet, sei es das erste Eis im Frühjahr oder die Freude über eine gute Nachricht. Die zweite Ebene ist ein mittelfristiges Glücklichsein. Dabei geht es um Zufriedenheit und Wohlbefinden über einen längeren Zeitraum. Bei der dritten Ebene spricht man vom langfristigen Glück: „Wenn man den Sinn seines Lebens gefunden hat, seine eigene Potentiale und Talente ausschöpfen und seine persönlichen Stärken leben kann, lebt man ein erfülltes und glückliches Leben. Viele Menschen wissen wenig über ihr wahres Kraftpotential. Es gilt dies herauszufinden,“ erklärt der Professor.

Das scheinbare Glück des Geldes

Eine zentrale Frage zu diesem Thema: Macht Geld glücklich? Keine Geldsorgen zu haben, trägt zum Wohlbefinden bei, kein Geld zu haben, das heißt, die Grundbedürfnisse können nicht gedeckt werden, macht definitiv unglücklich: „Laut einer Studie macht ein Lottogewinn sehr wohl kurzfristig glücklich. Nach einem Gewinn kommt man wieder auf das Durchschnittsniveau, den sogenannten Setpoint zurück, wenn sich sonst nichts im Leben ändert,“ so der Wissenschaftler: „Wir alle schwingen täglich um diesen Setpoint. Wenn etwas passiert, kann es uns heraus werfen. Im Regelfall kommen wir aber durch eigene Kraft wieder hoch. Wenn es jemanden gewaltig aus der Bahn schmeißt, muss man sich Hilfe holen.“

Besser glücklich sein? Dazu empfiehlt der Glücksforscher eine einfache Übung: „Am Ende jeden Tags kann man für sich überlegen, was die schönsten drei Dinge waren. Das soll nichts Großartiges gewesen sein. Man kann die Frühlingssonne genossen oder jemanden etwas Gutes getan haben. Dabei geht es um Achtsamkeit, die kleinen Dinge zu schätzen.“

Um seine eigenen Vorlieben und Stärken zu leben, braucht es passende Umweltfaktoren. Gerade in Tirol seien diese Ressourcen in vielfacher Weise gegeben, so der Wissenschaftler: „Unsere Natur ist ein Schatz. Wir haben in unserem Land gute Rahmenbedingungen wie eine funktionierende Infrastruktur hinsichtlich der Nahversorgung, Bildung und Medizin, aber auch bei den vielen Gelegenheiten der Freizeitgestaltung,“ sagt Stefan Höfer. Innerhalb dieser Bereiche eröffnen sich weitere Möglichkeiten: „ Es gibt nicht nur ein Geschäft oder einen Arzt, man ist nicht ausgeliefert, sondern kann sich jederzeit entscheiden, woanders hinzugehen.“ Laut Stefan Höfer geben auch Institution wie eine Region oder eine Firma, die sich zum Ziel setzt, das Potential der Menschen die dort leben und arbeiten zu fördern, gute Möglichkeiten um das Wohlbefinden der Bevölkerung langfristig zu steigern.

Als Vorzeigebeispiel holt sich Kufstein an einem langen Wochenende die Glück.tage in die Region und legt damit den Grundstein für eine neue Kultur-Veranstaltungsreihe. Einerseits sollen die Glück.tage die Schönheit unseres Landes in einem besonderen Licht zeigen und andererseits einen Beitrag zur persönlichen Entwicklung leisten. Bekannte Persönlichkeiten, die sich mit diesem Thema auseinandersetzen geben Denkimpulse, die durchaus auch kritisch sein können, denn es geht nicht nur ums Schönfärben, sondern um den ehrlichen Gedankenaustausch, der jenseits einer esoterischen Ebene angelegt ist. International renommierte Autoren aus den Bereichen Literatur, Philosophie und Naturwissenschaft referieren innerhalb der Fachgebiete.

Mehr dazu finden Sie auf www.glueck-tage.com

Wenn Sie mehr über Ihre eigenen Stärken in Erfahrung bringen möchten, können Sie an der Studie der Medizinischen Universität zur Erhebung von Stärken und Glück teilnehmen: http://bit.do/glueck

Techniken und Interventionen zur Förderung von individuellen Wohlbefinden sind unter http://www.key-competence-happiness.eu abrufbar

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