Depressionen-Ursache könnte in "Urgenen" liegen

Die Gene des Neandertalers scheinen eine größere Auswirkung auf unseren Alltag zu haben, als Forscher bisher angenommen haben. Denn neuesten Ergebnissen zufolge stehen diese Erbfaktoren in Zusammenhang mit Depressionen und Herzinfarkten.

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Neandertaler-Gene haben große Auswirkung auf uns Foto: 1971yes/iStock/Thinkstock

Das Magazin „Sience“ hat einen Artikel veröffentlicht, in dem von einem erheblichen Zusammenhang der Gene des Urmenschen und der heutigen Menschheit ausgegangen wird. Demzufolge hat ein amerikanisches Forschungsteam zwölf Krankheiten entdeckt, die in Zusammenhang mit diesen Erbfaktoren stehen.

Herzinfarkte und Diabetes

Bereits 2010 wurden dieselben Gene im Homo Sapiens und dem Homo Neanderthalensis entdeckt. Die Auswirkungen seien laut Angaben der Forscher aber viel größer als gedacht. Zum Beispiel sorgen diese Gene dafür, dass das Blut schneller verklumpt und das kann zu einem Herzinfarkt führen. Früher war diese Eigenschaft von großem Vorteil, da mögliche Blutung der Menschen schneller stoppten. Eine weitere Genvariante half dem Neandertaler früher Hungerphasen gut zu überstehen. Heute führt dieser Genpool zu einem erhöhten Diabetesrisiko.

Stimmungsschwankungen

Auch was Depressionen und den Gefühlszustand im Allgemeinen betrifft, konnten Zusammenhänge festgestellt werden. Der Leiter des Forschungsteams John Capra ist vorsichtig mit seinen Äußerungen. „Allem Anschein nach beeinflusst die DNA des Neandertalers auch heute noch die Stimmung und das Verhalten“, sagt er. Mehr Rückschlüsse könne er daraus momentan noch nicht ziehen, da Depressionen eine sehr komplexe Erkrankung sind. Eine gute Nachricht gibt es aber auch, denn die Erbfaktoren des Urmenschen stärken das Immunsystem.

 

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