Unwettersommer – Unter Strom

Blitze, Donner & Tornados. Es kracht, es zischt, es pumpert – die Unwetter ziehen über das (steirische) Land. Wieso? Woher? Und was tun? Hier die Antworten.

ThinkstockPhotos-100387206.jpg
Foto: James Thew/Hermara/thinkstock

Ein Mann wird in seinem Leben sieben Mal vom Blitz getroffen. Okay, so viel Pech muss man erst einmal haben, aber ganz ohne Zweifel kracht es momentan so oft und wild, dass mittlerweile immer mehr Menschen die Auswirkungen der Natur zu spüren bekommen. Geht es nach dem österreichischen Blitzortungssystem ALDIS, dann sind wir Steirer die  „Umweltopfer“ schlechthin:  Eine Auswertung der österreichischen Bezirke mit der höchsten Blitzdichte (Zeitraum 2010 bis 2016) zeigt gleich sechs steirische Bezirke an der Spitze. Wobei Weiz mit über drei Blitzeinschlägen pro Quadratkilometer und Jahr den ersten Platz einnimmt. Aber weltweit gesehen sind das noch echte Lappalien. Denn die größte Blitzdichte der Welt gibt’s am und um den Maracaibo-See in Venezuela. 200 und mehr Blitze pro Quadratkilometer und Jahr sind hier üblich.

Klimaerwärmung? Wenn am Nachmittag nach 35 Grad wieder einmal die Welt untergeht, dann kommt ein Satz bestimmt: „Das haben wir jetzt von der Klimaerwärmung.“ Aber stimmt das wirklich? Alexander Orlik von der ZAMG tut sich schwer, das zu bestätigen: „Studien zu diesem Zusammenhang zeigen für verschiedene Regionen unterschiedliche Ergebnisse. Einer stark vereinfachten Theorie zufolge könnten in Zukunft schwere Gewitter aber tatsächlich häufiger auftreten, weil eine wärmere Atmosphäre mehr Wasserdampf aufnehmen kann.“

ThinkstockPhotos-466433611.jpg
Wann war der letzte Tornado in der Steiermark? Kleiner Tipp: Es ist noch gar nicht so lange her… Foto: andreusK/iStock/thinkstock

Niemals unter Bäume. Jetzt im Juli haben Gewitter übrigens Hochsaison – im Durchschnitt heißt das für die Steiermark, dass etwa 16.000 Blitze auftreten. Die bisher krasseste Ausnahme war der Juli 2005: In diesen 31 Tagen hat es in der Steiermark tatsächlich rund 30.000 mal geblitzt. Ob der Sommer 2017 da mithalten kann, das werden wir erst sehen. Was aber schon jetzt gut zu wissen ist, ist das richtige Verhalten, wenn man im Freien tatsächlich einmal von einem Gewitter überrascht wird. Die sicherste Position ist eine Hocke mit geschlossenen Füßen. Außerdem sollte man selbst nicht den höchsten Punkt im Gelände bilden – eine Bodenmulde wäre ideal. Auf keinen Fall sollte man sich übrigens unter einen Baum stellen. Ein Abstand zu allen Bäumen und Ästen von mindestens 10 Metern ist optimal.
Übrigens: Sicher jeder hat die Bilder des Wiener Tornados vorige Woche noch im Kopf. Zum Schluss also noch eine Schätzfrage. Wann gab es wohl den letzten Tornado in der Steiermark? 10 Jahre? 100 Jahre? Nein, ganz falsch: Am 23. Juni 2017 in Gleinstätten.

Wussten Sie, dass …

… ein einziger Mensch gleich sieben Mal vom Blitz getroffen wurde? Roy C. Sullivan aus Virgina in den USA war Parkplatzwächter und wurde zwischen 1942 und 1977 gleich sieben Mal vom Blitz getroffen. Der erste zerstörte nur seinen Zehennagel, der letzte führte leider schon zu Verbrennungen an Brustkorb und Magen. Aber gestorben ist er an keinem der Blitzschläge.
… der Yellowstone-Nationalpark für vier Monate gebrannt hat? Und schuld am größten Waldbrand der Nationalpark-Geschichte ist tatsächlich ein Blitz im September 1988. 500.000 Hektar der Waldfläche verbrannten.
… die Mega-Metropole New York für 25 Stunden durch einen Blitz lahmgelegt wurde? 1977 trifft ein Blitz ein Transformatorhäuschen am Hudson River so unglücklich, dass in New York für 25 Stunden weder Ampeln noch Klimaanlagen oder Lichter funktionierten. Die Folge waren Massenplünderreien. Die Polizei nahm 4.000 Menschen fest – die größte Massenverhaftung in der Geschichte von NYC. Ausgelöst durch einen Blitzschlag …

 

Mehr zum Thema: