VAWIS-Gründer greifen Kärntner Wirtschaft unter die Arme

Von Ruhen keine Spur: Jahrzehntelang waren drei Kärntner in den verschiedensten Branchen höchst erfolgreich unterwegs. Die Erfahrungen wollen Reinhard Huber, Bernhard Holzer und Manfred Muchar aber nicht für sich behalten. Obwohl sie bereits in Pension sind, wollen sie mit ihrem Know-how ihren Teil zum wirtschaftlichen Aufschwung des Landes beitragen. Start-ups und bereits bestehende Unternehmen, die an einem Wendepunkt angelangt sind, können von dem Wissensschatz, der sich bei VAWIS ansammelt, profitieren.

_BWT7710.gif
Ruhelos: Reinhard Huber, Bernhard Holzer und Manfred Muchar wollen mit VAWIS der Kärntner Wirtschaft zum Aufschwung verhelfen Foto: Studiohorst

Ruhestand ist ein Ausdruck, den man im Wortschatz der drei Kärntner Reinhard Huber, Bernhard Holzer und Manfred Muchar vergeblich sucht. Die langjährigen Freunde wollten sich auch mit dem Eintritt in die Pension nicht aus der Wirtschaftswelt verabschieden, sondern gründeten VAWIS (Vereinigung aktiver Wirtschaftssenioren), um jene, die noch Mitten im Berufsleben stehen, mit ihrem Wissen und ihrer Erfahrung zu helfen. „Kraft meines Alters“ ist jedoch nicht das Motto des Trios und der anderen Mitglieder. Reinhard Huber: „Unser Alter berechtigt uns nämlich nicht dazu, den Leuten zu zeigen, ,wo der Bartl den Most holt‘. Wir wollen unser Know­how weitergeben. Wir bilden uns selbst auch weiter, um stets am Puls der Zeit zu sein und um mit unseren Partnern auf Augenhöhe diskutieren zu können.“ Huber war 20 Jahre lang als Gründervater unterwegs. Er hat mehr als 1.000 Start­ups beraten und weiß daher genau, welche Fehler einem enthusiastischen Gründer unterlaufen können.

Nachfolger gesucht

Menschen, die den Schritt in die Selbstständigkeit wagen, sind also potenzielle Klienten der Vereinigung. Aber auch klein­ und mittelständische Firmen und Ein­Personen­Unternehmen, die Hilfe bei der Neuausrichtung brauchen. Bernhard Holzer war 35 Jahre lang in verschiedenen Industriebranchen tätig. Er spricht einen weiteren möglichen, volkswirtschaftlich betrachtet großen, Einsatzbereich an: „3.300 Unternehmen stehen in Kärnten in den nächsten zehn Jahren zur Nachfolge bereit. Da geht es um 20 bis 30.000 Arbeitsplätze und auf zehn Jahre gerechnet um 40 Milliarden Euro Umsatz. Eine Übergabe, ob innerhalb oder außerhalb der Familie, will von beiden Seiten gut durchdacht sein. Denn, so eine Studie, rund 43 Prozent der Firmen verlieren nach einer Übernahme an Umsatz und Arbeitsplätzen.“

ThinkstockPhotos-505473502.gif
Gründer und Unternehmer, die an einem Wendepunkt stehen, können sich bei VAWIS Rat & Hilfe holen Foto: Ridofranz/iStock/Thinkstock

Wissenspool

Dass die Suche nach einem geeigneten Nachfolger nicht unbedingt die einfachste Aufgabe eines Geschäftsmanns ist, musste auch Manfred Muchar erfahren. Den Weg vom Angestellten zur Führungsposition und dann zur Selbstständigkeit mit rund 50 Beschäftigten hat der Klagenfurter hinter sich. Er war im Bergbau, in der Baustoffindustrie, der Papier­ und Holzverarbeitung sowie zuletzt im Elektronikbereich tätig. Den großen Schatz an Erfahrung will auch er nicht verbergen, sondern teilen. „Der Verein fasziniert mich insofern, als dass sich Charaktere aus den verschiedensten Branchen treffen und einen Wissenspool schaffen, der jede Frage zur Selbstständigkeit professionell beantworten kann“, so Muchar.

Kompetente Partner

Die Herren verstehen sich nicht als Berater, sondern als Coaches, die ihre Klienten begleiten, mögliche Stolperfallen aufzeigen, Kontakte zur Verfügung stellen und im Notfall auch hart durchgreifen. Ihre Dienste werden in den kommenden Jahren gefragter sein denn je. „Die Arbeitswelt geht immer weiter weg vom klassischen Angestelltenverhältnis hin zur Selbstständigkeit. Ich glaube schon, dass wir amerikanische Verhältnisse bekommen“, so Huber und betont abschließend: „Da gibt es ein Zitat, dessen Autor mir unbekannt ist, aber es passt ganz gut zu uns: Die Jungen sind schneller, aber die Alten kennen die Abkürzung!“

"Man muss sich irgedwann vom Jugendwahn abnabeln und versuchen mit seiner Erfahrung irgendetwas zu machen und anderen Menschen zu helfen."
Reinhard Huber, Geschäftsführer VAWIS

 

"Die Kärntner gehen es zwar gemütlicher an, aber es tut sich schon was hierzulande. Vor allem bei den Jungen. Es entstehen spannende Firmen."
Manfred Muchar, Vorstandsmitglied VAWIS

 

"Wir sind jene, die ein Stück dazu beitragen wollen, die Kärntner Situation zu verbessern, indem wir unsere Erfahrung zur Verfügung stellen."
Bernhard Holzer, Vorstandsmitglied VAWIS

 

Weitere Infos gibt es unter www.vawis.at

Mehr zum Thema: