Monika Wagner – die Vernetzende

Monika Wagner ist Projektleiterin des 800jährigen Feldkircher Stadtjubiläums, das mit über 100 Veranstaltungen und einer exzellenten Jubiläumsausstellung im einfühlsam renovierten Palais Liechtenstein noch bis 25. November andauert.

Monika Wagner
„Das Palais lädt als lebendiger Ort, in dem sehr viele Geschichten erzählt werden, ein.“ Monika Wagner, Projektleiterin Feldkirch 800 Foto: walser-image.com

Weekend: Wie geht man an ein solches Großprojekt heran?
Monika Wagner:
Es war rasch klar, dass es bei Feldkirch 800 kein Intendantenkonzept gibt. Eine Arbeitsgruppe mit einem politischen Gremium wurde zwischengeschaltet, vom Kind bis zum Greis wurden Ideenbringer ins Boot geholt und alle Stadtteile eingebunden. Wir schrieben auf freiwilliger Basis Partnerprojekte aus – Feldkirch hat rund 330 Vereine in Kultur, Sport und Freizeit. Das Interesse war erfreulich hoch: 50 lebendige, junge und vielfältige Partnerprojekte werden umgesetzt. Die Bandbreite reicht von Konzerten über Performances bis zu Theaterstücken. Feldkirch 800 ist ein Ganzjahresprogramm, wir verweilen nicht in der Vergangenheit, wir greifen Fragen der Gegenwart und Zukunft auf. Die Vielfalt ist enorm: wir feiern im Juli den Start der österreichischen Radrundfahrt und im Herbst eine Vereinsmesse im Reichenfeld.

Weekend: Was liegt Ihnen besonders am Herzen?     
Monika Wagner:
Die Stadt ruht auf einem starken humanistischen Fundament, das zeichnet sich im gesamten Jubiläumsprogramm ab. Mein großer Wunsch ist, dass die Besucher das mitnehmen. Den drei thematischen Schwerpunkten „Humanismus“, „Grenzen“ und „gelingendes Leben“ wird in den über hundert Veranstaltungen ebenso Raum gegeben wie sie in der Jubiläums­ausstellung „Von Hugo bis dato“ eingehend beleuchtet werden. Für die kleinen Gäste haben wir eine eigene Kulturpädagogin engagiert, welche Geschichte wunderbar lebendig vermittelt. Eigene Kinderwerkstätten, Familientouren oder Sonderführungen wie „Bsundrigs um fünf“, bei denen Feldkircher Schicksale thematisiert werden, runden das Angebot ab.

Weekend: Das Palais spielt eine bedeutende Rolle?     
Monika Wagner:
Zu den Leitthemen werden auf 800 m2 zahlreiche Feldkircher Exponate, Schicksale und Begebenheiten, die einen zeitlichen Bogen bis heute spannen, präsentiert. Jeder der 23 Räume hat eine eigene Farbgebung erhalten. Die neue Aussichtsplattform auf dem Dach fungiert als architektonisches Ausrufezeichen und Anziehungspunkt. Es existiert eine breit aufgestellte Arbeitsgruppe, um die künftige Verwendung des Hauses zu entwickeln. Die Stadtbibliothek ist im Palais situiert und aktuell mit ihren Inkunabeln - wahren Schätzen des Buchdruckes - sogar Teil der Ausstellung.

Weekend: Was sind weitere Stationen?     
Monika Wagner:
In Kooperation mit dem  Kunstmuseum Liechtenstein werden ab 22. Oktober in einer von  Arno Egger kuratierten Ausstellung Stücke aus der Sammlung Feldkirch in Liechtenstein gezeigt. Wir haben mit Licht begonnen und werden im Herbst mit „Lichtstadt Feldkirch“ und vielen namhaften Persönlichkeiten einen weiteren Schwerpunkt setzen. Dabei werden Fassaden spektakulär beleuchtet. Ich möchte an dieser Stelle der Politik und der Verwaltung danken. Das Ausstellungsteam durfte sich frei entfalten, es war eine fruchtbare Zusammenarbeit und sehr befriedigende Tätigkeit. Nicht zuletzt möchte ich den großen und kleinen Unternehmen danken, die uns finanziell sowie in anderer Form unterstützt haben. 

Monika Wagner
Foto: walser-image.com

Zur Person: MONIKA WAGNER

  • Jahrgang 1972
  • Familienstand: ledig, 1 Sohn
  • Geb. in Innsbruck, aufgewachsen in Bregenz
  • Werdegang: Matura Gymnasium Gallusstraße, Studium Rechtswissenschaften, Kolleg für Tourismus- und Freizeitwirtschaft, Stationen in der Hotellerie, Verwaltungsjuristin beim Land Vorarlberg, Sponsoring und Eventmanagement bei den Bregenzer Festspielen, seit Mai 2016 bei Feldkirch 800.
  • Hobbies: Wandern, Radfahren, Schwimmen, Lesen, Kultur

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