Moving Forward Conference blickt in die digitale Zukunft

Internationale Digital- und Zukunftsexperten analysierten bei der zweitägigen Konferenz topaktuelle Trends. Kryptoökonomie, Künstliche Intelligenz und Entwicklung der Medienlandschaft standen im Fokus des Think-Tank-Events.

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Zukunfts- und Digitalthemen wurden zwei Tage lang in Keynotes, Masterclasses und Panels diskutiert.  Foto: Philipp Lipiarski

Zukunftsthemen, Digital-Trends und Neuigkeiten aus der nationalen Start-up-Szene standen auf der Agenda der zweitägigen, internationalen Fachkonferenz. Die Konferenz versteht sich als interdisziplinäres Crossover aus Wirtschaft, Politik, Innovation und Start-Up-Szene. I Keynotes zu Themen wie Blockchain, Künstliche Intelligenz (AI), E-Mobility, Nachhaltigkeit u.v.m. von insgesamt 37 Top-Speakern und anschließende Panel-Diskussionen standen ebenso am Programm wie vertiefende Masterclasses zu den Themen Blockchain, EU-Datenschutzgrundverordnung (EU-DSGVO) oder Social Media.
 

Blockchain verändert das Wirtschaftssystem

Zum Auftakt wurde das Thema Blockchain näher betrachtet. Evgeniia Filippova, Senior Scientist am Research Institute for Cryptoeconomics an der Wirtschaftsuniversität Wien, beleuchtete in ihrer Keynote vor allem den Nachhaltigkeitsaspekt. Entwicklungsziele sieht Filippova neben Umwelt- und Wirtschaftsbereichen vor allem im sozialen Bereich. Technologisch wäre man aber noch nicht so weit, um Blockchain als Killer-Anwendung bezeichnen zu können. Andreas Freitag, Blockchain Lead bei Accenture, beleuchtete in seiner Keynote den gesellschaftlichen Einfluss der Technologie. Die Unveränderbarkeit der Daten sichert den Wohlstand einer Gesellschaft durch die hohe Sicherheit. In der anschließenden Panel-Diskussion war man sich einig, dass Blockchain vor allem aufgrund des hohen Sicherheitsaspekts nachhaltigen Einfluss auf die heutige Gesellschaft nehmen wird. Wie man sich im Bitcoin- und Blockchain-Dschungel zurechtfindet und schützt, erklärte Rechtsanwalt Lukas Stahl. Auch wenn heute im Finanzrecht der Käufer nicht alleine verantwortlich, ist es wichtig zu wissen, wie man kriminelle Handlungen erkennt. Regulatoren wie die SEC, die einflussreichste Wertpapieraufsichtsbehörde in den Vereinigten Staaten, schaffen das entsprechende Regelwerk.

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Rechtsanwalt Lukas Stahl erklärte die Tücken des Bitcoin-Dschungels Foto: Philipp Lipiarski

CO2-freie Stromversorgung

Verbund-Stratege Gerhard Gamperl gab einen Ein- und Ausblick in den österreichischen und europäischen Energiemarkt. Prognosen sagen, dass der weltweite Energieverbrauch kontinuierlich steigt. Auf die einzelnen Länder heruntergebrochen, wird der Energieverbrauch in Europa bis 2040 jedoch um 20 Prozent sinken. Die emissionsfreie Stromversorgung aus Wind-, Wasser- und Sonnenkraft leistet einen wesentlichen Beitrag zur Erreichung der politischen Umweltziele.

Künstliche Intelligenz steckt noch in den Kinderschuhen

EnliteAI-CEO Clemens Wasner zeigte auf, dass aktuelle Einsatzmöglichkeiten der künstlichen Intelligenz noch auf bestimmte Einsatzfelder wie beispielsweise Bild- oder Spracherkennung beschränkt sind. Von der heutigen „Artificial Narrow Intelligence“ bis zur „Artificial General Intelligence“ wird es noch bis zum Jahr 2040 dauern. Wie schnell die Entwicklung voranschreitet, zeigt die Erkennungsrate von Bildern. Von rund 70 Prozent zu Beginn dieses Jahrzehnts hat sie sich bereits nahezu auf menschliches Niveau angenähert.

