So ist Zufriedenheit in der Betreuung garantiert

Harald Janisch, Obmann der Fachgruppe Personenberatung und Personenbetreuung in der Wirtschaftskammer Wien, erklärt im Gespräch den Weg zu höchstmöglicher Qualität in der 24-Stunden-Betreuung.

HaraldJanisch_quer.png
Harald G. Janisch, Obmann der Fachbgruppe Personenberatung und Personenbetruung in der Wirtschaftskammer Wien. Foto: www.oliver-zehner.com

Herr Janisch, immer mehr Menschen nehmen 24-Stunden-Betreuung in Anspruch. Worauf führen Sie das zurück?

Harald Janisch: Auch wenn sie im Alltag Unterstützung brauchen, wollen die allermeisten ÖsterreicherInnen in den eigenen vier Wänden bleiben. Die 24-Stunden-Betreuung macht das möglich, und zwar flexibel und leistbar. Und wie wir aus Umfragen wissen, sind mehr als 90 Prozent der Menschen, die selbstständige Personenbetreuung in Anspruch nehmen, damit auch zufrieden oder sehr zufrieden.

Sie vertreten die selbstständigen PersonenbetreuerInnen und die Vermittlungsagenturen. Was sind ihre Aufgaben? 
           
Harald Janisch: Unter anderem unternehmen wir große Anstrengungen, damit unsere Mitglieder ihre Leistungen in höchstmöglicher Qualität anbieten können, im Interesse ihrer KundInnen, aber auch in ihrem eigenen.

Was tun Sie dafür konkret?

Harald Janisch: Eine ganze Menge! In den letzten Jahren haben wir zum Beispiel dafür gesorgt, dass strenge gesetzliche Regeln für Vermittlungsagenturen eingeführt wurden. Auf der anderen Seite haben wir mit unserer „PersonenbetreuerInnen-Akademie“ ein gesundheitsförderndes und übrigens auch gut genutztes Aus- und Weiterbildungsangebot etabliert. Und wir haben uns lange um ein Qualitätsgütesiegel für Agenturen bemüht, das es mit dem ÖQZ-24 nun auch gibt. Es freut mich sehr, dass es bei den Agenturen auf großes Interesse stößt, obwohl für sie damit ein beträchtlicher Aufwand verbunden ist. Die gemeinsamen Anstrengungen tragen auch Früchte: Bei mehreren Tausend Kontrollbesuchen im letzten Jahr wurden in 98 % keinerlei Mängel festgestellt.         

Was sind die nächsten Schritte?

Harald Janisch: Wir arbeiten intensiv an einer Schlichtungsstelle, um Konflikte im Dreieck Familien – BetreuerInnen – Agenturen rasch lösen oder bestenfalls sogar vermeiden zu helfen. Mein größtes Anliegen ist es derzeit aber, dass die Politik im Zuge der anstehenden Pflegereform die staatliche Förderung für die 24-Stunden-Betreuung spürbar verbessert, wie immer das konkret aussieht. Nur so wird dafür gesorgt, dass die Menschen für Betreuungsleistungen in hoher Qualität auch angemessene Honorare zahlen können. Und wenn die Betreuung noch leistbarer wird, trägt das auch zur Entlastung pflegender Angehöriger bei. Nicht zu vergessen: Wenn weniger Menschen in die viel, viel teureren Heime müssen, sparen letztlich auch die SteuerzahlerInnen sehr viel Geld.

Pyramide.png
Auf einen Blick: Die Wirtschaftskammer setzt sich intensiv für höchste Qaulität in der selbstständigen Personenbetreuung ein. Vieles konnte bereits umgesetzt werden, an weiteren Schritten wird gearbeitet. Foto: Weekend Magazin
Weitere Informationen zu Arbeit der Fachgruppe Personenberatung und Personenbetreuung: www.personenbetreuung.wien