Kärntens malerische Slow Trails

Nach einer wochenlangen Corona-Zwangspause ist es nun wieder an der Zeit, seinen Bewegungsdrang in freier Natur auszuleben. Wer dabei nicht auf überlaufenen Pfaden wandeln, eine Auszeit vom Stress des Alltags nehmen und die einzigartige Schönheit der Natur genießen möchte, sollte einen Abstecher auf einen Slow Trail wagen. Wir verraten Ihnen, auf welchen Routen sich Kärnten von seiner schönsten Seite präsentiert.

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Slow Trails stellen den entspannten Naturgenuss für alle Sinne in den Mittelpunkt und können auch von ungeübten Wanderern locker gemeistert werden Foto: Colourbox.de

Aktuell gibt es sechs heimische Wanderwege, die sich der Slow Trail-Philosophie verschrieben haben. Sie alle verlaufen im Umkreis idyllischer Seen und weisen einige weitere Gemeinsamkeiten auf: Auf keiner Strecke müssen mehr als zehn Kilometer sowie 300 Höhenmeter bewältigt werden, die maximale Gehzeit der Touren beträgt drei Stunden und auch ein Sprung ins kühle Nass ist auf jedem Ausflug möglich. Zudem sind keine außergewöhnlichen Kenntnisse in Sachen Trittsicherheit, Kondition oder Bergerfahrung vonnöten.

Der Mensch und die Natur

Darüber hinaus finden sich auf jedem Slow Trail mehrere kreativ gestaltete Verweilplätze, die das individuelle Motto des jeweiligen Pfades für alle Sinne des Wanderers aufbereiten. Auf ihnen soll eine besonders intensive Beziehung zwischen Mensch und Natur entstehen, eine beinahe meditative Gelassenheit neue Perspektiven eröffnen und das Bewusstsein des Gastes für die einzigartige Faszination der Landschaft geschärft werden.

Träumen am Millstätter See

Mann und Frau sitzen auf Felsen und blicken in die Landschaft
Die Slow Trails rund um den Millstätter See begeistern die Besucher mit himmlischen Ausblicken Foto: Kärnten Werbung, Uwe Geissler

Gleich zwei Slow Trails gilt es vor der sanft hügeligen Kulisse des Milstätter Sees zu entdecken: Der Slow Trail Mirnock (2,6 km/155 Höhenmeter) führt über betörende Blumenwiesen und durch schattige Waldstücke zum Sternenbalkon, wo insbesondere während des Sonnenuntergangs ein bezauberndes Panorama zum Träumen einlädt. Der Slow Trail Zwergsee (3,6 km/71 Höhenmeter) erzählt wiederum von der Geschichte Millstatts und führt dem Besucher die Wirkung des Naturraums Wald vor Augen. Den Höhepunkt der Tour bildet die „Waldbühne auf der Luschan Höhe“, eine schiffsähnliche Aussichtsplattform, die einen atemberaubenden Blick auf den Millstätter See sowie die Villenarchitektur aus der Zeit der Sommerfrische freigibt.

Ein Paradies für Tierfreunde

Zwei Wanderer auf Aussichtsturm in einem Moor
Das Bleistätter Moor zeichnet sich durch eine beinahe unendlich vielfältige Flora und Fauna aus Foto: Region Villach Tourismus/Stefan Leitner – mit Unterstützung von Bund und Europäischer Union
Am Ostufer des smaragdgrünen Ossiacher Sees liegt das Bleistätter Moor, dessen Artenreichtum über die zwei verschiedenen Streckenführungen des Slow Trails Bleistätter Moor (7,1 km/12 Höhenmeter bzw. 6 km/86 Höhenmeter) erkundet werden kann. Befreit von dem Ballast der täglichen, stressigen Routine bietet der Wanderweg die einmalige Gelegenheit, gemütlich in den ursprünglichen Lebensraum von ca. 100 verschiedenen Vogelarten, Schmetterlingen, Fledermäusen und dem Biber einzutauchen.

Das Schmuckstück des Wörthersees

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In den Wäldern an den Ufern des Wörthersees gilt es so manchen Naturschatz zu heben Foto: Colourbox.de

Der Slow Trail Römerschlucht (6,7 km/220 Höhenmeter) passiert den historischen Römerstein und alte Waagenspuren bevor er ein wahrhaftes Kleinod in den Tiefen der Wälder umrundet – den Forstsee, der mit Fug und Recht als kleiner Bruder des Wörthersees bezeichnet werden kann. Die wild romantischen Uferpartien dieses stillen Naturjuwels versetzen den Besucher augenblicklich in einen Zustand totaler Ausgeglichenheit. Der Aussichtspunkt „Hohes Kreuz“ begeistert zum Abschluss mit einem imposanten Blick über die Bergwelt des Kärntner Zentralraumes.

Prächtige Panoramen am Klopeiner See

Männer mit Fernrohr an Seeufer
Der Klopeiner See kann ebenfalls mit unzähligen herrlichen Landschaftsbildern brillieren Foto: Kärnten Naturerleben - © Kärnten Werbung, Franz Gerdl

Über den Slow Trail Kitzelberg (3,5 km/230 Höhenmeter) gelangt man spielend leicht durch einen pittoresken Wald auf den 686 m hohen Gipfel des gleichnamigen Berges. Oben angekommen erwartet einen ein zauberhafter Ausblick auf den Klopeiner See und den Turnersee – zwei Badeseen, die sich österreichweiter Beliebtheit erfreuen. Ferner kann die Wanderung mit traumhaften Ansichten des in einen Schilfgürtel eingefassten Kleinsee sowie der Pfarrkirche Stein im Jauntal, die für das Brauchtum des „Striezelwerfens“ bekannt ist, aufwarten.

Ein Kunstwerk der Natur am Presseger See

Fahrradfahrer auf Steg
Die Gipfel der Karnischen- und Gailtaler Alpen veredeln den Pressegger See zu einem ganz besonderen Schmuckstück Foto: Kärnten Werbung, Uwe Geissler

Die Anmut einer Schilflandschaft wird auch entlang des Slow Trails Pressegger See (6 km/20 Höhenmeter) zelebriert. Dieser führt jedoch direkt zwischen ihren dicht stehenden Halmen hindurch, woraus sich unvergessliche Begegnungen mit Bewohnern wie den Haubentauchern ergeben. Die Karnischen- und Gailtaler Alpen, deren beeindruckende Gipfel steil in den blauen Himmel emporragen, bilden das Tüpfelchen auf dem i dieser grandiosen Landschaftsszenerie. Ein Ausflug an den Pressegger See lässt sich außerdem wunderbar mit dem Besuch eines Slow Food-Gastronomiebetriebes verbinden, um authentische, nach traditionellem Rezept sowie von Hand gefertigte und aus hochwertigen regionalen Zutaten produzierte Schmankerl zu verkosten.