Schmuckstadt Dornbirn

Die Dornbirner Innenstadt hat in Sachen Preziosen und Uhren wahrlich goldenen Boden. Traditionelle Familienunternehmen und neue innovative Schmuckbetriebe bieten „glänzende“ Angebote, die in der Vorweihnachtszeit zu einem Einkaufsbummel einladen.

Dornbirn Schmuck
PRÄG DORNBIRN. Die neue Inhaberin Anna-Lena Hollfelder (Mitte) wird auch in Zukunft von Uschi Dunzinger-Präg und Rudi Präg unterstützt. Tipp: Die neue Nudo-Kollektion von Pomellato (Foto unten) beeindruckt durch blaue Steine, Topas und Achat, die ein kräftiges Farbspiel erzeugen. Foto: Präg Dornbirn, Pomellato

Wenn Schmuckgeschäfte in neuem Glanz erstrahlen, hat das nicht nur immer einen optischen Charakter.

Eigentümerwechsel

Beispiel dafür ist das Fachgeschäft Uhren Juwelen Optik Präg in der Marktstraße – ein Inbegriff für Wertbeständigkeit. Seit vielen Jahren sind Rudi Präg und Uschi Dunzinger-Präg Aushängeschilder der Branche, die mit viel Engagement, Leidenschaft und Herz dabei sind. Anfang November vollzog das Unternehmen einen Eigentümerwechsel, bleibt aber der bisherigen Linie treu. Die neue Inhaberin Anna-Lena Hollfelder übernahm das Stammhaus in der Marktstraße 18 und den Montblanc Concept Store am Marktplatz. „Uns verbindet die Philosophie, traditionelle Werte zu leben und innovativ zu arbeiten“, freuen sich Uschi Dunzinger-Präg und Rudi Präg, die die neue Eigentümerin auch in Zukunft tatkräftig unterstützen werden. Die sympathische Jungunternehmerin stammt aus einer traditionsreichen Allgäuer Juweliersfamilie, die mit der Familie Präg ihre Leidenschaft für stilvollen Schmuck, Ästhetik und guten Geschmack teilt. Neben ihrem BWL-Studium hat Hollfelder eine internationale Fachausbildung absolviert, außerdem ist sie Diamantgutachterin und Gemmologin. Ihre Expertise zeigte die Unternehmerin auch in der Jury für den „Deutschen Schmuck- und Edelsteinpreis“ und sie pflegt einen regen fachlichen Austausch bei den „Junior Juwelieren“, einem hochkarätigen Zusammenschluss von zehn deutschen Nachwuchsjuwelieren. Worauf es bei der Führung eines Familienunternehmens ankommt, hat sie in den letzten vier Jahren im elterlichen Betrieb erlebt. „Meine Eltern Karin und Winfried Hollfelder haben mich gelehrt, Tradition zu bewahren und Leidenschaft für Neues zu wecken.“ Daher ist es auch ihr Wunsch, das Unternehmen möglichst unverändert weiterzuführen. Auch das bewährte Team von Präg Dornbirn wird wie bisher die Kunden in allen Bereichen bestens betreuen.

Dornbirn Schmuck
0.REIN – Goldschmiedekunst Made in Dornbirn: „Handgefertigte Eheringe sind unsere Spezialität“ sagt Eva Molnar-Thielmann, die den Familienbetrieb in 5. Generation führt. TIPP: Die Jaipur-Kollektion von Marco Bicego vereint Handwerkskunst im alten Stil und zeitgenössische Eleganz (Foto rechts). Foto: Carlo Lavatori, Elmar Michael Elbs