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Verbund-Stratege Gerhard Gamperl Foto: Philipp Lipiarski

 

Blind Dates mit öffentlichen Auftraggebern

Christoph Ernst und Verena Pell von der Wiener Zeitung stellen Einsatzmöglichkeiten digitaler Lösungen dar. Über eine Plattformen bringt die im Staatsbesitz stehende Zeitung Unternehmen mit Ausschreibungen der öffentlichen Hand zusammen. Diese unterliegen strengen Formalismen und technischen Voraussetzungen, wie beispielsweise einer Verschlüsselung, die eine Einsichtnahme vor der formellen Anbotsöffnung verhindert.

Leben nach dem Tod für Magazine

VGN-CEO Markus Fallenböck ist optimistisch, da klassische Medienmarken durch die Digitalisierung so viele User wie noch nie hatten. „Reichweite ist tot. Es stellt sich nicht mehr die Frage nach der Zahl der Leser, sondern ihrer Qualität“, postuliert Fallenböck. Der Magazinverlag fokussiert klar auf definierte Communities. Mit Initiativen wie dem „WOMAN Day“ stiftet das Medienunternehmen Nutzen und Mehrwert für seine Community. Neue Plattformen wie Readly öffnen zusätzliche Vertriebswege, die sich am erfolgreichen Geschäftsmodell von Spotify orientieren. Die klar abgegrenzten Communities bieten die Möglichkeit, neue Ertragsquellen zu erschließen.

Content à la carte

Regisseur Andreas Prohaska und Michael C. Hübner, Head of Communications bei Sky, diskutieren mit Journalist Axel Brueggemann, was die Seher künftig auf ihren Bildschirmen sehen werden. Die neue Freiheit des Content-Konsums ist für die User durch die Vielfalt und Unüberschaubarkeit der Angebote auch eine Herausforderung, wodurch der Wunsch nach kuratierten Inhalten auch am Streamingmarkt wächst. Sky beantwortet dieses Bedürfnis mit dem Produkt „Sky Q“, das beispielsweise zu Free-To-Air-Channels auch Netflix beinhaltet.

Online versus Offline

Daniel Bessler, Head of Marketing & Events bei JMC diskutierte gemeinsam mit den Digital Natives der Kommunikationsbranche Julian Wiehl, CEO von Vangardist , Anna Bonfiglio, Head of Blogger Relations bei Warda Network , Ilja Jay Lawal, Influencer und Gründer von TrueYou, und Cosima Serban, Director Customer Innovation bei e-dialog, darüber, wie man die Aufmerksamkeit des Publikums im Zeitalter von Social Media gewinnt und wie sich das Verhältnis digitaler und analoger Kommunikationskanäle gegenseitig befruchten kann. Serban setzt auf Relevanz und Mehrwert bei Content. Wesentlich wäre es, mit klarem Ziel an eine Strategie heranzugehen: Was und wen will man erreichen? Darüber sind sich auch Lawal und Wiehl einig, sehen aber auch in der Wahl des geeigneten Kanals für die jeweilige Zielgruppe und Strategie eine zentrale Bedeutung. Serban sieht in Online-Plattformen keine Verdrängung von, sondern viel eher eine Ergänzung und Befruchtung für klassische Medien.

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Die Initatoren Josef Mantl und Daniel Bessler Foto: Philipp Lipiarski

Nahrung 2.0

Wir leben in einer Welt voller Daten. Doch wenn es um die persönliche Gesundheit geht, werden viele wichtige Informationen nicht gespeichert. Der amerikanische Philosoph und Unternehmer Sequoia LaDeil stellt in seiner Keynote eine Verbindung zwischen Daten und Krankheiten her: Führt man seiner These nach Daten, wie beispielsweise jene über Nahrung, zusammen, kann man auch verstehen lernen, warum welche Krankheiten entstehen. Durch die Schaffung von Open-Source-Frameworks, die transparente Ökosysteme aus konsumierten oder verzehrten Daten schaffen, werden viele Probleme mit der Nachhaltigkeit von Gesundheit und Lebensmitteln gelöst.

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