Suche nach Pflegeltern

Kindern ein Zuhause auf Zeit geben: Die Stadt Wien ist wieder auf der Suche nach liebevollen Pflegeltern, die Kindern aus einem schwierigen Umfeld ein friedliches und behütetes Heim bereiten. Wer dafür in Frage kommt, und welche Voraussetzungen angehende Mamas und Papas dafür mitbringen müssen: Ein Infoabend am kommenden Donnerstagabend im Favoritner Pflegekinderzentrum klärt auf.

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Pflegeeltern-Infoabend: Donnerstag, 21. März von 18.00 bis 20.00 Uhr, Pflegekinderzentrum Süd,
10., Favoritenstrasse 211/1. OG
Foto: Getty Images

In Wien gibt es derzeit fast 800 Pflegepersonen, die rund 1.700 Minderjährige betreuen. 2018 konnten 56 neue Pflegefamilien gewonnen werden. Auch im heurigen Jahr ist man seitens der Stadt Wien wieder auf der Suche nach geeigneten Ersatz-Eltern.

Die Gründe für die Unterbringung sind vielfältig: Pflegekinder kommen aus schwierigen familiären Situationen und haben in ihrem jungen Leben meistens schon Gewalt oder Vernachlässigung erlebt. Sie brauchen eine liebevolle Ersatzfamilie, die sie stützt und betreut:  Pflegeeltern, die für unbestimmte Zeit die Aufgaben der leiblichen Eltern übernehmen.

Anders als bei der Adoption behalten die leiblichen Eltern bestimmte Rechte; etwa das Kontaktrecht. Auch in puncto Pflichten, zum Beispiel bei der Zahlung von Unterhaltsbeiträgen, ändert sich nichts. Die Eltern können und sollen – wenn nichts dagegen spricht – die persönlichen Kontakte zum Kind aufrechterhalten. Ein erfahrener Pflegepapa meint dazu: „Ich werbe gerne für eine gute Balance zwischen leiblichen Eltern und Pflegeeltern, weil es für die Kinder wichtig ist, ihre Wurzeln zu kennen."

Das sollten Pflegeeltern an Voraussetzungen mitbringen

Pflegemama oder Pflegepapa sein ist eine schöne, aber auch sehr schwierige und manchmal ziemlich belastende Aufgabe. Was werdende Pflegeeltern auf jeden Fall dafür mitbringen müssen, ist Freude an der Arbeit mit Kindern. Aufgrund ihrer jeweiligen Geschichte haben sie oft große Defizite. Deshalb muss die Pflegefamilie viel Verständnis, Zuneigung und Geduld aufbringen. Pflegemamas und Pflegepapas sind in ihren persönlichen Fähigkeiten – wie zum Beispiel erzieherisches Geschick, Einfühlungsvermögen, Toleranz, Gesprächsfähigkeit und Konfliktlösungskompetenz – sehr gefordert.

Pflegeeltern müssen keine pädagogische Ausbildung haben. In Frage kommen auch Menschen in unterschiedlichsten Lebensformen (alleinstehend, in Partnerschaft lebend, verheiratet, mit und ohne Kinder, heterosexuell, homosexuell, etc.) Man braucht eine gewisse Lebenserfahrung, aber auch Erfahrung mit Kindern, ob beruflich oder privat. Die meisten Pflegeeltern sind nicht jünger als 25 Jahre, wenn sie diese Aufgabe übernehmen.

Darüber hinaus brauchen Pflegekinder Menschen die krisenfest und belastbar sind, keine finanziellen Sorgen oder sonstige Probleme haben, und ein harmonisches, warmherziges, kindorientiertes und tolerantes Familienklima gewährleisten.

Interesse? Alle Details am Infoabend

Wer sich prinzipiell für diese Aufgabe berufen fühlt, kann sich am Donnerstag, den 21. März, von 18 bis 20 Uhr im Pflegekinderzentrum Süd in der Favoritenstraße 211/1. OG.

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