Familientradition

Seit dem heurigen Frühjahr ist die Schmuckexpertin Eva Molnar-Thielmann die neue Obfrau der Werbegemeinschaft inside Dornbirn mit mittlerweile über 200 Mitgliedsbetrieben. Und nicht nur damit tritt sie in die Fußstapfen ihres Großvaters Kommerzialrat Rudolf Fuchs, der die sehr engagierte Werbegemeinschaft  seinerzeit mitbegründet hat. Gemeinsam mit ihrem Mann Robert Molnar führt sie nämlich das Fachgeschäft O.Rein in der Marktstraße 10. Mit 144 Jahren ist es der älteste Familientraditionsbetrieb in Dornbirn in dieser Branche. Wie die vier Generationen davor, hat sich auch Eva Molnar-Thielmann ganz dem Goldschmiede- und Optiker-Handwerk verschrieben. Während sich in anderthalb Jahrhunderten vieles verändert hat, ist eines jedoch gleichgeblieben. Schmuck und Uhren sind unter den Top drei der beliebtesten Geschenke. „Der Trend geht zu hochwertigen Teilen“, sagt die Expertin. Gefragt seien edle Schmuckstücke von namhaften Designern wie Marco Bicego, Trissino oder Annamaria Cammilli, Florenz, ebenso wie die Handwerkskunst der Goldschmiede vor Ort. Also „Made in Dornbirn“. 

Goldschmiedekunst

Groß ist auch die Nachfrage, was das Reparieren oder Umarbeiten von Schmuckstücken betrifft. „Sie können durch kleine Adaptierungen oder Nachbildungen rasch wieder zu neuen Lieblingsstücken werden.“ Das gleiche gilt  für Familien-Erbstücke. Auch hier gibt O. Rein Tipps, Idee und Beratung, um dem alten Schmuck neues Leben einzuhauchen. Apropos Beratung. Die ist gerade beim Kauf von Schmuck und Uhren besonders wichtig. „Schließlich sollten die Preziosen zur Trägerin passen und natürlich lange Freude mache“, unterstreicht Eva Molnar-Thielmann. Und wenn Ehemänner oder Väter kommen, um für ihre Frauen oder Töchter ein Geschenk zu kaufen, dann rät die Fachfrau zu Schmuckkollektionen, die man aufbauen kann.

Dornbirn Schmuck
JOCHUM PETER UHREN & SCHMUCK. Birgit und Peter Jochums Herz schlägt im Takt seiner edlen Chronometer. Tipp: Der Chronograph Max Bill ist auf 1.000 Stück limitiert. Foto: Michael Kemter, Junghans: Max Bill Chronoscope 100 Jahre Bauhaus

Mit der Zeit gehen

Ein offenes Ohr für Männerwünsche hat der Uhrmachermeister Peter Jochum. Zumal auch sein Herz im Takt der edlen Chronometer schlägt. Jeden Tag schmückt er sich mit einem neuen Zeitmesser, die Entscheidung, welche es wird, trifft der 50-Jährige nach Lust und Laune. Nur auf eines legt er großen Wert: auf die Mechanik. Ist für eine Uhr die Zeit abgelaufen, braucht es handwerkliches Geschick, Fingerspitzengefühl und technische Erfahrung, um das gute Stück wieder richtig ticken zu lassen. Genau diese Faszination, dass aus vielen winzigen Teilen etwas Großes entstehen kann, hat den Chef von Uhren Schmuck Jochum in der Eisengasse 2 schon als Kind begeistert. Umgeben von Uhren im Geschäft seiner Eltern, war der Uhrmacherberuf eine logische Konsequenz. Beim Erzählen sprudelt die Begeisterung heraus. Zum Beispiel von der Junghans max bill Chronoscope, die zum 100 Jahre Bauhaus-Jubiläum in einer auf 1.000 Stück limitierten Version hergestellt wurde und auf Originalentwürfen basiert. „Das rote Datum und die roten Zeiger stellen einen direkten Bezug auf die rote Eingangstür in Dessau her“, erklärt er. „Die Manufaktur Noën verarbeitet nur Gold, das ausschließlich aus kleingewerblichen Goldminen stammt. Der Abbau erfolgt weltverträglicher, ohne Kinderarbeit und mit verantwortungsvollem Umgang mit Chemikalien.“ Kurz: Hier ist alles Gold was glänzt.

