Tanja Doboczky - Die Perle des Südens

Die Klagenfurterin hat - mit dem Naturkosmetikhersteller Ringana im Rücken - eine bilderbuchreife Karriere hingelegt. Mit ihrem kürzlich erschienen Buch will sie motivieren & inspirieren - aber nicht missionieren.

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„Network-Marketing ist eine Chance auf berufliche Freiheit und Selbstbestimmung.“ Tanja Doboczky, Ringana-Marketerin Foto: www.picturepeople.at

Weekend: Das berühmt-berüchtigte Network-Marketing hat ihr Leben verändern. Wie?
Tanja Doboczky: Ich habe während meiner zweiten Karenz nach einer Alternative zur klassischen Arbeitswelt gesucht. Ich war davor beim Online-Standard und bei der Kleinen Zeitung und hatte wirklich tolle Jobs. Aber ich wusste, ich musste etwas anderes finden, wenn ich stressfrei Familie und Karriere unter einen Hut bekommen und noch dazu gut verdienen möchte. Während meines Studiums bin ich schon mit dem Thema Network-Marketing in Berührung gekommen und dachte mir: Ja, das könnte es sein! Und ja, das war es dann auch tatsächlich.

Weekend: Was ist Network-Marketing?
Tanja Doboczky: Network-Marketing ist eine Vertriebsform, mit der sich die Hersteller die langen Transportwege und Lagerungen von beispielsweise Kosmetikprodukten und damit auch die chemischen Zusatzstoffe in den Produkten sparen können. Produkte kommen also vom Produzenten direkt zum Endkunden, chemische Haltbarmacher sind damit nicht nötig. So tut man sich und der Umwelt auf mehreren Wegen etwas Gutes. Das Ganze basiert auf Empfehlungen.

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Tanja Doboczky ist seit 13 Jahren erfolgreiche Ringana-Partnerin und hat inzwischen die höchste Marketingstufe innerhalb des Unternehmens erreicht Foto: www.picturepeople.at

Weekend: Was kann Network-Marketing als Alternative zur klassischen Arbeitswelt?
Tanja Doboczky: Es ist für viele Menschen eine Chance, monatlich 300 - 500 Euro (nach oben offen) dazuzuverdienen. Man hat kein Risiko, keine Investition, sondern einfach ein Produkt, hinter dem man steht und es weiterempfiehlt. 80 Prozent der PartnerInnen machen das nebenbei, um die Familienkasse aufzubessern. Es ist leicht verdientes Geld, mit dem man sich mehr leisten kann.

Weekend: ​Man bekommt doch von Klein auf eingetrichtert „Ohne Fleiß, kein Preis“. Jetzt preisen Sie hier leicht verdientes Geld an.
Tanja Doboczky: Es ist aber tatsächlich so einfach und ich glaube, deswegen sind die Leute auch dermaßen skeptisch. Es ist nur die Frage, will ich mein Leben verändern oder will ich weiter jammern. Glaubenssätze kann man ändern. Ein großer Teil meines Buches widmet sich der Persönlichkeitsentwicklung (im positiven Sinn), die ich im Laufe der Jahre durchlaufen bin.

Weekend: Danke für das Stichwort: Ihr Erstlingswerk „Network-Marketing – Liebe auf den 2. Blick“ soll Werbung für die Vertriebsform machen?
Tanja Doboczy: Es soll erstens Network-Marketing in ein anderes Licht stellen. Es gibt so viele Gerüchte, die gar nicht stimmen und mit diesen will ich aufräumen. Daher auch auf den zweiten Blick. Ich möchte Network-Marketing sympathisch und erfolgversprechend darstellen – es ist nämlich beides. Weiters soll es motivieren und inspirieren – jeder kann hier Karriere machen. Das dritte Motiv für das Buch war Kärnten. Es heißt immer, Kärnten hat nichts, kann nichts, alle gehen weg. Ich bin zurückgekommen und habe ein Arbeitsmodell gefunden, das ich betreiben kann, egal wo ich bin. Ich habe in Kärnten eine unglaubliche Dichte an Führungskräften herangezogen. Wir alle sind erfolgreich, obwohl wir alle nur in dem kleinen Kärnten arbeiten. Mein Team „Die Perlen des Südens“ in Kärnten besteht aus rund 2.000 PartnerInnen, europaweit sind es um die 6.000. In Summe hat Ringana jetzt an die 48.000 PartnerInnen europaweit, wir bedienen 600.000 Kunden, das Wirtschaftswachstum pro Jahr beträgt über 40 Prozent.

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Die Einnahmen aus ihrem Buch spendet die Klagenfurterin an ein Jugendprojekt Foto: www.picturepeople.at
Weekend: Haben Sie mit diesem unglaublichen Erfolg gerechnet, als Sie vor 13 Jahren an Bord gingen?
Tanja Doboczky: Mein Motiv – und das vieler PartnerInnen – waren damals leicht verdiente 300 bis 500 Euro zusätzlich zum Kinderbetreuungsgeld. Ich hatte ja kein Risiko, musste keine Investition tätigen. Ich stand hinter den Produkten, weil ich sie selbst verwendet habe und habe sie weiterempfohlen. Und dafür habe ich eben eine Provision bekommen. Anfangs sagten alle, in Kärnten würde das nicht funktionieren. Ich habe einfach so lange gerudert, bis es geklappt hat. Das Gleiche war dann in Spanien, hier habe ich ein Team aufgebaut, obwohl alle sagten, es sei unmöglich. Inzwischen ist Spanien nach Österreich, Deutschland und der Schweiz das erfolgreichste Land innerhalb Ringana.

Weekend: Sind Sie eine „aufdringliche Missionarin“, wie man sie von solchen Empfehlungs-Marketing-Geschichten kennt und weshalb viele auch so skeptisch der Branche gegenüber sind?
Tanja Doboczky: Nein, ich sage: ‚Schau her, das gibt es, das kann es.‘ Und wenn jemand nein sagt, ist es auch ok. Ich glaube, das ist eines meiner Erfolgsgeheimnisse. Ich bedränge niemanden.

Weekend: Sie setzen nicht nur mit den Ringana-Produkten ein klares Zeichen in Richtung Gesundheit, sondern sind auch sozial engagiert. Die Einnahmen aus Ihrem Buch kommen einem sozialen Zweck zugute?
Tanja Doboczky: Genau, der Gesamterlös aus dem Buch fließt in das soziale Projekt „Response: Jugend gestaltet Zukunft“. Weitere Infos dazu gibt es auf www.diedobo.com

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