NeoVideo 2018: "Was hypt, was bleibt"

Auf Initiative von "News on Video" trafen sich im Wiener T-Center bereits zum dritten Mal 200 VordenkerInnen aus Marketing und Kommunikation zum NeoVideo Kongress. Thema war die wichtigste Kommunikationsform der Zukunft: Onlinevideo in allen Kanälen. Weekend-Redakteurin Sarah Müller war vor Ort und berichtet von ihren Eindrücken.

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Studentinnen und Studenten des akademischen Lehrgangs für Videojournalismus an der FH Wien. Foto: News on Video

neovideo 2018 - Der Onlinevideokongress / Aftermovie from News on Video on Vimeo.

Bertram Gugel (Berater für Internet-TV und Online Video) erklärte wie man seine Follower mit Videos richtig anspricht. Entweder über die Suche nach Identität – deswegen funktionieren Facebook-Kurzvideos wie „Kinder der 90er“ so gut – indem man Emotionen über Nostalgie-Momente anspricht. Oder über die zweite Variante, den Nutzwert. Hier wird Wissen in einer ansprechenden Form vermittelt – Bsp.: Tasty-Videos auf Facebook, die reihum kopiert wurden. Die Zahl der Fans oder Follower wird immer unwichtiger, denn nur die Reichweite zählt und die bekommt man am besten mit der Zusammenarbeit mit Influencern. Gugls Tipp: Langfristiges Engagement von beiden Seiten! Lieber einen jungen und vielleicht noch nicht so bekannten Influencer in die Kampagne integrieren und langfristig zusammenarbeiten.

 

Patrizia Mosca von kurzgesagt gab einen Einblick in die Entstehung der erfolgreichen Kurz-Videos. Kurzgesagt ist mittlerweile der zweitgrößte Youtube-Kanal in Deutschland und generiert rund 3 Millionen Views im Monat. Ihr Motto: Qualität! Eine Abteilung bei kurzgesagt konzentriert sich auf eine Aufgabe und schafft somit das beste Ergebnis.

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Patrizia Mosca, COO & Executive Producer bei in a nutshell - kurzgesagt GmbH Foto: News on Video

Peter Rathmayr, Agency Relationship Manager bei Google, teilte seine Statistiken mit uns und zeigte, dass 90 bis 100 Prozent aller 14- bis 39-jährigen Österreicher Videos über Youtube schauen. In der Alterskategorie 45 bis 54 Jahre sind es immerhin noch 70 Prozent. Bei Werbung über Videos, erklärte der Experte, sei es besonders wichtig, dass der Inhalt bzw. das Produkt relevant für den Zuschauer ist. Relevante Werbung erreicht dreimal mehr Aufmerksamkeit! Rathmayrs Tipp: Content und Werbung für große Lebens-Ereignisse wie Umzug, Heirat, Familienplanung erstellen. Auch gut zu wissen: Die Google- und Youtube-Suchfelder sind zusammengeschaltet – Google weiß also ganz genau was wir suchen.

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Peter Rathmayr, Agency Relationship Manager bei Google Foto: News on Video

Nicole Buck von Facebook Germany GmbH erinnerte uns daran wie die Facebook-Timeline bisher funktionierte: Zuerst gab es nur die Möglichkeit Texte zu posten, dann kamen Fotos dazu, später Videos. Die Zukunft sind Virtual- und Augmented Reality. Buck kündigt an, dass 2020 bis zu 75 Prozent aller Beiträge auf Facebook Videos sein werden. Jetzt schon sollten für eine optimale Unternehmens-Präsentation 70 Prozent der Inhalte „On the Go“ verfügbar sein, also hauptsächlich aus GIF-Inhalten, Kurz-Videos (3 bis 10 Sekunden) und Instagram-Storys bestehen. Dabei ist darauf zu achten, dass sie vertikal gefilmt werden und auch ohne Sound verständlich sind. Die Marke muss auf einen Blick erkennbar sein. 20 Prozent der Inhalte sollten „Lean Forward“ gestaltet, sein. Das bedeutet, dass der Zuschauer interagieren kann, indem er eine Slideshow (über Carousel) anklicken oder in 360-Grad-Bilder eintauchen kann. 10 Prozent der Inhalte sollten nach dem Prinzip „Lean Back“ entworfen sein, also für die Zeit des Tages, wenn man sich zurücklehnt und auch gerne längere Videos konsumiert. Diese Videos können horizontal gedreht sein, mit Ton gestaltet und rund 3 Minuten lang sein. Hier empfiehlt es sich auch an einer Stelle mitten im Video eine Werbesequenz von 5 bis 15 Sekunden einzubauen, die nicht vorgespult werden kann.

