Special Olympics: Spiele des Herzens

61 Athleten vertreten Österreich bei den Weltsommerspielen – das Weekend Magazin hat einen Athleten bei der Vorbereitung besucht.

Special Olympics
Die Vorbereitungen auf die Special Olympics World Summer Games sind in vollem Gange Foto: Diego Azbel/EPA/picturedesk.com

Spiele der Herzen – nein, die Olympischen Spiele haben diesen Titel oder dieses Gefühl längst verloren, sind zu einer Vermarktungs- und Geld(vernichtungs)maschinerie für Funktionäre, Konzerne und Staatschefs verkommen. Es gibt ihn aber noch – den olympischen Geist, diese wahre und aufrichtige Freude am Sport und am Miteinander, nämlich bei den Special Olympics, dem Kräftemessen der intellektuell beeinträchtigten Sportler.

114 Österreicher

Von 14. bis 21. März ist es nun wieder so weit: In Abu Dhabi steigen die Special Olympics World Summer Games. Angeführt von Special-Olympics-Österreich-Präsident Jürgen Winter wird Rot-Weiß-Rot bei diesem Großevent in den Emiraten mit insgesamt 114 Personen (61 Athleten, 21 Unified Partner, 20 Trainer und zwölf Funktionäre) vertreten sein.

Gelebte Inklusion

Einer unserer Helden in der Wüste ist Markus Pretterhofer. Der 26-jährige Grazer wird Österreichs Fußballteam verstärken – fünf beeinträchtigte Sportler werden von fünf sogenannten Unified-Partnern verstärkt. Das Besondere an "Manni", wie er von seinen Freunden und Mannschaftskollegen genannt wird: Er ist nicht nur Kapitän beim "Special Needs Team" des SK Sturm, den "Special Blackies", sondern trainiert auch einmal die Woche bei der Kampfmannschaft des SV Justiz, einem unterklassigen Grazer Fußballverein, mit – gelebte Inklusion in einer Gesellschaft, die immer weiter auseinanderdriftet.

Markus Pretterhofer
Markus Pretterhofer beim Training Foto: Jorj Konstantinov/GEOPHO.COM

Voll integriert

Markus fühlt sich bei den Justizlern sichtlich wohl, macht alle Übungen mit – ab und an unterstützt ihn sein Trainer und Unified-Partner Thomas Gruber. "Für den Manni ist es einfach eine super Sache, dass er hier mittrainieren darf – er wurde toll aufgenommen und voll akzeptiert und natürlich hat er sich auch sportlich weiterentwickelt."

Schwarz-weißes Herz

Die Lieblingsposition von Pretterhofer? "Rechter Flügel, ich bin ein echter Maschierer", lächelt der Fan von Borussia-Dortmund-Kapitän Marco Reus. Die Spiele in Abu Dhabi sind natürlich ein Highlight für den aufgeweckten jungen Mann. Aber die Krönung seiner fußballerischen Laufbahn hat er, wenn man so will, schon hinter sich – und zwar die Präsentation der "Special Blackies" bei ­einem Sturm-Match vor der Nordkurve, wo der harte Kern des Grazer Anhangs zu Hause ist. "Normal stehe ich ja selbst dort, und als wir dann da von den Fans gefeiert worden sind, war das ein Wahnsinn. Ich muss mich bei allen bei Sturm bedanken, die das für uns ermöglicht haben", gibt Markus wie ein Profi beim Interview zu Protokoll.

Spiele für das Herz

Bei Special-Olympics-Bewerben geht einem unweigerlich das Herz auf – und das im wahrsten Sinne des Wortes. Wenn man die Begeisterung, die Freude und den Willen der Athleten sieht und spürt, kann man gar nicht anders, als mit ihnen mitzufiebern. "Lasst mich gewinnen! Aber wenn ich nicht gewinnen kann, dann lasst es mich mutig versuchen", so der Eid, den alle Sportler vor den Spielen sprechen. Und dem kann man eigentlich nichts hinzufügen.

Unser Team in Abu Dhabi

Österreichs Athleten, Unified-Partner und Trainer bei den ­Special Olympics Weltsommerspielen in Abu Dhabi und Dubai:

  • Burgenland (10): Gerald Weinhofer, Harald Josef Wimmer, Mario Dukic, Filip Markov, Stefan Holzinger, Christine Werkovits sowie die Unified-Partner Ernst Lueger, Harald Hafner und Sebastian Koller und Trainer Christopher Koller
  • Kärnten (15): Walpurga Maier, Werner Maitz, Claus Kaltenbacher, Erich Koller, Andreas Unterberger, Ingo Werba, Stefanie Bodner, Christian Moritz, Alexander Domenig, Suzana Odzakovic sowie die Unified-Partner Lorraine Angerer, Herwig Furlan und die Trainer Arnold Struggl, Guntram Stark und Denise Kolbitsch
  • Niederösterreich (8): Michael Holub, Silvana Krdzic, Elsbeth Perz, Cornelia Pichelbauer, Paul Vogl, Sebas­tian Zamecnik sowie die Trainer Dogan Yeter und Ingrid Grundner
  • Oberösterreich (9): Johannes Binder, Susanne Kramer, Günter Mayrhuber, Lea Gschwandtner, Herbert Stephan Maier sowie die Unified-Partner Joachim Gilhofer und Fabian Schneider und die Trainer Patrick Oriold und Ute Zeilinger
  • Salzburg (12): Franz Bernhard Klampfer, Simon Wehrhan, Alexander Dick, Martin Schirnhofer, Denise Renate Stüblo, Felix Zver, Shiina Lechner, Thomas Aufschnaiter sowie die Unified-Partner Franz Klampfer, Markus Wehrhan und die Trainer Norbert Planitzer und Karl Kreisberger
  • Steiermark (17): Bettina Platzer, Bianca Gruber, Markus Pretterhofer, Dominik Maier, Sindy Jansenberger, Gertrude Slama, Elisabeth Waltersdorfer, Lena Strohriegel, Barbara Pölzl, Sascha Rössl sowie die Unified-Partner Thomas Gruber, Hans Graner, Florian Ptak, Markus Faymann und die Trainer Klaus Knoll, Pierre Gider und Martin Galler
  • Tirol (1): Raphael Brantner
  • Vorarlberg (26): Jürgen Rojko, Anna-Maria Mächler, Johanna Pramstaller, Katharina Swanson, Hakan Alkis, Fabian Ralf Groß, Michaela Klocker, Gabriele Kopf, Nicola Maitz, Johannes Summer, Desiree Bösch, Lukas Faes, Alexander Hehle sowie die Unified-Partner Lukas Berchtold, Simon Bischof, Clemens Olsen, Markus Reis, Matthäus Greber, Fritz Trippolt, Rainer Fritz und die Trainer Konrad Berchtold, Edwine Schittl, Josef Schittl, Petra Burtscher, Helmut Fessler und Heinz Rhomberg
  • Wien (4): Erich Krell, Manolito Eichinger sowie die Unified-Partner Karin Schöfmann und Beate Stingl