Michael Pachleitner: Immer höher

Mit seinem Headquarter an der Osteinfahrt hat Michael Pachleitner der Murmetropole ein neues Wahrzeichen verpasst – längst hat der Unternehmer neue Ziele ins Visier genommen: für die nächsten Jahre etwa nicht weniger, als die Verdoppelung des Umsatzes

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„Entrepreneur of the Year“ – ein Titel, der für Michael Pachleitner auch eine Auszeichnung für die geschaffene Unternehmensstruktur und das gesamte Team der Michael Pachleitner Group ist. Foto: geopho.com

Weekend: Sie wurden heuer mit dem Unternehmerpreis „Entrepreneuer of the Year“ ausgezeichnet – was bedeuten derartige Auszeichnungen für Sie?

Michael Pachleitner: Konkret auf diese Auszeichnung bin ich schon sehr stolz. Wobei ich da anmerken möchte, dass das ja nie ein Mensch alleine sein kann. Das ist das ganze Team, das Unternehmen und die Struktur, die da ausgezeichnet werden. Ich sehe es als Ergebnis der letzten Jahre, in denen wir das Unternehmen neu aufgestellt haben, um weiter wachsen zu können.

Weekend: Wie weit wollen Sie denn noch wachsen – wohin soll die Reise gehen?

Michael Pachleitner: Wir haben in den letzten Jahren das erwirtschaftete Geld nahezu komplett in die Struktur reinvestiert – also in die Mitarbeiter, aber auch in die Hardware, haben neue Standorte eröffnet und unsere Logistik und Produktion ausgebaut. Unser großes Ziel ist eine Verdoppelung des Umsatzes bis zum Jahr 2022 – natürlich unter der Einhaltung, trotzdem noch Gewinne zu schreiben.

Weekend: Was heißt hier Verdoppelung in absoluten Zahlen?

Michael Pachleitner: Wir werden heuer an die 110 Millionen Euro Netto-Umsatz machen – eine Verdoppelung wäre also eine Wahnsinnsleistung. Wobei wir ja im Budgetplan für das Jahr 2022 sogar mit 250 Millionen kalkuliert haben. Und ich sage, dass wir auch das schaffen werden.

Weekend: Ist in diesem Zusammenhang auch der Gang an die Börse, von dem immer wieder zu lesen war, ein Thema?

Michael Pachleitner: Absolut. Wenn die Voraussetzungen gegeben sind – also vor allem europawirtschaftlich, dann beschäftigen wir uns ganz konkret ab Ende 2022 mit diesem Thema.

Weekend: Sie haben vorhin die neuen Strukturen angesprochen – wie schwer fällt es Ihnen eigentlich, Verantwortung abzugeben?

Michael Pachleitner: Ich tue mir damit an sich überhaupt nicht schwer. Ich hab allerdings anscheinend einen sechsten Sinn für dort, wo ich delegiere und die Zügel locker lassen kann und dort, wo ich eben doch noch dabei bleibe. So würd ich es subjektiv für mich beschreiben. Alles selber machen zu wollen, ist ein No-go – das geht einfach nicht.

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Foto: geopho.com

 

Weekend: Jetzt lebt ja jede Marke bekanntlich von Emotionen – Sie versammeln von H.I.S. Eyewear über Daniel Hechter Eyewear bis Robert La Roche insgesamt 19 Marken unter einem Dach. Wie funktioniert das?

Michael Pachleitner: Eine Marke heute zu leben, ist wirklich sehr schwierig – die Menschen spüren ja, ob sie echt ist oder nur fake. Da bedarf es der Bereitschaft, Geld in die Hand zu nehmen – man braucht die richtigen Leute für die richtigen Marken. Und dann haben wir ja auch noch die Marke des Unternehmens, die Gruppe MPG. Der angesprochene Preis, den wir bekommen haben, ist ein Ergebnis der Pflege der Marke der Gruppe. Das führt ja letztlich dazu, dass wir Mitarbeiter finden. Weil die Mitarbeiter sind der Nährboden für unseren Erfolg. Wenn ich nicht die richtigen Leute habe, können meine Ideen noch so gut sein.

Weekend: Worauf kommt es jetzt an, um eben weiter erfolgreich zu sein?

Michael Pachleitner: Man darf einfach keinen Teil des Unternehmens vergessen – das ist gerade für uns als Vollanbieter im Augenoptikbereich nicht immer leicht. Ich muss eben darauf achten, dass wir alle Bereiche, von den Marken über die Logistik bis zum Marketing und der IT, und alle Säulen entwickeln. Und ich kann es an dieser Stelle nur noch einmal wiederholen – der Grund, weshalb wir auch in Zukunft erfolgreich sein werden, ist das hervorragende Team, das wir haben.

Weekend: Zum Abschluss ein anderes Thema – wie beurteilen Sie als Unternehmer eigentlich die aktuelle Diskussion um die Sozialpartnerschaft?

Michael Pachleitner: Ich halte die Sozialpartner für sinnvoll und notwendig – auch mit der Zwangsmitgliedschaft hab ich kein Problem. Ein Problem hab ich nur, mit dem oft herablassenden Auftreten und Agieren der dortigen Verantwortlichen und vor allem mit dem Radikalismus, der dort teil- weise an den Tag gelegt wird. Wenn ich etwa an die letzten Lohnverahndlungsrunden denke – wenn da in einem Land wie Österreich als Druckmittel mit Streik gedroht wird, finde ich das katastrophal vom ÖGB. Wenn wir nicht aufpassen, werden uns diese ganzen Strukturen so einen wirtschaftlichen Nachteil bescheren, dass wir Österreich, das bekanntlich vom Mittelstand und so vielen Klein- und Mittelbetrieben lebt, in Grund und Boden fahren.