Dornbirn Schmuck
SCHRÖDER & RÜSCHER – Store und Werkstatt: Bei Christian Schröder und Michael Rüscher befindet sich die offene Werkstatt direkt im Geschäft. Tipp: Wer will, kann zusehen, wie die Unikate gefertigt werden. Foto: Maria Kirchner, Schröder & Rüscher

Neue Dependance

Seit 2015 betreiben die beiden Goldschmiedemeister Christian Schröder und Michael Rüscher einen exklusiven Handwerksbetrieb in der Innsbrucker Altstadt. Passend zu ihrem Metier beim Goldenen Dachl. Nun hat das Tirol-Vorarlberger Duo in der Dornbirner Marktstraße 39a eine Dependance errichtet. Wie in Innsbruck gibt es auch in Dornbirn eine offene Werkstatt direkt im Geschäft. Die Werkbank ist zugleich Verkaufstheke und Handwerkerbar. Dort wird geschmiedet, gegossen, gehämmert, gelötet und graviert. Ganz so, wie es in der Goldschmiedekunst schon seit über 650 Jahren üblich ist. So fertigen sie mit überliefertem Wissen und Können meisterliche Werkstücke, die als Unikate entworfen und vor den Augen der Kunden produziert werden. Konzipiert wurde das neue Geschäft von Architekt Julius Häusler. Möbel aus Ahornholz stammen von Tischler Wolfgang Lässer. Schwarzstahl sowie prachtvolle Farben und Leuchten von Georg Bechter setzen die edlen Schmuckstücke in Szene. Wer sich selbst ein Bild machen möchte: Beim Tag der offenen Tür am Samstag, 30. November von 10 bis 17 Uhr zeigen Schröder & Rüscher erstmals, was ihre neue Dependance alles kann.

Dornbirn Schmuck
EQUIV JEWELRY– Streben nach Gleichgewicht. Neben Eigenkreationen bietet Anna Drexel besondere Schmuckstücke von ausgewählten Designern an. Tipp: Die Kollektion von Nanis überzeugt mit feinem Design und geschickter Kreativität. Foto: Dietmar Hofer, Equiv, Nanis

Kunstsinnige Feinheit

Ein neues Juwel in der Dornbirner Schmuckmeile ist Anna Drexel. Auch sie ist, wie die anderen Schmuckbetriebe, Mitglied von inside Dornbirn. Entsprechend frisch erstrahlt ihr Geschäft Equiv Jewelry in der Marktstraße 5. Im Shop ist alles genau abgestimmt. Die 30-Jährige ist weit mehr als ein Rohdiamant in der Szene, kreiert sie doch ihre eigenen Kollektionen. Zudem ist Anna Drexel nicht nur gelernte Goldschmiedin, sondern auch Masterabsolventin in „Fine Arts“. Diese kunstsinnige Feinheit spiegelt sich in ihrem kreativen Schaffen wider. Sie hat zum einen das Auge für ganz zarten Schmuck, aber auch das Gespür für das Besondere und Außergewöhnliche. Preislich bietet sich für jede Geldbörse etwas an. Die Exklusivität wird in den gläsernen Vitrinen sichtbar. Die Jungunternehmerin setzt auch auf recyceltes Edelmetall und Fair-Trade. Alle Stücke stammen von ausgewählten De- signern und Designerinnen, die sie persönlich kennt. „Crivelli, Schalins, Nanis“, zählt sie einige Namen und Marken auf, die in den Vitrinen strahlen. Einige Verbindungen ergaben sich aus ihrer Studienzeit. Mit der Schwarzenbergerin Sophia Oberhauser hat sie eine weitere Goldschmiedin beschäftigt. Ihr persönlicher Tipp? „Wer das Individuelle sucht, das es nicht überall gibt, ist bei mir an der richtigen Adresse.“ Dass dies keine Phrase ist, offenbart sich bei den nicht alltäglichen Trauringen, bei der Materialauswahl und der Verarbeitung. Etwas Besonderes ist der Schmuck aus Meteoritgestein. Und dann gibt es sogar eine eigene Dornbirn-Kollektion. Hergestellt von einer Designerin, die via Google-Maps Straßenverläufe in Schmuckvolles verwandelt.

Mehr zum Thema: