Würden Sie schlechte Erinnerungen löschen wollen?

Würden Sie eine Ex-Beziehung oder andere Erfahrung aus Ihrem Gedächtnis löschen wollen, weil sie schmerzhaft und traumatisch war? Was im Film „Vergiss’ mein nicht“ mit Kate Winslet und Jim Carrey Science Fiction war, ist heute Realität.

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Negative Erinnerungen könnten bald gelöscht werden Foto: dima_sidelnikov/iStock/Thinkstock

Wissenschaftler wissen neuerdings, wie sie Neuronen justieren müssen, um individuelle Erinnerungen zu löschen beziehungsweise zu verstärken. Was im Film leichtes Unbehagen in uns ausgelöst hat, verstärkt sich jetzt um eine Vielfaches, da diese damals noch utopische Fantasie real geworden ist! Oder? In diesem Fall hat dieser dubiose Vorgang allerdings durchaus seine Berechtigung.

Neuronen manipuliert

Forscher der Stony Brook University haben einen Weg gefunden, Neuronen im Gehirn von Mäusen zu manipulieren und somit quälende Erinnerungen zu löschen und wohltuende zu stärken. Mit dieser neuen Methode sollen in erster Linie angenehme Momente aus der Vergangenheit bei Demenz-Patienten verstärkt werden. Auch der Leidensdruck bei Menschen mit einer Posttraumatischen Belastungsstörung kann dadurch verringert oder gänzlich eliminiert werden.

Acetylcholin wesentlich

Für die Untersuchung haben die Wissenschaftler den Neurotransmitter Acetylcholin manipuliert, der wesentlich für die Ausbildung des Gedächtnisses ist. Acetylcholin erleichtert die Speicherung von Informationen in der Amygdala und erhöht die Aufmerksamkeit. Sobald die Forscher diesen ihn erhöht ausschütten ließen, als sich eine traumatische Erinnerung formte, verstärkte sich diese und hielt doppelt so lange an als üblich. Sobald der Neurotransmitter während eines traumatischen Wiedererlebens jedoch verringert wurde, konnte die Erinnerung gelöscht werden.

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