Shoppen ohne Reue: So einfach klappt es!

Shoppen kann rauschähnliche Gefühle hervorrufen. Leider klingen diese oft ebenso schnell wieder ab und ­hinterlassen manchmal sogar einen Kater. Wie holen wir mehr aus dem Einkaufs­-Erlebnis heraus?

Shopping Frau Handtasche
Shoppen, aber achtsam: für immer mehr Menschen ein Thema Foto: MoustacheGirl/iStock/Thinkstock

Ein ganz normaler Samstag in der Innenstadt. Ein Strom von Menschen mit vollgepackten Einkaufssackerln zieht vorüber. Stellt sich die Frage: Wie viel dieser soeben erstandenen Kleidung, Elektrogeräte, Wohnaccessoires und Kosmetik wurde wirklich benötigt? Wahrscheinlich nur ein Bruchteil. "Einkaufen gehen" ist zu einer Art Freizeitbeschäftigung geworden. Kein Wunder: Es macht ja auch Spaß! Aber macht es auch glücklich?

Ist das neu?

Die Motiv­forschung sagt, der Wunsch nach Anerkennung und eine Statuserhöhung durch die ­erworbene Ware seien die treibenden Shopping-Kräfte. Anders gesagt: Wenn wir mit dem neuen Kleid ins Büro ­gehen, wollen wir Komplimente hören. Doch beim zweiten oder dritten Mal werden die Kollegen kaum noch in Begeisterungsstürme verfallen. Jetzt sollte das Kleid mehr können, als nur neu zu sein, um uns weiter "glücklich" zu machen. Sehr oft ist der Zauber aber unwiderruflich dahin, das Kleid landet ganz hinten im Kleiderkasten. Ein neues muss her.

Auf Nummer sicher

Aber es gibt auch Dinge, die ihre Anziehungskraft behalten. Das sind zum einen jene, die von so guter Qualität sind, dass sie lange halten. Ein Paar hochwertiger Stiefel kann durchaus viele Jahre halten, während sich bei anderen nach ­einer Saison die Sohle abzu­lösen beginnt. Ein anderer Aspekt von Qualität: die verarbeiteten Materialien und Rohstoffe. Naturkosmetik etwa enthält idealerweise nicht nur keine Chemiebomben, sondern greift auf ­Inhaltsstoffe aus der Region zurück. Auch bei Textilien, Brillengestellen und Echtschmuck lohnt es sich, zu hinterfragen, woraus das Produkt besteht. Beispiele: Für Brillen von neubau wird das Öl von Pflanzensamen ver­arbeitet, Silberschmuck von Pandora besteht zu 91 Prozent aus recyceltem Silber. Und die vielleicht wichtigste Frage: Wer hat es (und unter welchen Bedingungen) hergestellt? Ein Hinweis auf eine menschenwürdige Produk­tion kann, muss aber nicht ein höherer Preis sein. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte ein wenig recherchieren, etwa auf www.bewusstkaufen.at

Im Bann des Guten

Die positiven Gefühle, die wir mit dem Einkaufen verbinden, haben ganz viel mit dem Belohnen zu tun: Wir haben es uns verdient, uns etwas zu gönnen. Aber auch um den Preis, dass andere oder die Umwelt darunter leiden müssen? Nach den Kaufmotiven "Ansehen" und "Neugier" landet das "gute Gewissen" heute laut Konsumforschung schon auf Rang drei. Langlebigkeit, Regionalität, Umweltverträglichkeit, Produktionsbedingungen: Was oft eher langweilig mit dem Wort "nachhaltig" beschrieben wird, ist in Wirklichkeit recht aufregend. Es ist quasi ein Produktmerkmal, das dafür sorgt, die Zauberwirkung eines Einkaufs zu verlängern.