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Das Gleisdorfer Unternehmen Vitrasan mischt mit hochwertigen Hanfprodukten den heimischen Apothekenmarkt auf. Die Geschäftsführer Matthias Schöggl und Thomas Sulzer gewähren im Weekend-Chefbüro Einblick in ihre Vision.

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Weekend: Sie haben Vitrasan erst Anfang des Jahres gegründet und steuern schon jetzt auf einen zweistelligen Millionenumsatz hin. Hat Sie dieser Erfolg vielleicht sogar selbst etwas überrascht?

Thomas Sulzer: Vom Potenzial unserer Produkte waren wir natürlich immer überzeugt – logisch, das ist wohl jeder Unternehmer. Wir haben als Firma mehrere Marken im Portfolio und versuchen eben einen gesunden Mittelweg aus Produkten, die online und solchen, die in Apotheken erhältlich sind, anzubieten. Wir haben bisher seit der Gründung im Jänner in jedem Monat Mitarbeiter aufgenommen – unseren Umsatz haben wir in Zweimonats-Schritten ständig verdoppeln können. Also ehrlich gesagt, ja, auch für uns ist dieser Erfolg quasi aus dem Stand, schon überraschend gekommen. Aber ich denke, bei uns wissen das alle richtig einzuschätzen und wir bleiben schön demütig.

Weekend: Kann man sagen, dass Sie beim aktuellen Boom um Hanfprodukte einfach zur richtigen Zeit am richtigen Ort waren?

Matthias Schöggl: Hanf und das CBD haben den gesamten Gesundheitsmarkt förmlich überrollt. Hanf ist ja auch die Heilpflanze 2018 geworden. Ich denke, dass es vor allem auch für die Medien eine interessante Geschichte ist, da es eben einen Hauch von Verbotenem hat. Obwohl wir hier ja nicht vom Suchtgift THC sondern von CBD, also dem Cannabidiol, sprechen. Wir haben uns das entsprechende Know-how angeeignet, Produkte designt und vor allem den nötigen Qualitätsaspekt reingebracht. Wir bieten herausragende Gesundheitsprodukte an, die es auch für Apotheken, an denen der Markt ja bisher vorbeigeschrammt ist, leichter macht, sich zu positionieren. Unser Erfolgsgeheimnis ist die große Palette an innovativen und eigenständigen Produkten zu besten Preisen am Markt.

Weekend: Wann soll ich denn nun CBD-Produkte einnehmen – ist es tatsächlich das vielzitierte Zaubermittel im Gesundheitsbereich?

Matthias Schöggl: Zaubermittel ist es sicher keines. Die größten Einsatzgebiete sind zweifellos Stresssymptomatik, Burn-out, Entspannung – unter ärztlicher Aufsicht gibt es aber auch gute Studienergebnisse etwa bei Epilepsie – CBD wirkt auch komplementär bei Krebs. Unser größter Antrieb ist aber die Begeisterung unserer Anwender. Und die gibt es nur, weil wir in der Lage sind, ein standardisiertes Produkt mit reproduzierten Qualitäten anbieten können.

Weekend: Kritiker orten einen Wildwuchs an CBD-Produkten – halten Sie eine strengere Regulierung für sinnvoll?

Thomas Sulzer: CBD ist nicht psychoaktiv, deshalb halten wir es für richtig, dass dieser natürliche Inhaltsstoff der Hanfpflanze auch frei verkauft werden darf. Jedoch sind die Qualitätsunterschiede der angebotenen Produkte eklatant. Wenn man an einem Automaten oder Growshop CBD-Produkte kauft, ergeben sich einige Fragen. Was ist da wirklich drin, wie ist die Lagerung, woher kommt das Produkt? Leider machen viele auch Heilversprechungen, was völlig unseriös ist. Für uns wären klare Spielregeln, an die sich alle halten, sehr wünschenswert.

Weekend: Woher beziehen Sie den von Ihnen angesprochenen Bio-Hanf?

Matthias Schöggl: Die Felder sind in der Toskana bzw. im Burgenland – wir bekommen von dort den Rohstoff und machen dann aus unseren Ideen herausragende Gesundheitsprodukte.

Weekend: Wohin soll die Reise nach dem erfolgreichen Start in Zukunft gehen?

Thomas Sulzer: Wir wollen uns im nächsten Jahr in allen Richtungen vergrößern – von unseren Räumlichkeiten über die Mitarbeiteranzahl bis natürlich zum Umsatz. Wir sind gerade im Aufbau eines österreichweiten Apothekenvertriebs – dafür starten wir ein neues Apothekerportal, wo sich die Apotheker einloggen und dann unsere apotheken- exklusiven Marken beziehen können. Der nächste logische Schritt wäre dann natürlich nach Deutschland. Dazu wollen wir im nächsten Jahr mit unseren Online-Marken international durchstarten.