Scharf! Bordell als Hauptsponsor von Gössendorfs Kicker

Bordell sponsert Fußballklub. Gössendorfs Kicker dürfen sich über einen Gönner der anderen Art freuen – ein Grazer Nachtclub ist der Hauptsponsor des Oberligavereins.

GEPA_full_2232_GEPA-08081540056.jpg
Marco Micelli (l.) und die Gössendorfer Kicker sind mit dem neuen Hauptsponsor in der Oberliga Mitte noch ungeschlagen. Foto: GEPA Pictures

Servus Solar Autohaus Peternel Bad Radkersburg, SU G1-Personal Schotterwerk Christandl Naintsch – sperrig klingende und nicht unbedingt mit Fußball zu assoziierende Vereinsnamen sind in der steirischen Kicklandschaft seit Jahren die Regel. Und doch erregt seit dieser Saison ein Vereinsname besonders die Gemüter: In der fünftklassigen Oberliga Mitte/West kämpft der SV Inkognito Bar Gössendorf um Punkte – ein Bordell als Haupt- und Namenssponsor ist dann eben doch etwas Einzigartiges.


Dankbar. „Das Geld liegt eben nicht auf der Straße. Dazu kommt, dass der Gesetzgeber Vereinen wie uns, die die Jugend bewegen wollen, das Leben mit Dingen wie der Registrierkasse nicht einfacher macht – deshalb sind wir sehr froh und dankbar, doch noch einen Hauptsponsor gefunden zu haben. Man darf ja nicht vergessen, dass wir vor eineinhalb Jahr aus finanziellen Gründen noch praktisch vor dem Aus gestanden sind“, sagt der Gössendorfer Obmann Andreas Waltenstorfer. Das Engagement des Freudenhauses kam übrigens durch persönliche Beziehungen der Eigentürmer zum Trainerteam zustande. „Und ich kann mir ehrlich gesagt, viel Schlimmeres vorstellen, als mit dem Profit eines Nachtclubs einen Fußballverein zu unterstützen“, stellt Waltenstorfer klar.

GEPA_full_3345_GEPA-18061781046.jpg
Die Freude von Wolfgang Bartosch, Präsident des Steirischen Fußballverbandes, über ein Bordell als Hauptsponsor eines Fußballklubs ist endenwollend. Foto: GEPA Pictures


Moralisch. Beim steirischen Fußballverband hält sich die Freude über den Gössendorfer Hauptsponsor in Grenzen. Präsident Wolfgang Bartosch verweist aber darauf, dass es keine Berührungspunkte mit der  Nachwuchsabteilung gibt und es auch vom Gesetzgeber keine Handhabe dagegen gibt, wie ja etwa auch Brauereien als Sponsor im Fußball Usus sind. „Außerdem halte ich es für den Fußball weitaus besorgniserregender und moralisch bedenklicher, wenn heute 220 Millionen Euro für einen Spieler bezahlt werden.“

 

Mehr zum Thema: