Kärnten geht neue Wege in der Pflege

Fit für die Zukunft: Ein neues Ausbildungsmodell soll mehr Kärntner in die Pflegeberufe bringen. Start ist bereits für nächstes Schuljahr geplant.

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Neue Ausbildungsschienen sollen für mehr Pflegepersonal in Kärnten sorgen Foto: ATARZYNABIALASIEWICZ/ISTOCK/GETTY IMAGES

In etwa zehn Jahren wird jeder vierte Kärntner älter als 65 Jahre sein. Die Zahl der über 90-Jährigen hat sich in den vergangenen zehn Jahren vervielfacht und liegt derzeit bei über 6.200. Der Mix aus medizinischem Fortschritt, steigendem Wohlstand, besserem Bildungsniveau und humaneren Arbeitsbedingungen macht es möglich, dass Menschen immer älter werden. In Kombination mit der Abwanderung junger, gebildeter Menschen ergibt sich ein besorgniserregendes Bild für die Zukunft des Bundeslandes: Kärnten wird zum Land der Senioren. Etwa 5.000 Kärntner kehren nämlich jährlich der Heimat den Rücken. Wenn überhaupt, dann kommen sie erst zurück, um ihren Lebensabend hier zu verbringen. Ihr Fehlen am heimischen Arbeitsmarkt macht sich besonders in den Sozialberufen bemerkbar. Wir haben einfach zu wenige Fachkräfte in der Pflege. Das soll sich zumindest ab dem kommenden Schuljahr schön langsam ändern.

Innovativ

„Die Zahl der immer älter werdenden - und damit verbundenpflegebedürftigen - Bevölkerung macht das Pflegewesen zu einem der am schnellsten wachsenden Bereiche. Pflegefachliche Berufe werden daher zu nachhaltigen Zukunftsberufen. Die Politik muss Maßnahmen setzen, um junge Menschen zu motivieren, einen Pflegeberuf zu ergreifen“, sagt Kärntens Gesundheitsreferentin Beate Prettner.

Vorschlag

Als neue Initiative regt sie die Schaffung eines innovativen Ausbildungsmodells an. Konkret geht es um die Ausbildung für Pflegeassistenten bzw. Pflegefachassistenten an öffentlichen berufsbildenden höheren Schulen. Die Ausbildung wäre demnach nach fünf Jahren mit Maturaabschluss gegeben. Sei es etwa an einer HAK oder an einer WIMO. Die notwendigen Lehrkräfte würden durch Kooperationen mit öffentlichen oder privaten Gesundheits- und Krankenpflegeschulen herangezogen werden.

Neu

Aktuell kann man sich in einer einjährigen Ausbildung zum Pflegeassistenten, in einer zweijährigen Ausbildung zum Pflegefachassistenten und in einem dreijährigen FH-Studium zum Bachelor schulen lassen. „Mit der neuen Ausbildungsschiene an den LFS, die ab kommendem Schuljahr angeboten wird, starten wir nun mit einer vorgelagerten Ausbildung zur Heimhilfe – eine Ausbildung, die wesentlich ist, um ältere Menschen im Haushalt zu entlasten und dazu beizutragen, dass sie länger in ihrem gewohnten Umfeld leben“, betont Prettner.

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In Kärnten wird eine flächendeckende Versorgung mittels mobiler Pflege durch zwölf Vereine sichergestellt. Foto: OBENCEM/ISTOCK/GETTY IMAGES

Mobile Pflege

In Kärnten wird eine flächendeckende Versorgung durch zwölf Vereine sichergestellt. Diese Dienste werden von „mobilen“ Betreuern im eigenen Zuhause der Betroffenen erbracht. Dazu gehören die Hauskrankenpflege, die Hauskrankenhilfe und die Hilfe zur Weiterführung des Haushaltes sowie Essen auf Rädern. Die Inanspruchnahme von mobilen Diensten wird vom Land gefördert. Die Höhe dieser finanziellen Unterstützung ist abhängig vom Nettohaushaltseinkommen und von der Art des Dienstes. Die Kosten liegen zwischen mindestens acht Euro bis maximal 43,30 Euro pro Stunde. Weitere Infos finden Sie unter www.gps-ktn.at

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