Siegeszug der Drohnen: Gefahr von oben!

Schon Asterix hatte Angst, dass ihm der Himmel auf den Kopf fällt. Diese Gefahr ist realer denn je, denn der Siegeszug der Drohnen nimmt seinen Lauf.

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Foto: colourbox.de

Es war am 22. Dezember 2015, zwei Tage vor Weihnachten, als Marcel Hirscher im zweiten Durchgang des Slaloms von Madonna di Campiglio in Italien als Letzter die Piste runterfährt, um die Bestzeit anzugreifen. Nach wenigen Fahrsekunden kracht eine Kameradrohne hinter Hirscher auf die Piste und zerschellt in ihre Einzelteile.

Hirscher bekommt davon nichts mit und gewinnt das Rennen, der Schock nach dem Rennen sitzt aber tief. Die Drohne hätte Hirscher schwer ver­letzen können. Grund für den Absturz war ein leerer Akku. Spätestens seit diesem Ereignis sind Drohnen stark im Fokus der Öffentlichkeit. Zu kaufen bereits um wenig Geld in diversen Elektrofachmärkten stellt sich immer wieder die Frage, wie gefährlich ­diese Luftgefährte sind.

Recht

Eines hat in der ­gesamten Diskussion um Drohnen aber immer Vorrang: die rechtliche Situation. Brennende ­Frage zum Beispiel: Darf ich eine Drohne, die über meinem Privatgrundstück kreist, abschießen oder anderweitig zum Absturz bringen? Die Antwort lautet ganz klar: Nein.

Justizminister Wolfgang Brandstetter hat eine parlamentarische Anfrage zu dem Thema beantwortet und ausrichten lassen, dass dies unter Sachbeschädigung fällt und ein Strafmaß von bis zu sechs Monaten Gefängnis nach sich ziehen kann. Natürlich darf der Drohnenhalter nicht einfach die Privatsphäre eines anderen verletzen – Selbstjustiz ist aber in dem Fall nicht erlaubt. Eine ­Anzeige bei der Polizei ist das Mittel der Wahl.

Luftfahrtgesetz

Was man darf und nicht darf, ist übrigens seit 2014 in einem ­neuen Gesetz geregelt – laut Austro-Control-Sprecher Markus Pohanka eines der schärfsten Drohnengesetze weltweit. Drohnen bis 250 Gramm Gewicht fallen unter die Kategorie Spielzeug und dürfen ohne Genehmigung bis maximal 30 Meter Höhe geflogen werden. Ab 250 Gramm bedarf es auf jeden Fall einer Genehmigung der Austro Control sowie einer verpflichtenden Haftpflichtversicherung fürs Luftgerät.

„Wir haben seit 2014 in etwa 2.000 Anträge erhalten, rund drei Viertel dieser Anträge wurden bewilligt“, berichtet ­Pohanka. Die Strafen bei ­einem nicht genehmigten Drohnenflug sind drakonisch. Bis zu 22.000 Euro Strafe können auf den Halter zukommen. Auch bei einer Genehmigung durch die Austro Control gibt es allerdings absolute Sperrzonen.

Vor allem in dicht besiedelten Gebieten sind die Flugmöglichkeiten deutlich eingeschränkt. In Flughafen­nähe dürfen sich keine Drohnen aufhalten, und auch Militärbasen sind absolutes Sperrgebiet. Dank des strengen Gesetzes gibt es in Österreich bis dato keine Zwischenfälle. „Eigenverantwortung beim Drohnenflug ist oberstes Gebot“, meint Pohanka ­abschließend.

Terrorgefahr?

Der Hausverstand sagt: Eigentlich könnten solche Drohnen sehr leicht als Terrorwaffe ein­gesetzt werden. Einfach eine Bombe drauf und rein in ein Stadion. Dieser Tatsache sind sich Behörden und Geheimdienste längst bewusst, und es wurden Vorkehrungen getroffen. Mit speziellen Störsignalen können Drohnen abgewehrt werden.

In Frankreich wurden Adler zur Terrordrohnenabwehr abgerichtet. Nur in Österreich ist es unklar, wer eine potenzielle Terrordrohne abschießen darf – Polizei oder Bundesheer. Irgendwie typisch! In dem Fall dürfte es dem Bürger aber völlig egal sein. Hauptsache die Gefahr ist beseitigt.