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Nicole Buck, Facebook Germany GmbH Foto: News on Video

Birgit Gruber und Sabrina Haas von der ÖBB AG präsentierten ihre Online-Kampagne Träum weiter, mit der sie die Option Nachtzug der jüngeren Kundschaft schmackhaft machen wollten. Sie starteten mit einer eigenen Webseite traeumweiter.at, die darauf ausgelegt war am Smartphone aufgerufen zu werden und mit multimedialen Inhalten bespickt war, die man leicht auf sozialen Plattformen oder über Direktnachrichten teilen konnte. Mit einem Budget von 134.000 Euro, wovon 100.000 Euro in die Produktion wanderten, starteten sie eine Influencer-Kampagne. Dabei beschränkte sich die ÖBB AG auf mehrere kleine Influencer, da diese kostengünstiger waren, durch mehrere Zielgruppen höhere Interaktion brachten und sich bereits als Spezialisten etabliert hatten. Über die Reise-Plattform Urlaubsguru wurden vier Städte-Trips verlost. Dieses Gewinnspiel brachte ein Fünftel der Kampagnen-Reichweite ein. In einem Produktions-Zeitraum von vier Wochen wurden also die jungen Influencer mit dem Nachtzug in vier Städte geschickt. Von ihrer Reise berichteten sie selbst per Videos und somit musste die externe Produktionsfirma nur die Portrait-Videos filmen.

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Sabrina Haas, Content & Performance Marketing bei der ÖBB AG Foto: News on Video

Ritchie Pettauer, der Experte von Datenschmutz, verlor sich in einem sehr technisch gestalteten Vortrag, der aber für Insider sehr viele wichtige Informationen brachte. So erfuhren wir, dass 90 Prozent aller Internet-Seiten bereits Google Analytics verwenden. Videos verlängern die Aufenthaltsdauer auf der Homepage, denn sie sind Eyecatcher. Um ein Video auf der Homepage einzubinden gibt es zwei Möglichkeiten: selbst hosten und somit den Traffic auf die eigene Domain bringen oder über einen Drittanbieter (wie Youtube oder Vimeo) und somit auch vom Traffic auf der Plattform profitieren – aber dafür auch den Traffic auf die Plattform statt die eigene Domain bringen. Bei Videos ist vor allem darauf zu achten, dass sie eine konsistente Bildsprache aufweisen und nicht zu lang sind, also schnell zu konsumieren sind („snackable content“).

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Mag. Ritchie Pettauer, Experte für Online Marketing Strategie & Blogger bei Datenschmutz.net Foto: News on Video

Andreas Wochenalt, Head of Innovations and Campaigns von Österreich Werbung, promotet die Marke „Urlaub in Österreich“ weltweit in 30 Märkten. Um auf diese verschiedenen Märkte spezifisch einzugehen, ist es notwendig, dass jeder Standort individuell über Inhalte, deren Produktion und die Vermarktung über Social Media entscheidet. Auch Wochenalt plädiert dafür, dass der Wiedererkennungswert bei Videos enorm wichtig ist. Österreich Werbung benutzt daher immer dasselbe Thumbnail-Design und benennt ihre Videos auf dieselbe Art. Außerdem gibt er noch eine wichtige Botschaft mit auf den Weg: „Technologie, Märkte und Kanäle verändern sich, aber Geschichten nicht!“ Denn er meint, es gehe nicht um das Produkt, sondern immer um die Menschen, die das Produkt benutzen. Als Beispiel dafür zeigte er die Coca Cola Werbung Santa’s Forgotten Letters.

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Andreas Wochenalt, Head of Innovations and Campaigns von Österreich Werbung Foto: News on Video
NEWS ON VIDEO, 2008 von Martin Wolfram und Andreas Modritsch gegründet, ist die Videoagentur mit dem Blick fürs Wesentliche. Durch professionelle Filmproduktionen schafft sie visuelle Kunstwerke, die im Gedächtnis bleiben: vom Imagefilm über Werbespots und Online-Videos bis hin zur Reportage. Betreut werden namhafte Kunden in vielen unterschiedlichen Kanälen. Mehr Informationen auf www.newsonvideo.at

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Martin Wolfram, Geschäftsführer von News on Video  Foto: News on Video