Vorfreude auf das schwarz-weiße Heimfinale

Cup-Finale. Schwarz-Weiße Völkerwanderung über die Pack – 25.000 Sturm-Fans wollen ihre Mannschaft zum Sieg über Red Bull treiben. Vor diesem Saisonhighlight tankt
Heimkehrer Jakob Jantscher Kraft auf seiner idyllischen Landwirtschaft

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Der Cup-Triumph 2010: Gemeinsam mit Daniel Beichler jubelte Jakob Jantscher (l.) über den Titel. Foto: GEPA Pictures
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Auf seiner Landwirtschaft im beschaulichen Gnaning schöpfte Jakob Jantscher Kraft für das Finale. Foto: Privat

Richtig idyllisch ist es hier: Gnaning, ein 380-Seelendorf, das politisch zur Fusionsgemeinde Fernitz-Mellach zählt – landläufig würde man sagen, dass sich hier Fuchs und Henn gute Nacht sagen. Sichtlich stolz fährt auf einem riesigen alten Landwirtschaftsanwesen Jakob Jantscher mit seinem neuesten Boliden aus der Scheune: Einem Traktor – wie es sich eben für einen echten Landwirt gehört. „Wir haben hier 3.000 Obstbäume, einen Fischteich und etwas Wald – mit dem Grundstück haben sich meine Frau und ich einen Traum erfüllt. Wir haben letztes Jahr schon über 200 Liter Birnensaft und Ribiselmarmelade gemacht“, erzählt Sturms Heimkehrer stolz.

 

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Am Mittwoch soll sich die Geschichte von 2010 wiederholen – über 20.000 Sturmfans werden wieder über die Pack nach Klagenfurt zum ÖFB-Pokalfinale reisen. Foto: GEPA Pictures

 

“Meine Mannschaftskollegen wissen gar nicht, was sie da erwartet …“

Erinnerungen. Mit der Idylle wird’s am 9. Mai im an sich ja auch nicht sehr großstädtischen Klagenfurt vorbei sein, steht wieder eine schwarz- weiße Völkerwanderung über die Pack zum Cup-Finale an. Jakob Jantscher wird am Feld der einzige Spieler sein, der schon beim letzten Pokal-Triumph am Wörthersee im Jahr 2010 dabei war. „Ich glaube, meine Mannschaftskollegen wissen gar nicht, was sie da erwartet – aber wenn dich dann in Klagenfurt 25.000 Sturm-Fans zum Sieg peitschen wollen, das ganze Stadion schwarz-weiß einfärben, ist das einfach nur unglaublich“, gerät der inzwischen vom Shootingstar zum Routinier gereifte 29-Jährige bei der Erinnerung an diesen 16. Mai 2010 ins Schwärmen. „Das Halbfinale war ein kleiner, aber großartiger Vorgeschmack auf das, was uns da erwartet. Da war dieser viel zitierte Sturm-Geist für alle greifbar. Das Stadion hat uns sprichwörtlich ins Finale getragen.“

Rückkehrer. Unmittelbar nach dem Cup-Sieg 2010 wechselte Jantscher nach Salzburg, ehe ihn dann eine Tournee über Dinamo Moskau, Nijmegen, Luzern und zuletzt Rizespor durch halb Europa führte. Daran, dass er irgendwann wieder das schwarz-weiße Dress anziehen würde, hat der Familienvater nie gezweifelt. „Für mich war immer klar, dass ich zurückkomme, Sturm ist einfach mein Verein. Es hat dann oft Gespräche gegeben – jetzt hat es eben für beide Seiten gepasst. Eigentlich hat es nur einen Termin mit Günter Kreissl gebraucht und alles war klar. Ich kann mich aktuell einfach voll und ganz damit identifizieren, wie der Klub agiert.“

Karriere. Viele haben Jantscher trotz einer EURO-Teilnahme, bis dato 23 Länderspielen, je zwei Meister- und Cuptitel eine noch größere Karriere vorausgesagt, kritisierten den einen oder anderen Vereinswechsel. Jantscher bereut jedenfalls nichts. „Weil ich bei jeder Station sportlich und menschlich irrsinnig viel mitgenommen habe. Ich habe Titel gewonnen, bin aber auch abgestiegen – an solchen Dingen wächst du einfach. Ich möchte nichts davon missen.“

Logisches Endspiel

Das Beste. Das Finale gegen Salzburg ist für den ehemaligen Legionär nur das logische Endspiel „zwischen den aktuell besten österreichischen Mannschaften.“ Über die Qualität seines Ex-Klubs gibt’s nichts zu diskutieren, „das sieht man ja jede Woche. Über eine gesamte Saison ist es sicher schwierig, ihnen Paroli zu bieten, aber in einem Spiel ist alles möglich.“

 

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Foto: GEPA Pictures

 

Große Ziele. Der anvisierte Cup-Titel soll jedenfalls nicht der einzige künftige Zuwachs für den Trophäenraum in Messendorf sein. „Ich gehe nicht in eine Saison und sage, dass ich Zweiter oder Dritter werden will. Unser Kader hat eine unglaubliche Qualität – wir wollen mit unseren Fans Titel feiern und die erste Party soll gleich in Klagenfurt steigen.“

Schnaps. Auf die Frage, ob er in seiner Karriere nicht auch einmal gerne ein Grazer Derby spielen würde, muss Jantscher lächeln. „Was soll ich darauf jetzt sagen? Ich glaube nicht, dass ich das noch erleben werde. Von der Stimmung her wäre es aber sicher sehr lässig.“ Sollte es im Cup zu einem Wiedersehen mit dem einstigen Lokalrivalen kommen, könnte man darauf ja mit einem echten Jantscher-Schnaps anstoßen – der dafür nötige Brennkessel soll in Bälde in Gnaning eintreffen …