Vernetzung auf Steirisch

Vorreiterrolle. Israel zählt in der Humantechnologie und auch bei Startup-Unternehmen zur absoluten Weltspitze – findige steirische Unternehmen knüpften jetzt vor Ort Kontakte.

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Kooperation mit Israel: Robert Brugger (ICS), Günther Schabhüttl (WKO), LR Barbara Eibinger-Miedl, Johann Harer (HTS), Lars-Peter Kamholz (Meduni). Foto: Land Steiermark

Schalom! Israel kann nicht nur auf eine jahrtausende alte Geschichte zurückblicken, sondern wird auch in Zukunft seine Spuren in der Weltgeschichte hinterlassen – und das nicht nur politisch. Das kleine Land im Nahen Osten ist mit etwas mehr als 22.000 km2 zwar nur etwas größer als die Steiermark (16.401 km2), nimmt aber in Sachen Innovation und Hochtechnologie eine weltweite Vorreiterrolle ein. 

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Foto: colourbox.de

Weltspitze

Davon konnte sich in dieser Woche auch eine hochkarätig besetzte steirische Delegation vor Ort überzeugen. „Israel ist in der Humantechnologie herausragend und hat beispielsweise bei den Medizinprodukten, bezogen auf die Einwohnerzahl, die weltweit höchste Anzahl an Patienten. Darüber hinaus zählt Israel in Bezug auf die Digitalisierung und hier vor allem bei der Internetsicherheit zu den führenden Nationen“, erläutert die weiß-grüne Delegationsleiterin, Landesrätin Barbara Eibinger-Miedl. Beeindruckend: Nach den USA und China stellt das kleine Israel die drittmeisten Unternehmen an der Elektro-Börse NASDAQ. 

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Foto: geopho.com

Startups

Aber gerade auch im Start-up-Bereich nimmt Israel eine absolute Vorreiterrolle ein – verzeichnet sogar die weltweit höchste Dichte pro Einwohner. „Israel hat eine sehr aktive und dynamische Start-up-Szene. Bei einer Konferenz im Jänner in Graz haben erste Gespräche über Kooperationen stattgefunden. Unser Ziel ist es, heimische und israelische Startups zu unterstützen“, sagt die Landesrätin. In Israel wurden nun erste Details zu dieser Kooperation fixiert. So wurde in Tel Aviv eine Absichtserklärung mit dem Biotech-Accelerator Shizim unterzeichnet. „Shizim, die Med-Uni, Joanneum Research und das Land Steiermark in Form des Humantechnologie-Cluster – wir wollen so die Inkubation und Entwicklung von Startups in der Steiermark vorantreiben“, erklärt HTS-Chef Johann Harer. So wird Shizim ein Büro in Graz eröffnen – und dort sollen auch israelische Startups angesiedelt werden. „Ziel muss es sein, unsere hervorragende F&E- Quote besser und vor allem schneller in die Wirtschaft zu transferieren“, hofft Harer.

Weltneuheit

Eines dieser Unternehmen ist Joysys aus Weiz. Im Jahr 2015 gegründet, hat sich das kleine aber feine Start-up in der Fachwelt schnell einen Namen gemacht. „Wir entwickeln und betreiben Technologien zur Gesundheitsbewertung und -steuerung“, erklärt Geschäftsführer Thomas Hassler. Nun steht das nur neun Mitarbeiter kleine Team vor der Markteinführung einerWeltneuheit „Dieser Health Monitor ist nicht größer als ein Manschettenknopf, misst aber mittels Fingersensoren sechs herzrelevante Parameter und überträgt diese Daten in Echtzeit aufs Smartphone.“ Im Klartext: Wenn das Gerät (der Chip kommt von der AMS AG) bei einem EKG eine starke Abweichung festgestellt hat, bekommt man eine Alarmmeldung aufs Handy, umgehend den Arzt zu konsultieren.

Der Health Monitor ist nicht größer als ein Manschettenknopf, misst aber sechs herzrelevante Parameter und überträgt diese aufs Smartphone“, Thomas Hassler (Geschäftsführer Joysys)

 

Wahre Größe

Nach der medizinischen Zertifizierung soll Ende Juni die Markteinführung erfolgen – nahezu alle großen internationalen Hersteller und weitere namhafte Investoren haben bereits Interesse bekundet. So auch aus Israel. Und die alte Redewendung, dass es eben nicht immer auf die Größe ankommt, stimmt ganz offensichtlich sowohl bei Israel als auch bei Joysys …

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