Schnelle Hilfe bei kranken Kindern

Der Pflegeurlaub ist aufgebraucht, das familiäre Netzwerk nicht vorhanden - und das Kind ist krank. Berufstätige Eltern müssen in einem solchen Fall ein noch größeres Geschick an den Tag legen, damit Kind und Beruf nicht leiden. Das Land Kärnten und seine Kooperationspartner haben nun ein neues Pilotprojekt ins Leben gerufen, das genau hier ansetzt. "Schnelle Hilfe - Wir betreuen Ihr krankes Kind" startet im November.

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Im Notfall: Ein neues Angebot soll berufstätigen Eltern kranker Kinder unter die Arme greifen Foto: LightFieldStudios/iStock/Getty Images

Was tun, wenn das Kind plötzlich krank wird? Daheim bleiben. Das wäre die einfachste und logischste Antwort. Ja. Aber leider ist das nicht immer und jedem möglich. Ist der Pflegeurlaub aufgebraucht und fehlt ein familiäres Netzwerk, auf das man im Notfall zurückgreifen kann, wird die Situation nämlich noch brenzliger. Hier setzt das neue Pilotprojekt des Landes und der AVS an. "Schnelle Hilfe - Wir betreuen Ihr krankes Kind" startet am 1. November 2019 in Klagenfurt, Villach und Spittal sowie deren Umgebung.

Vetrautes Umfeld

Zum Einsatz kommen mobile ausgebildete Elementarpädagoginnen und -pädagogen mit langjähriger Erfahrung, die sich professionell und liebevoll um erkrankte Kinder kümmern – und das zuhause, in ihrem vertrauten Umfeld. Die krankheits- und altersgerechte Betreuung wird für Kinder von 0 bis 13 Jahren angeboten und kann pro Tag für mindestens fünf Stunden und maximal zehn Stunden – in der Zeit von 7 bis 20 Uhr – in Anspruch genommen werden, führt Peter Abraham, Fachbereichsleiter der AVS, aus. Der Kostenbeitrag beträgt 7 Euro pro Stunde.

Leistbares Konzept

Im Familienreferat des Landes Kärnten gab es immer wieder Anfragen nach Unterstützung. „Das hat uns dazu veranlasst, ein leistbares Konzept zum Wohle eines jeden erkrankten Kindes auf die Beine zu stellen, um Familien bestmöglich zu entlasten und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu unterstützen“, so LRin Sara Schaar. 

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Stellten das Pilotprojekt vor: Klaus Abraham (AVS KÄrnten), Astrid Malle (Büro Frauen.Chancengleichheit.Generationen Klagenfurt), LRin Sara Schaar, Villachs Bürgermeister Günther Albel und Maria Eggert (Frauenreferat Land Kärnten) Foto: Büro LR.in Schaar

Zertifizierte Helfer

Villachs Bürgermeister Günther Albel: „Die Gesundheit ihrer Kinder und eine qualitätsvolle Betreuung liegt Eltern natürlich besonders am Herzen. Leider ist es so, dass nicht alle Eltern über ein weit gespanntes soziales Netzwerk verfügen und zum Beispiel auf Omas und Opas zurückgreifen können, wenn ihr Kind erkrankt ist. Die Stadt Villach beteiligt sich deshalb gerne an diesem Projekt, da es garantiert, dass zertifizierte Erzieherinnen und Erzieher Kärntner Familien unbürokratisch und zuverlässig Unterstützung bieten. Damit helfen wir sowohl den Kindern als auch den Eltern, die sich auf eine qualitätsvolle Betreuung verlassen können.“

Familienfreundlicher Schritt

Auch Astrid Malle, Leiterin des Büros für Frauen.Chancengleichheit.Generationen in der Landeshauptstadt Klagenfurt, begrüßt das neue Angebot: „Mit der Teilnahme am Pilotprojekt wird ein konkretes hilfreiches und leistbares Angebot für Familien mit kurzfristig erkrankten Kindern geboten. Die Landeshauptstadt ist bereits als familienfreundliche Gemeinde ausgezeichnet und bewirbt sich aktuell auch um das UNICEF Gütesiegel als kinderfreundliche Gemeinde.“